Dienstag, 22. Mai 2012

Bilanz zum Autohandel




Der Autohandel 2008 lief besser als vorausgesagt. Grafik: p
Der Autohandel 2008 lief besser als vorausgesagt. Grafik: p

Ludwigsburg (teb) – „Wir sind im Dezember und 2008 mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Torsten Treiber, der Vorsitzende der Kreisgruppe Ludwigsburg der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart: Zwar wurden im Dezember im Kreis Ludwigsburg nur 1362 Pkw neu zugelassen und damit 60 Pkw weniger als im Dezember 2007.
Trotzdem geht das Jahresergebnis für die Händler im Kreis Ludwigsburg noch ganz leicht ins Positive: „Wenn wir die Pkw-Zulassungen aller Monate zusammenzählen, wurden 2008 noch 273 Autos mehr angemeldet als 2007.“ Das ist aufs Jahr gesehen, ein Zuwachs von 1,4 Prozent und angesichts der Unkenrufe für die zweite Jahreshälfte schon fast eine gute Nachricht. Die Experten-Prognosen für den Autohandel sahen zum Jahresende eher düster aus: Um 8,1 Prozent werde der Autoabsatz bundesweit zurückgehen, schätzte der Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, Ferdinand Dudenhöffer, 1,8 Prozent weniger als 2007 waren es jetzt bundesweit tatsächlich. Der Kreis Ludwigsburg ist mit seinem Zuwachs von 1,4 Prozent da „wohl eher noch eine Insel der Seligen“, sagt Torsten Treiber, „da muss es ja woanders deutlich schlimmer sein, damit ein bundesweites Minusergebnis herauskommt.“
Schlecht lief's ab Oktober mit einem Rückgang von 168 Fahrzeugen, gefolgt vom November mit 307. Das Minus im Dezember mit 60 Fahrzeugen war da schon wieder etwas geringer. Diese Aussagen basieren allerdings auf den Zulassungszahlen: Das Landratsamt Ludwigsburg meldet für 2007 insgesamt 19109 neuzugelassene Fahrzeuge, im Jahr 2008 waren es jetzt unter dem Strich 19382, insgesamt also ein Plus von 273 Pkw. Jetzt ist nicht jeder davon im Kreis Ludwigsburg gekauft worden, „aber wenn wir mal davon ausgehen, dass sich Zu- und Abflüsse die Waage halten, dann ist das ein überraschend gutes Ergebnis“, sagt Torsten Treiber.
Ein Ergebnis, das allerdings nicht viel über die wirtschaftliche Situation der Autohäuser aussagt, „die richtige Bewährungsprobe beginnt wohl jetzt“: Die Kfz-Steuerbefreiung sei sicher in den wenigsten Fällen ein Grund gewesen, ein neues Auto zukaufen, „die haben die Leute mitgenommen“. Das Hauptargument für einen Neuwagenkauf, so Treiber „waren attraktive Preise und Konditionen, mit denen Hersteller und Autohäuser auf die nachlassende Konjunktur reagiert haben.“
Das werde sich sicher in 2009 fortsetzen: „Zu viel darf der Kunde aber nicht erwarten. Vom Draufzahlen kann kein Betrieb und keine Werkstatt überleben und schon gar nicht die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter erwirtschaften“. Torsten Treiber hofft darauf, dass eine Verschrottungsprämie kommt: „Die könnte etwas bewegen.“




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