Dienstag, 22. Mai 2012

Hauptversammlung der Vaihinger Feuerwehr




Ehrungen bei der Feuerwehr. Foto: Elsässer
Ehrungen bei der Feuerwehr. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Einen rein ehrenamtlichen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Vaihingen werde es in absehbarer Zeit wohl ebenso wenig geben, wie einen hauptamtlichen, verriet Oberbürgermeister Gerd Maisch am Montagabend bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr in der Stadthalle. Was dem Vaihinger Stadtoberhaupt vorschwebt ist eine Kombination aus Ehren- und Hauptamt.
„Es stellt sich die Frage, ob eine Feuerwehr dieser Größenordnung ehrenamtlich geführt werden kann“, sagte der Oberbürgermeister vor knapp 300 Mitgliedern der Vaihinger Feuerwehr mit ihren Abteilungen. Schließlich sei der Aufwand enorm groß. Ein hauptamtlicher Kommandant sei allerdings auch nicht die richtige Lösung, da diesem – weil er nicht gewählt wird – eventuell der nötige Rückhalt in der Wehr fehle. „Doch wie lässt sich Haupt- und Ehrenamt kombinieren?“, fragte sich Maisch und schob die Antwort hinterher. Denkbar sei ein Kommandant, der von der Mannschaft gewählt und von seinem Arbeitgeber für die benötigte Zeit bei der Feuerwehr teilweise freigestellt werde. „Dieses Modell würde allen Belangen gerecht werden“, befand der OB, doch gelte es nun, es noch weiter „zu verfeinern und zu beraten“. Als zeitliche Zielrichtung nannte er das Jahr 2011. Kein Wunder, denn bis zu diesem Jahr ist Stadtbrandmeister Thomas Fais noch offiziell gewählt.
Bei einem Blick auf die Finanzen erinnerte das Stadtoberhaupt daran, dass die Beschaffung von verschiedenen Ausrüstungsgegenständen anstehen würde, wie beispielsweise eine Wärmebildkamera, neue Pressluftatmer für alle Abteilungen sowie je einen Mannschaftstransportwagen für die Abteilungen Enzweihingen, Horrheim und Roßwag. Außerplanmäßig stünden Ausgaben von rund 200000 Euro an, die derzeit im Haushalt nicht finanziert seien. Der Grund: Für einige verschlissene Einsatzjacken wollte die Feuerwehr Ersatz beschaffen. Doch die alten Jacken sind nicht mehr erhältlich. Die nach einer aktuellen europäischen Norm zertifizierten neu erhältlichen Einsatzjacken passen allerdings nicht mehr zur alten Ausrüstung. Die Folge: Eine neue Generation von Einsatzkleidung soll beschafft werden. Maisch hoffe, dass er im Gemeinderat dafür die Zustimmung bekommt. „Wir wollen Ihnen für Ihre Einsätze gutes Material zur Verfügung stellen.“ Als Ziel für den Baubeginn des neuen Feuerwehrhauses nannte er Mitte 2010. Am 23. Dezember konnte das neue Hilfeleistungs-Löschfahrzeug für die Abteilung Horrheim abgeholt werden. OB Maisch wies darauf hin, dass die offizielle Übergabe des Fahrzeugs am Wochenende 16./17. Mai erfolgt.
Stadtbrandmeister Thomas Fais bezeichnete in seinem Rückblick das abgelaufene Jahr als „ziemlich arbeitsreich“. Mit 160 Einsätzen hat die Feuerwehr 21-mal häufiger ausrücken müssen als 2007, sagte Fais und nannte die wichtigsten Beispiele (siehe auch VKZ vom Samstag). Bei dieser hohen Anzahl von Einsätzen sei die Verfügbarkeit des Personals – vor allem am Tag – eine wichtige Komponente. Umso wichtiger seien die „Tagesausrücker“. Dabei handelt es sich um Feuerwehrmitglieder anderer Gemeinden, die hier in Vaihingen arbeiten. Nur mit diesen Leuten sei eine schnelle und effiziente Hilfe auf Dauer möglich.
Doch noch mehr Zeit als die Einsätze nimmt nach Auskunft von Thomas Fais die Aus- und Fortbildung der Kräfte in Anspruch. Insgesamt haben mit 82 Personen mehr als ein Viertel aller Aktiven der Feuerwehr Vaihingen eine Fortbildungsmaßnahme besucht. „Das zeugt von einer großen Motivation unter den aktiven Feuerwehrmitgliedern“, stellte Fais fest.
Harald Hirt erwähnte bei seinem Bericht der Jugendfeuerwehr davon, dass seine Abteilung geradezu einen Boom erfahre. „Der Trend setzt sich fort“, sagte Hirt. Für die Werbung der Nachwuchskräfte habe es sogar einen Sonderpreis gegeben. In seinem Bericht machte er sich für gut ausgebildetes Führungspersonal bei der Jugendfeuerwehr stark. Hirt verknüpfte diese Forderung mit einer eindringlichen Bitte an die Feuerwehrabteilungen: „Lasst die jungen Führungsleute in der Jugendfeuerwehr.“




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