- Großbrände wie in den Hallen der Firma Rayer in Horrheim zeigen deutlich, wie dringend die Feuerwehr manchmal benötigt wird.
Vaihingen (rkü) – Einsatzbereit ist die Vaihinger Feuerwehr zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wenn die Helfer gerufen werden, müssen sie manchmal bis an ihre Grenzen gehen. Besonders belastend sind Unglücksfälle, bei denen trotz aller Bemühungen Menschen zu Tode kommen. Spektakuläre Brände führen der Bevölkerung immer wieder die Notwendigkeit der Feuerwehr vor Augen.
Bei einem Rückblick auf das vergangene Jahr erinnert sich Vaihingens Stadtbrandmeister Thomas Fais im Vorfeld der Hauptversammlung (5. Januar) spontan an den Großbrand im Außenbereich von Gündelbach. Am 13. Dezember stand dort eine Scheune lichterloh in Flammen, der Brand drohte auf benachbarte Scheunen überzugreifen. „Unser Problem war: Dort draußen gibt es kein Wasser“, sagt Fais. Die Tanks der Löschfahrzeuge in der Gesamtstadt fassen etwa sieben Kubikmeter Wasser, rechnet der Stadtbrandmeister nach. „Bei einer brennenden Scheune ist das wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Außerdem müssen die Fahrzeuge erst einmal alle da sein.“ Mit Hilfe einer Schlauchleitung zum nächstgelegenen Hydrant am Ortsrand sowie einer doppelten Schlauchleitung zur Metter schaffte die Feuerwehr das benötigte Löschwasser herbei. Doch der Aufbau kostete Schweiß und Zeit. „Bis dahin haben wir uns darauf konzentrieren müssen, mit dem Einsatz von möglichst wenig Wasser die am stärksten gefährdete Nachbarscheune abzuschirmen.“ Mit Erfolg. Das Feuer blieb auf das ohnehin nicht zu rettende Objekt begrenzt. Ein gutes Gefühl für diejenigen, die am Einsatz beteiligt waren. Und eine Bestätigung all derer, die sich für die Aufrechterhaltung des funktionierenden Feuerlöschwesens engagieren.
Beinahe 300 Feuerwehrleute sind in den Feuerwehrabteilungen in Vaihingen und den Stadtteilen aktiv. „Die Personalstärke insgesamt ist nicht unser Problem. Die Frage ist immer nur: Wie viele sind tagsüber verfügbar, wenn fast jeder an seinem Arbeitsplatz ist?“ Thomas Fais erläutert, dass der Bereich Vaihingen recht gut geschützt sei. Es gebe drei Abteilungen, in denen innerhalb kürzester Zeit mindestens ein großes, leistungsfähiges Löschfahrzeug voll besetzt zum Einsatz ausrücken könne. „Horrheim im Norden, Vaihingen in der Mitte und Enzweihingen im Süden – von dieser Achse aus sind wir überall relativ schnell vor Ort.“ In den übrigen Stadtteilen könne es zu Problemen kommen, weil tagsüber zu wenige Helfer verfügbar seien, um beispielsweise einen wirksamen Löschangriff aufzubauen. Mit Unterstützung aus den benachbarten Stadtteilen sei aber überall schnelle Hilfe gewährleistet.
Belastende Einsätze mit Todesopfern hatte die Feuerwehr Vaihingen 2008 mehrfach zu bewältigen. Am 3. Oktober kam in Gündelbach eine Frau beim Brand ihrer Wohnung zu Tode. Bei schweren Verkehrsunfällen zwischen Horrheim und Gündelbach sowie am Maientag auf der B10 bemühten sich die Helfer vergeblich um das Leben der Unfallopfer.
Dass im Einsatzgebiet der Feuerwehr Vaihingen vergleichsweise sehr gute Hilfe geleistet werde, bestätigten immer wieder Notärzte oder Angehörige des Rettungsdiensts, merkt der Stadtbrandmeister an. „Einer unserer Ausbilder arbeitet hauptamtlich beim Rettungsdienst. Er hat etwa 30 bis 40 unserer Feuerwehrangehörigen zu Sanitätern ausgebildet.“ Diese brächten jetzt so viel medizinisches Grundwissen ein, dass der Einsatzleiter auch bei Unglücksfällen mit schwer verletzten Personen ein gutes Gefühl haben könne. „Es läuft hier sehr viel ruhiger ab, als wenn unsere Helfer nicht so gut ausgebildet wären.“ Das hätte sich Fais schon vor zwei Jahren gewünscht, als bei einem Verkehrsunfall sieben Schwerverletzte versorgt werden mussten und es sehr lange dauerte, bis eine ausreichende Zahl an Rettungswagen eingetroffen war.
Auch im Jahr 2008 musste die Feuerwehr mehrere Personen versorgen und befreien, die nach schweren Unfällen in ihren Fahrzeugen eingeklemmt waren. Größere Brände gab es im Januar im Vaihinger Buchenweg, wo eine Wohnung vom Feuer verwüstet wurde, im April in einer Tiefgarage in Kleinglattbach und im Oktober in Horrheim, wo die Gebäude der Firma Rayer ausbrannten. Als spektakulär, aber aus Sicht der Feuerwehr nicht besonders schwierig zu bewältigen, bezeichnet Fais den Löscheinsatz an rund 100 Rundballen in Ensingen. Außerdem musste die Feuerwehr am 14. Januar in Sichtweite der Wohnung des Stadtbrandmeisters tätig werden – im Gewerbegebiet Seemühle hatte ein Lastwagen größere Mengen Dieselkraftstoff verloren, die über die Kanalisation in die Enz gelangten.