Montag, 06. September 2010

Bietigheim-Bissingen: Neuer Weg in der Kinderbetreuung


Die ersten Kids sind in das Bietigheimer Kinderhaus bereits eingezogen. Foto: Schmid

Bietigheim-Bissingen – Neue Wege in Sachen Kinderbetreuung geht die Stadt Bietigheim-Bissingen. Für rund zwei Millionen Euro hat die städtische Wohnbaugesellschaft ein Kinderhaus gebaut. Betreut werden Kinder aller Alterstufen bis zu einem Alter von zwölf Jahren.

Die ersten Kinder sind in das neue Bietigheimer Kinderhaus „Mikado“ schon Anfang Januar eingezogen. In den nächsten Wochen werden weitere Jungen und Mädchen aufgenommen – im Endbetrieb sollen in der Einrichtung 120 Kinder aller Altersgruppen betreut werden.

„Die Kinderbetreuung in Bietigheim-Bissingen hat mit der Eröffnung dieses Hauses einen bedeutenden Qualitätssprung nach vorne gemacht“, sagte Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing im Rahmen der offiziellen Eröffnung. Die drei Säulen Erziehung, Bildung und Betreuung seien das Fundament der pädagogischen Arbeit in der Einrichtung.

Das „Mikado“-Konzept ist weitgehend einzigartig. „Das pädagogische Handeln der Erzieherinnen wird in diesem Haus eine neue Richtung bekommen“, sagte Jürgen Kessing. Die Betreuungseinrichtung mit Bildungsauftrag solle sich zur Bildungseinrichtung mit Betreuungsauftrag entwickeln.

Betreut werden im „Mikado“ Kinder im Alter von bis zu zwölf Jahren von 7 bis 18 Uhr. „Bisher haben wir sechs Babys aufgenommen, insgesamt betreuen wir 60 Kinder“, fasste Kinderpflegerin Regine Schwarz zusammen. In dem Kinderhaus könnten die kleinen Besucher ihre Entwicklungsphasen in einem konstanten Umfeld durchlaufen, ohne von einer Krabbelgruppe in den Kindergarten und von dort in einen Hort wechseln zu müssen, erläuterte Oberbürgermeister Kessing. Um die Kinder kümmern sich elf Angestellte.

Mit dem Bau des Kinderhauses hatte die Bietigheimer Wohnbau im November 2006 begonnen. Fertiggestellt wurde das rund zwei Millionen Euro teure Objekt im Oktober 2007. „Alles ist fristgemäß fertig geworden“, freute sich Kessing. Das Kinderhaus nimmt zwei Ebenen des erstellten Gebäudes in Anspruch. Auf 1088 Quadratmetern gibt es für die Kids viel zu entdecken und zu lernen: Im Tier- und Naturraum stehen Terrarien mit Mäusen und Stabheuschrecken bereit. Außerdem wurden verschiedene andere Themenräume eingerichtet. Es gibt einen Theaterraum eine Bücherei, einen Bewegungsraum, einen Experimentiersaal, ein Musikzimmer und einen Kreativraum. Für kleine Experimente stehen im Außenbereich außerdem Wasser und Sand zur Verfügung.

Das „Mikado“ ist in erster Linie für Bietigheim-Bissinger reserviert. „Wenn Plätze frei sind, können aber auch andere aufgenommen werden“, sagte die Pressesprecherin der Stadt, Anette Hochmuth. Für Jungen und Mädchen im Alter von null bis drei Jahren schlagen die Betreuungskosten monatlich mit 300 Euro zu Buche, ab drei Jahren sind es 250 Euro. „Ein Mittagessen ist inklusive.“ Zum Vergleich: Für einen normalen Kindergartenplatz müssen Eltern in Bietigheim-Bissingen monatlich 75 Euro berappen.

„Kinder sind unsere Zukunft und deshalb freue ich mich besonders, dass die Stadt Bietigheim-Bissingen in der Kinderbetreuung eine neue Zeitrechnung einleitet und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Infrastruktur unserer Stadt leistet“, sagte der Geschäftsführer der Bietigheimer Wohnbau, Wolfgang Heckeler. Die ansprechende sowie flexible Raumgestaltung biete eine zukunftssichere Nutzung. Heckeler verwies außerdem auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes. Neben dem Kinderhaus wurden in dem Komplex neun Wohnungen untergebracht.

Philipp-Marc Schmid


Seitenanfang