Dienstag, 22. Mai 2012

Neuorganisation der Stadtverwaltung


Neue Wege bei der Vaihinger Stadtverwaltung. Foto: Arning
Neue Wege bei der Vaihinger Stadtverwaltung. Foto: Arning

Vaihingen (aa) – Die Stadtverwaltung Vaihingen organisiert sich neu. Die Hochbauabteilung wird mit allen Aufgaben aus dem Stadtplanungsamt ausgegliedert und in ein neu zu bildendes Amt für Liegenschaften und Gebäudewirtschaft integriert. Auch ein Amt für technische Dienste und Feuerwehrwesen ist in Planung. Im Idealfall könnte der Amtsleiter auch der ehrenamtliche Feuerwehrkommandant sein. Der Gemeinderat wird sich am kommenden Mittwoch (30. Januar, 18 Uhr) mit dem Thema beschäftigten.
Heinz Kälberer hatte die Organisationsänderungen schon 2005 in Auftrag gegeben: Es sollte bei der Stadtverwaltung ein Amt für Gebäudemanagement gebildet werden, denn bei der Erhebung des organisatorischen Zustandes hatte sich schnell gezeigt, dass die Zuständigkeiten speziell für Gebäudeunterhaltung, Gebäudebewirtschaftung und -reinigung sowie andere gebäudebezogenen Aufgaben bei den verschiedensten Einheiten angesiedelt waren. Durch den OB-Wechsel rückte die Angelegenheit ins zweite Glied, denn Gerd Maisch wollte erst mal sehen, wie es in Vaihingen läuft. Offensichtlich ist auch er zur Ansicht gekommen, dass etwas getan werden muss, dass dringend eine „Sanierung“ angesagt ist. Werden solche Strukturveränderungen einmal angedacht, so ergeben sich schnell auch Auswirkungen auf andere Bereiche.
 Dem Gemeinderat liegt nun ein Konzept vor, das er am Mittwoch „zur Kenntnis nehmen“ soll. Zudem wird von ihm die Herstellung des Einvernehmens erwartet, dass die Hochbauabteilung mit allen Aufgaben aus dem Stadtplanungsamt des Dezernats 2 (Zuständigkeitsbereich Bürgermeister Wilfried Nestle) ausgegliedert wird und in das neu zu bildende Amt für Liegenschaften und Gebäudwirtschaft beim Dezernat 1 (Zuständigkeit: OB Gerd Maisch) integriert wird. Mitarbeiter und Aufgaben der bereits bestehen Aufgaben sollen 1:1 in das neue Amt übertragen werden.
Bei der neuen Liegenschaftsabteilung sind zwei neue Stellen zu bilden (Amtsleiter und Sachbearbeiter), die allerdings durch die Auflösung der Abteilung Sanierungen und Tourismus frei werden. Dieser Bereich soll an die Abteilung Schulen, Kultur und Sport gehen und dort unter dem Aufgabenblock „Kultur“ zusammengeführt werden – nach den Vorstellungen des Organisationsmanagers Thomas Werner ohne Personalmehrbedarf. Die künftige Abteilung Kultur und Tourismus soll ihre Heimat im Gebäude Marktplatz 5 (früher Mesinger) finden. Im ehemaligen Laden sollen zwei Arbeitsplätze eingerichtet werden. Die Betreuung des Ausländerbeirats wird ans Ordnungs- und Sozialamt weitergegeben. Es bestehe kein Zusammenhang zu Kultur und Tourismus, heißt es zur Begründung.
Relativ neu sind die Überlegungen zur Bündelung alle technischen Aufgaben in einem weiteren, neu zu bildenden Amt. Hierzu gehören der Bauhof (derzeit beim Tiefbauamt angesiedelt, was als ungewöhnlich für eine Stadt von der Größe Vaihingens gilt), die Kfz-Werkstatt und die Aufgaben der Feuerwehrgerätewarte. Und das „Spannende“ an diesem Amt: Sein Leiter soll gleichzeitig die Funktion als Abteilungsleiter der Feuerwehrverwaltung übernehmen und im Idealfall der ehrenamtliche Feuerwehrkommandant sein. Selbst wenn diese Lösung nicht realisiert werden kann, rechnet man sich durch die Neuorganisation dennoch eine Entlastung des ehrenamtlichen Kommandanten aus. Stadtbrandmeister Thomas Fais hat schon wiederholt geklagt, dass die Arbeitsbelastung im Ehrenamt kaum zu bewältigen ist. Die Schaffung einer zusätzlichen Stelle wird aus Kostengründen nicht erwogen; eine frei werdende Stelle im Tiefbauamt soll mit höherer Bewertung für die Amtsleiterposition verwendet werden. Gesucht wird eine „führungsstarke Persönlichkeit“ aus dem gehobenen Verwaltungsdienst mit kaufmännischer und Verwaltungsausbildung und Erfahrung in technischen Aufgaben (oder umgekehrt). Angesiedelt wird das Amt mit der Nummer 63 im Dezernat 2 (Leitung Bürgermeister Nestle).
Im Gemeinderat wird am Mittwoch das Wohlwollen der Stadträte zu den Planungen erwartet. „Alles andere wäre eine Überraschung“, sagt Hauptamtsleiter Hans Rentschler. Das Raumkonzept soll in den nächsten Monaten erstellt werden. Eine Arbeitsgruppe wird sich mit dem Thema befassen. Ziel ist die Zusammenführung des neuen Amtes für Liegenschaften und Gebäudebewirtschaft in demselben Haus. Ob das jedoch in den Räumen des Kulturamtes möglich sein wird, erscheint fraglich.


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