Vaihingen (aa) – „Endlich!“ Die Vaihinger Bahnreisenden atmen auf. Ein Ende der anzeigelosen Zeit auf den Bahnsteigen ist in Sicht. Gestern wurden die neuen Zugzielanzeiger montiert. Ende nächster Woche sollen die modernen LCD-Anzeigen in Betrieb genommen werden.
„Anzeiger außer Betrieb“ – ohne größere Erläuterungen klebte das A-4-Blatt mit dieser Botschaft an den Anzeigetafeln. Seit September 2007 ratterte nichts mehr in den Kästen über den Bahnsteigen. Ein Blitzschlag hatte die Anlage lahmgelegt (die Vaihinger Kreiszeitung hat berichtet). Nach Aussagen der Bahn gab es keinen Ersatz für die betagten „Fallblattanzeiger“ (jedes Ziel war auf einem eigens gefertigten Blatt aufgedruckt), die noch aus der Gründerzeit des Vaihinger Bahnhof stammen (1991).
„Es wird eine komplett neue Anlage angeschafft“, war aus der Stuttgarter Bahn-Pressestelle zu hören, „eine hoch moderne LCD-Anzeige.“ „Noch in diesem Jahr“ solle das geschehen, war die Aussage gegenüber der VKZ im Oktober. Selbst der in Vaihingen wohnende und natürlich zugfahrende VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger war offensichtlich über die Verzögerungen etwas irritiert und hat sich mit dem Bahnhofsmanagement Mannheim (zuständig für Vaihingen!) in Verbindung gesetzt. Dort hatte er die Auskunft erhalten, dass die elektronischen Anzeiger an den Bahnsteigen in der Kalenderwoche fünf angebracht werden sollen. Blick auf den Kalender. Wir haben Woche vier und dürfen uns freuen, dass die Bahn „zu früh“ dran ist. Sollten die Anzeiger in der kommenden Woche tatsächlich in Betrieb gehen, stimmt die Rechnung aber wieder.
Insgesamt elf Displays werden montiert. „Acht Anzeiger kommen auf die Bahnsteige, über jedem Eingang zur Unterführung wird eine Tafel angebracht, der Vorplatz wird mit einem zusätzlichen Monitor in größere Ausführung bestückt“, erklärt Michael Klemke von der Bauüberwachung. Seit Mittwoch ist er mit seiner Truppe am Bahnhof im Einsatz. Die alten Anzeiger sind demontiert, einige der neuen Teile, jeweils 185 Kilogramm schwer, hängen bereits. Am Montag werden sie von den Elektrikern angeschlossen. Die Systembetreuer sind bestellt, die Schulung der Fahrdienstleiter terminiert. „Wir gehen davon aus, dass wir Ende nächster Woche in den stabilen Betrieb gehen können“, sagt Klemke optimistisch.
Die neue Anlage stammt von AEG in Ulm. „Das Unternehmen gilt als größter deutscher LCD-Hersteller“, weiß Klemke, der die Augen zusammenkneift und schnell die Kosten im Kopf als grobe Hausnummer addiert: „Rund 200000 Euro muss die Bahn für diese neue Anlage aufbringen.“ Der Vaihinger Bahnhof gelte schon als so bedeutend, dass man derartige Investitionen durchführe. Gut lesbar sei der Text auf den Displays, schwärmt Klemke. Man könne über den Leitstand natürlich Sondertexte einfließen lassen. Und da es keine Mechanik mehr gebe, sei die Störanfälligkeit wesentlich geringer als bei den seitherigen Fallblattanzeigern.
Und was ist mit den Uhren? Die kommen natürlich auch wieder ran. Ganz normale Bahnsteiguhren, wie bisher.
