Vaihingen (aa) – Die Bauarbeiten sollen Signaleffekte aussenden. Leuchtzeichen für mögliche Interessenten. Die Signale auf dem „perfekten Standort“ (Gewerbegebiet Ensingen-Süd) sind derzeit unübersehbar: Auf dem Gelände der Deutschen Lagerhaus GmbH herrscht Hochbetrieb. Und am 4. Februar soll die öffentliche Erschließung beginnen.
Dass bereits im Dezember die Baumaschinen angerückt sind, hatte etwas für Verwirrung gesorgt. Doch: Die Aktion war durchaus legal. Im Gemeinderat war am 12. Dezember die Ausschreibung der öffentlichen Erschließungsarbeiten auf die Reise gegeben worden; gleichzeitig begann der neue Besitzer des neun Hektar großen Geländes mit der Vorbereitung für seine Baufläche. Die Flächen sind nun so weit hergerichtet, dass in wenigen Tagen mit dem Hochbau begonnen werden kann.
Ab dem 4. Februar wird nun parallel geschafft, denn die Submission für den Erschließungsauftrag hat stattgefunden, die Baufirma ist ausgeguckt, der Preis ist bekannt. Für 815000 Euro soll ein Ludwigsburger Unternehmen den Zuschlag erhalten. Das geschieht ausnahmsweise durch den Oberbürgermeister, nachdem er vom Gemeinderat dafür ermächtigt wurde, die eilige Angelegenheit verträgt es offensichtlich nicht, noch in dem Gremien diskutiert zu werden. In der kommenden Woche wird es eine Besprechung aller beteiligten Baufirmen geben, denn man will sich so wenig wie möglich in die Quere kommen. Bis Juni soll die Erschließung abgeschlossen sein; die Hallen der Deutschen Lagerhaus GmbH, die die Hallen an das Unternehmen DSV (Logistiker der dm-Märkte) vermieten wird, sollen schon im Juli in Betrieb genommen werden.
Über die Abläufe auf dem Baugelände werden übrigens in dieser Woche noch die „Anwohner“ informiert. Dabei werden unter anderem der zuständige Architekt und Vertreter des Baurechtsamtes der Stadt Rede und Antwort stehen.
Und wie geht’s weiter? „Wir sind voll dran und geben Gas“, sagt der Vaihinger Wirtschaftsförderer Thorsten Leupold, der froh ist, die mageren Jahre hinter sich gelassen zu haben. Lange Zeit hatte sich auf dem größten Gewerbegebiet der Region nichts geschoben. Als unterste Marke war ursprünglich die Vermarktung von einem Hektar Fläche pro Jahr ausgewiesen worden. Leupold: „Da hatten wir schon aufzuholen.“ Der Wirtschaftsförderer rechnet vorsichtig mit zwei, drei Abschlüssen im laufenden Jahr. „Gespräche gibt es immer“, sagt er und lässt nur so viel raus, dass es sich bei den jetzigen Interessenten um zwei produzierende Betriebe handelt, beim anderen ebenfalls um einen Logistiker. Benötigt würden Flächen von einem halben Hektar beziehungsweise zweimal einem Hektar. Noch in dieser Woche steht in einem Fall ein Gespräch mit einem möglichen Investor an.
Sicher ist indessen, dass im ersten Abschnitt des „perfekten Standorts“ (gegenüber Lackierbetrieb Drews) zwei Unternehmen mit den Bauarbeiten beginnen werden. Es ist einmal die Vaihinger Firma Ibek (Gerüstbaufirma), die rund 5000 Quadratmeter gekauft hat und „demnächst anfangen“ will. Die Fertigstellung ist nach Möglichkeit noch 2008 vorgesehen.
Die Essener Firma TLC plant in der Nachbarschaft ein Unterhaltungs-Center (vorwiegend Geldspielautomaten und Billard). Das TLC-Areal ist insgesamt rund 3700 Quadratmeter groß. „Die haben für eine derartige Anlage im Raum Vaihingen schon einen Bedarf ausgemacht“, meint Thorsten Leupold. Beantragt sind vier Konzessionsflächen zu jeweils 144 Quadratmeter, macht also knapp 600 Quadratmeter „Entertainment“ aus.
