Vaihingen (ub) – Die Stadtverwaltung Vaihingen will die Arbeit eines privaten Sicherheitsdienstes ausweiten. Vor allem in den Abendstunden von Donnerstag bis Samstag sollen die Sicherheitsleute an definierten Brennpunkten im Stadtgebiet Präsenz zeigen. Dementsprechend will das Ordnungs- und Sozialamt auch die Haushaltsmittel aufstocken (von 1500 auf 7000 Euro).
Gestern Abend stand auf der Tagesordnung des Verwaltungs- und Finanzausschusses des Gemeinderats die „Kommunale Kriminalprävention“ im Mittelpunkt. Bereits seit Jahren arbeiten Polizeivollzugsdienst, städtischer Vollzugsdienst, Jugendarbeit und das private WAO-Sicherheitsbüro aus Oberriexingen gemeinsam daran, den Belästigungen, Lärm, Beschädigungen, Abfallhinterlassenschaften oder Farbschmierereien zu begegnen..
Durch mehr private Sicherheit will die Stadt aber nicht die Arbeit der Polizei schmälern. Gerhard Bahmer, Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes: „Es gibt Situationen, die nur durch die Polizei gelöst oder verfolgt werden können. Daneben ist es ein Unterschied für den Verursacher, durch wen er bei einem bestimmten Anlass gestellt wird. Andererseits kann bei entsprechender Ansprache oder Aufklärung unterhalb der Polizei manchmal mehr erreicht werden.“
Und klar ist auch, dass die Polizei ihre Präsenz nicht erweitern kann. Gerd Esenwein, Leiter des Polizeireviers Vaihingen: „Unsere personelle Situation ist nicht rosig und sie wird sich auch nicht verbessern.“ Die Polizei sei bei der Prävention zwar vor Ort, „aber nicht in der Regelmäßigkeit, wie es von den Anwohnern gewünscht wird“.
Entlastung könnte hier die Arbeit der privaten Sicherheitsleute bringen – ähnlich wie in Bietigheim-Bissingen und Ditzingen, wo jährlich 8000 Euro für das private Sicherheitsbüro investiert werden. Bahmer: „Die Einsätzkräfte WAO haben keine hoheitlichen oder polizeilichen Zuständigkeiten, sie wollen zuerst präventiv arbeiten, aufklären, Vorschriften erläutern, warum sie hier sind und erst dann eventuell weitere Maßnahmen einleiten, zum Beispiel das Ordnungsamt oder die Polizei verständigen.“ Statt bisher einmal pro Woche an zwei Stunden sollen die Oberriexinger Sicherheitsleute nach einem entsprechenden Beschluss zwei- bis dreimal an zwei Stunden die Woche vor Ort sein.
In Abstimmung mit den Ortsvorstehern hat das Ordnungs- und Sozialamt eine Liste mit den sogenannten Brennpunkten erstellt. Die Bereiche in Ensingen: Hauptstraße/alter Friedhof/Eingangsbereich Banken, Wendeplatte Weidenweg nördlich alter Friedhof, Bushaltestelle Feuerwehrgerätehaus/evangelisches Gemeindehaus, Ensinger Grundschule, Pausenhalle und Schulhof, Eingangsbereich Kleintierzüchterheim Mangoldstraße, Forchenwaldhalle, westlicher Parkplatz, Ensinger See, Grill- und Spielplatz, Hubbühl, Spielplatz Dennefstraße; in Enzweihingen: Ortsmitte bei Kirchplatz/Großes Haus/Pfarrgasse, Schul- und Sportgelände; in Gündelbach: Karl-Stotz-Platz, Wachtkopf Grill- und Spielplatz, Gerhardshälde (nur Feldhüter und städtischer Vollzugsdienst); in Horrheim: Bolzplatz Maulbronner Straße, Bushaltestelle Klosterbergstraße, Brücke an der Metter/Grabenbrunnenweg, Bärentürmle, Seewaldseen; in Kleinglattbach: Schulgelände, Halle im See samt Parkplatz, altes Bahnhöfle/Bahngleis, Jugendhaus mit Umgebung/Sportsbar, Spielplätze hinter Edeka/beim TSV/Roßwager Straße, Haltestellen unter der Brücke beim alten Bahnhof/Grundschule; in Vaihingen: Marktplatz und Fußgängerzone, Parkhaus Innenstadt /Köpfwiesen, Spielplatz und Bolzplatz Hexenpfädle, Vorplatz Stadthalle und Bushaltestelle, Grabenstraße, Bahnhof, Parkhaus und Parkflächen. In Aurich, Riet und Roßwag liegen keine Bereiche vor, die in ein Gesamtkonzept einbezogen werden sollen.
Diese sogenannten Brennpunkte sollen künftig vom städtischen Vollzugsdienst wie auch verstärkt von der privaten Sicherheitsfirma aufgesucht werden. Während der Vollzugsdienst seinen zeitlichen Aktionsradius bis 21 Uhr zieht, könnten die Privaten bis 24 Uhr im Einsatz sein. In einem weiteren Schritt könnte von den privaten Sicherheitsleuten ein vorbeugender Objektschutz für die Schulen, Hallen und Kindergärten gewährleistet werden. Auch könnten die größeren Feste in der Innenstadt durch Rundgänge und Präsenz sicherer werden.
Ein weiterer Baustein in der Konzeption für mehr Sicherheit und Ordnung in der Stadt wäre nach den Erfahrungen der städtischen Jugendarbeit, dass an zwei bis drei Wochentagen entweder eine Sporthalle in der Kernstadt oder in Enzweihingen in der Zeit zwischen 21 und 23 Uhr für jeweils zwei Stunden zur Verfügung gestellt wird. Bahmer: „Unsere Belange müssen denen von Vereinen mindestens ebenbürtig gegenüber stehen.“ Und weiter: „Ferner sollten die immer währenden Forderungen nach ausreichend dimensionierten Bolzplätzen mit Allwettertauglichkeit aufgegriffen und umgesetzt werden.“
