Dienstag, 22. Mai 2012

Ausgediente Christbäume werden abgeholt


Sammelaktion des Jugendwerks in Vaihingen. Foto: Bögel
Sammelaktion des Jugendwerks in Vaihingen. Foto: Bögel

Vaihingen (ub) – Die Schleppergespanne stehen mitten auf der Straße. Um diese Zeit behindern sie am Samstagmorgen auch nicht den Verkehr. Drinnen im Andreähaus in der Heilbronner Straße tüfteln die „Jungen“ noch über die Einsatzgebiete, draußen, bei den drei Landwirten, ist der Verbandstag in Weinsberg ein Thema.
Geduldig warten Gerhard Wilhelm, Otto Zucker und Andreas Knodel auf ihre Mitfahrer auf den Anhängern. Die drei Landwirte und Traktorfahrer sind Urgesteine der Christbaum-Sammelaktion in Vaihingen. „Wir sind schon von Anfang an dabei“, erzählt das Trio stolz. „Früher ist noch der Pfarrer Mattes bei den Sammlern mit dabei gewesen.“
Heute ist die Christbaum-Abholaktion am Samstag nach dem Dreikönigsfest in den Händen des evangelischen Jugendwerks. Für den symbolischen Betrag von 1,50 Euro werden die Tannenbäume in der Kernstadt abgeholt und auf den Häckselplatz nach Aurich gebracht. Ein lukratives „Geschäft“ für die jungen Menschen: Rund 1000 Euro kommen jährlich bei der Sammelaktion zusammen.
Kurz vor 9 Uhr gibt Christian Ecker – der Student ist derzeit ehrenamtlicher Gemeindediakon in Vaihingen und engagiert sich bei der Jugendarbeit – die letzten Anweisungen. Im vergangenen Jahr ging ein Helfer bei der Tour verloren, fand aber den Weg zurück in die Heilbronner Straße. Auch warnt Ecker vor den Gefahren für die Sammler, darunter einige Konfirmanden, die die Aktion von Samstag als Projekt gewählt haben. „Das sind schwere Zugmaschinen, das dürft ihr vor lauter Gier nach den Bäumen nicht vergessen“, hebt Ecker den Zeigefinger.
Seit wann es die Sammelaktion in Vaihingen gibt, weiß niemand so genau. Selbst die alt gedienten Treckerfahrer kommen da ins Grübeln. „20 Jahre mindestens“, so die vorsichtige Schätzung. Klar ist aber, was mit dem Geld passiert, das die Bürger für den nadeligen Service bezahlen dürfen. 50 Prozent fließen in die eigene Jugendarbeit, hier vor allem in die Renovierung des Häusles am Auricher Berg. „Bis Sommer wollen wir fertig sein“, hofft Ecker. Die anderen 50 Prozent gehen zur Partnergemeinde nach Greußen in Thüringen.
Die Teams müssen sich am Morgen erst finden: Wer klingelt bei den Leuten und kassiert die kleine Gebühr, wer kann die Tannenbäume geschickt auf den Anhängern stapeln, wer arbeitet zu, wer darf oben mitfahren, wer muss laufen? Da geht bei den Kleinen bereits nach den ersten 100 Metern das Gemaule los.
Um 13 Uhr gibt es beim Jugendwerk im Andreähaus eine Grillwurst, Weckle und Salat. Das Meiste ist geschafft. Und die ersten Geschichten kursieren: „Habt ihr diesen Riesenbäume im Baresel gesehen. Die haben halt Platz für einen ordentlichen Baum.“ Oder das Trinkgeld, das erwirtschaftet wird: Statt 1,50 Euro geben die Leute schnell zwei, drei oder gar fünf Euro. Und für die Verpflegung der Sammler wird auch noch gesorgt: Gummibärchen und Schokolade winken oft als Dankeschön.
Doch nicht nur in Vaihingen waren die Christbaum-Sammler am Samstag aktiv. In Aurich war die Elterninitiative Auricher Spielplätze auf Tour, in Enzweihingen die CVJM-Handballer, in Gündelbach und Horrheim der Posaunenchor, in Kleinglattbach die Kirche, in Riet der Sportverein, in Roßwag die Moschde, in Oberriexingen die Jugendfeuerwehr, in Sersheim die D-Junioren des VfR und in Illingen entsorgte der Posaunenchor die ausgedienten Christbäume.


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