Sersheim (ub) – Die Mitbringsel von Thomas Riedel sind legendär. Mal gab es vom Kämmerer der Gemeinde Sersheim für die Gemeinderäte eine Zitrone, dann ein Häusle, ein Jahr später ein Auto. Gestern Abend brachte Riedel bei der Einbringung des Haushaltsplanentwurfs für 2008 jedem Bürgervertreter einen Pinsel mit. „Wir haben einen Haushalt der Sanierung. Und das ist das Symbol dafür.“
Doch der Etat 2008 mit einem Gesamtvolumen von 12,395 Millionen Euro (9,17 Millionen Verwaltungshaushalt und 3,225 Millionen Euro Vermögensetat) ist nicht nur ein Zahlenwerk für die Erhaltung der geschaffenen Werte, sondern auch ein Haushalt, der ohne Kredite auskommt. Der Schuldenstand zum 31. Dezember 2007: null Euro. Riedel: „Wir haben 2007 und 2008 sogar erstmals Zinseinnahmen“, jubiliert der Kassenwart der Gemeinde Sersheim. 1996 hat Riedel bei der Gemeinde angefangen – „und ich hätte nie gedacht, dass wir einmal schuldenfrei dasitzen“. Dabei sind alle wichtigen Aufgaben geschultert.
Riedel rechnet in diesem Jahr mit einer Nettoinvestitionsrate von 970000 Euro, selbst eine Zuführung an die Rücklage von 500000 Euro ist kalkuliert. Damit liegen rund 6,8 Millionen Euro auf der hohen Kante. Riedel: „Doch dieses Geld brauchen wir auch, da im nächsten Jahr 1,6 Millionen Euro zu entnehmen sind.“ 2007 sei ein überragendes Jahr für die Steuerkraft gewesen, „da müssen wir deshalb zwei Jahre später eine höhere Umlage zurückzahlen“.
Es sind in diesem Jahr viele Sachen, die im Verwaltungshaushalt abgerechnet werden und mit einem Pinsel zu tun haben. 40000 Euro kosten die bereits erledigten Malerarbeiten am Rathaus, 107000 Euro sind für die Sanierungsarbeiten am unteren Dach (über dem Eingangsbereich) der Sport- und Kulturhalle reserviert, 7300 Euro für die Sanierung der Besucher-Toiletten in der Halle. 33000 Euro kostet die vom Gemeinderat beschlossene Anschaffung von 300 Stühlen und 50 Tischen. 40000 Euro sind für die Unterhaltung der Gemeindegebäude bereit gestellt.
Im Vermögensplan sind keine großen Projekte angedacht. Die Erschließung des Neubaugebiets Dammstraße/Brunnenstraße ist das augenscheinlichste Vorhaben. Eine Million Euro sind im Etat für die Erschließung vorgesehen, eine weitere Million für den Kauf von Grundstücken. Durch Grundstückserlöse kommen aber exakt diese zwei Millionen Euro wieder in die Kasse – ein klassische Nullrechnung. Insgesamt erwartet Riedel für dieses Baugebiet Bruttogrundstückserlöse von sieben Millionen Euro für die Gemeinde.
Noch offen ist die Zukunft des Feuerwehrgerätehauses. Bei einer Klausurtagung am 19. und 20. Januar schlüsselt ein Architekt den Gemeinderäten auf, was die Alternativen kosten: entweder Sanierung des bestehenden Gebäudes in der Schlossstraße oder ein Neubau. Im aktuellen Haushalt hat Riedel eine Planungsrate für eine mögliche Sanierung in Höhe von 30000 Euro eingestellt.
10000 Euro ist der Anteil der Gemeinde für ein DFB-Minispielfeld, das zwischen dem See und dem Sportplatz gebaut werden soll. 50000 Euro ist der Eigenanteil der Gemeinde Sersheim für eine Fußgängerbrücke beim Schützenhaus über die Umgehungsstraße. 30000 Euro hat Riedel für den Gehwegbau zwischen der Ludwig- und Industriestraße geplant.
50000 Euro fließen in das Projekt „Neugestaltung Ortsdurchfahrt“. Riedel: „Das ist mal eine erste Planungsrate. Das Ziel ist, die Ortsdurchfahrt mit Grün aufzulockern und schöner zu gestalten.“ 5000 Euro kosten die Webcams, die am Bahnhof und am Sersheimer Markt installiert werden und Bilder für das Internet liefern sollen.
Nach der Einbringung des Haushalts gestern Abend bei der Sitzung des Gemeinderats sind die Generaldebatte und die Verabschiedung am 21. Februar terminiert.
