Dienstag, 22. Mai 2012

Bürgerstiftung in Sachsenheim


Baum, Fiedler und Zimmermann (v.l.) bei der Scheck- und Urkundenüberreichung. Foto: Rücker
Baum, Fiedler und Zimmermann (v.l.) bei der Scheck- und Urkundenüberreichung. Foto: Rücker

Sachsenheim (sr/p) – Die Stadt Sachsenheim kann auf das große Engagement ihrer Bürger bauen: Ob Freibad, Festhalle, Sporthallen, Brunnen, Gebäudebeleuchtungen – die Sachsenheimer stehen parat, packen an und helfen mit. Auch bei der neu gegründeten Bürgerstiftung fand sich bereits eine private Stifterin.
Seit rund zwei Jahren trägt man sich in der Stadtverwaltung Sachsenheim schon mit dem Gedanken, eine gemeinnützige Stiftung zu gründen. Gescheitert, so Bürgermeister Horst Fiedler, sei die Sache bisher am gesetzlich festgelegten Mindestkapital von 50000 Euro. „Wir sind glücklich, jetzt gemeinsam mit der Kreissparkasse Ludwigsburg die ‚Bürgerstiftung für gemeinnützige Zwecke Sachsenheim‘ gründen zu können“, freut sich der Schultes. Möglich wurde dies durch die von der Kreissparkasse ins Leben gerufene Stiftergemeinschaft. Das Geldinstitut selbst lieferte bei dieser Gelegenheit mit einem Anfangskapital von einer Million Euro die erste Stiftung Gesundheit gleich dazu.
„Unter diesem Dach werden auch kleinere Stiftungen zugelassen“, erläutert Dr. Thomas Baum, Pressesprecher der Kreissparkasse. Bei einem Startkapital von 10000 Euro bekommen in der Stiftergemeinschaft auch kleinere Teilstiftungen ohne große bürokratische Hürden eine Chance. In die Sachsenheimer Stiftung brachten die Stadt und die Kreissparkasse jeweils 10000 Euro Kapital ein, es folgt noch die Zustiftung einer Privatperson. „Natürlich hält die Kreissparkasse ihr Versprechen, die ersten zehn Bürger- oder Kommunalstiftungen, die in die Stiftergemeinschaft eingebracht werden, mit einem namhaften Betrag zu unterstützen“, betont Pressesprecher Baum. Sachsenheim habe als erste Kommune das Angebot des Geldinstitutes angenommen.
Die Bürgerstiftung ist eine Möglichkeit, langfristig Kapital aufzubauen, um gemeinnützige Projekte zu unterstützen. Wer seinen finanziellen Nachlass einem guten Zweck zukommen lassen möchte oder unter steuerlich günstigen Rahmenbedingungen spenden will, für den bietet die Bürgerstiftung die ideale Plattform. Möglich sind bei der Stiftergemeinschaft der KSK auch Stiftungen ohne klare Empfänger- oder Zweckbestimmung. In diesem Fall entscheidet ein Kuratorium über die Verwendung der Mittel. Zur Verfügung stehen die Zinsen des eingebrachten Geldes.
Um einen möglichst großen Kreis an potenziellen Zustiftern anzusprechen, soll der Stiftungszweck möglichst weit gefasst werden und umfasst bei der Sachsenheimer Bürgerstiftung die Punkte öffentliches Gesundheitswesen, Umwelt- und Naturschutz, Wissenschaft und Forschung, Erziehung, Wohlfahrtswesen, Tierschutz, Volks- und Berufsbildung, Sport, Kultur, bürgerliches Engagement, Jugendhilfe, Heimatpflege und -kunde, Altenhilfe, Mildtätigkeit und Landschaftspflege.
 „Die Gesellschaft ist im Wandel“, so Bürgermeister Fiedler, „es gibt immer mehr Menschen, die kinderlos sind, gleichzeitig nimmt das bürgerschaftliche Engagement immer weiter zu und die Menschen identifizieren sich wieder mit ihrer Heimatstadt. Viele suchen im Alter nach einer Möglichkeit ihr Vermögen einem für das Gemeinwohl nützlichen Zweck zu stiften.“
Während bisher bei der Stiftungsgründung lange Genehmigungsverfahren und viel bürokratischer Aufwand einzukalkulieren waren, geht es über die Stiftergemeinschaft schnell und bequem. Drei Unterschriften genügen, um den Rest kümmert sich die Kreissparkasse zusammen mit ihrem Partner Deutsche Stiftungstreuhand. Auch die professionelle Vermögensverwaltung übernimmt die Kreissparkasse. Pressesprecher Baum: „Ich freue mich sehr, dass gerade Sachsenheim unser Angebot so schnell aufgegriffen hat, denn die Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse ist traditionell sehr gut. Die 10 000 Euro, die wir ergänzend zu den Zuwendungen der Stadt und einer privaten Stifterin einbringen, sind gut investiert - davon bin ich überzeugt.“


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