Dienstag, 22. Mai 2012

Verein statt Partnerschaftsausschuss


Ein Prosit auf die Partnerschaft mit Castelnovo ne’ Monti im Jahr 2003. Foto: VKZ-Archiv
Ein Prosit auf die Partnerschaft mit Castelnovo ne’ Monti im Jahr 2003. Foto: VKZ-Archiv

Illingen (elf) – Die Gemeinde Illingen steht vor der Gründung eines neuen Vereins. Nachdem die beiden Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses der Gemeinde, Thomas Fink und Peter Pförsich, Ende 2007 von ihren Ämtern zurücktraten, ist der Zusammenschluss ein Auslaufmodell. Im Rahmen einer Gründungsversammlung eines Vereins am 24. Januar sollen dem Partnerschaftsausschuss klare Strukturen gegeben werden.
Zur Geschichte: Nachdem der Illinger Gemeinderat im November 2001 beschloss, eine Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde Castelnovo ne’ Monti einzugehen, bildete sich ein Partnerschaftsausschuss mit Michael Exner als Vorsitzendem. Am 3. Oktober 2003 wurde die Partnerschaft im Rahmen eines Festaktes im italienischen Felina besiegelt. Als Nachfolgerin von Michael Exner übernahm Ingeborg Beller im März 2004 den Vorsitz des Partnerschaftsausschusses, der nach wie vor ein loser Zusammenschluss ohne Rechtskraft war. Zu ihrem Stellvertreter wurde Peter Pförsich gewählt. Nachdem Ingeborg Beller am 9. Mai 2006 ihr Amt zur Verfügung stellte, übernahm Thomas Fink den Vorsitz. Zunächst für ein Jahr gewählt, hängte er noch ein halbes Jahr dran. Ende 2007 trat er ebenso wie Peter Pförsich vom Amt zurück.
Zu diesem Zeitpunkt gab es in Illingen bereits ernsthafte Bestrebungen, eine Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Janossomorja einzugehen. Zwei offizielle Besuche der Illinger bei den Magyaren sowie ein Gegenbesuch nähren auf beiden Seiten die Hoffnung, dass es auch hier zu einer vertraglichen Bindung kommt. Kein Wunder, dass die Gemeindeverwaltung anregte, den Partnerschaftsausschuss auf solide Beine zustellen. Das Modell: ein gemeinsamer Verein als Dachorganisation für die Partnerschaft mit Castelnovo ne’ Monti und die (potenzielle) Partnerschaft mit Janossomorja. Doch mit diesem Konstrukt gehen nicht alle Macher innerhalb des bisherigen Ausschusses konform – so wie der inzwischen zurückgetretene Vorsitzende Thomas Fink. „Mit Ungarn habe ich nichts am Hut“, sagt der Italienfreund. Außerdem sei es für ihn zeitlich nicht machbar, sich weiterhin zu engagieren. Bereits im Mai, als seine Amtszeit eigentlich ablief, habe er angekündigt, den Vorsitz noch bis zur Fiera, die in der italienischen Partnergemeinde im Oktober gefeiert wird, beizubehalten. „Jetzt sollen neue Leute eine Chance bekommen, die sich damit identifizieren können“, sagt Fink.
Auch der stellvertretende Vorsitzende Peter Pförsich – er war vier Jahre im Amt – gab die Verantwortung ab. „Dem Partnerschaftsausschuss fehlen klare Zuständigkeiten und Strukturen“, sagt Pförsich. Auch die Haftungsfrage habe nie geklärt werden können. „Wir bewegten uns immer in einer Grauzone“, so Pförsich. Mit der sich anbahnenden zweiten Partnerschaft „passiert viel mehr“. Deswegen sei es wichtig, neue Strukturen zu schaffen. Pförsich betont: „Ich gehe nicht im Hader.“
Nun lädt die Gemeindeverwaltung zu einer Gründungsversammlung eines Vereins ein, der sich um beide Partnerschaften kümmern soll und eventuell den Namen „Verein für Städtepartnerschaft Illingen“ tragen wird. Eine Einladung der Verwaltungsspitze wird in diesen Tagen an interessierte Bürger verschickt, die sich bislang für eine Partnerschaft in die eine oder andere Richtung stark gemacht haben. Die öffentliche Sitzung findet am Donnerstag (24. Januar) um 19.30 Uhr im neuen Sitzungssaal des Rathauses statt.


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