Hauptversammlung der Vaihinger Feuerwehr
Vaihingen (aa) – „Die Voraussetzungen zum Neubau einer Feuerwache in Vaihingen sind so gut wie noch nie zuvor.“ Oberbürgermeister Gerd Maisch musste bei der 36. Hauptversammlung der Vaihinger Gesamtwehr am Samstagabend nicht um den heißen Brei herumreden. „Nach dem heutigen Stand der finanziellen Entwicklung lässt sich das Projekt realisieren“, machte er den Wehrleuten Hoffnung.
Ganz konkrete Aussagen versprach der OB allerdings erst für die nächste Hauptversammlung in einem Jahr. Jetzt geht es an die Ermittlung des Flächenbedarfs und des Raumprogramms. Im ersten Halbjahr soll die Standortfrage geklärt werden. Vier Millionen Euro sind in der Finanzplanung für das Vorhaben angesetzt. Gerd Maisch konnte die Aussagen ohne schlechtes Gewissen machen, denn der Gemeinderat hat ja in dieser Sache inzwischen Prioritäten gesetzt. Aussagen zum Thema Kommandant machte er nicht. „Ich hoffe, dass die Zukunftsweichen rechtzeitig und richtig gestellt werden“, konnte Stadtbrandmeister Thomas Fais, der noch bis 2011 gewählt ist, nur andeuten.
Allen Wehrleute müsse hoher Respekt gezollt werden, unterstrich der Oberbürgermeister. Ihr Dienst sei oft mit hohen physischen Belastungen verbunden. Dies wurde auch im Rückblick von Stadtbrandmeister Thomas Fais hervorgehoben. Subjektiv gesehen sei 2007 ein vergleichsweise ruhiges Jahr gewesen. „Doch die Erinnerung kann täuschen, wir hatten 50 Prozent mehr Einsätze als 2006.“ (Siehe auch VKZ vom Samstag). Fais ging in Stichworten auf einige besondere Einsätze innerhalb des Stadtgebietes ein (die Berichte der einzelnen Abteilungskommandanten waren im letzten Jahr abgeschafft worden).
Viel mehr Zeit als die Einsätze nehme der Teil der Arbeit ein, den man nach außen hin kaum wahrnehme, meinte Fais, nämlich die Aus- und Fortbildung. 134 Feuerwehrangehörige hätten sich im letzten Jahr fortgebildet: „Das zeugt von einer großen Motivation.“
Bei einem Blick auf die Statistik wunderte sich Fais, „wie wir das alles geschafft haben“. Es gab ja immerhin noch drei Gesamtausschusssitzungen, sechs Kommandantendienstbesprechungen und 72 weitere Termine für den Kommandanten und seine drei Stellvertreter (Thomas Korz, Bernd Schubert und Henrik Bürkert). Und die Arbeit wird nicht weniger. So plant die Abteilung Stadt, wie Vaihingen jetzt offiziell heißt, im kommenden Jahr Veranstaltungen zum 150-jährigen Bestehen.
Motiviert werden die Feuerwehrleute vor allem, wenn es neue Gerätschaften gibt. So erhielt die Enzweihinger Abteilung im letzten Jahr ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (Kosten 320000 Euro), das vor allem auch für technische Hilfeleistungen ausgerüstet ist. Die Enzweihinger Abteilung ist ja an der Bundesstraße 10 stark gefordert. Für Horrheim soll es im laufenden Jahr ein Fahrzeug geben (350000 Euro). Im Visier hat man zudem die Anschaffung eines sogenannten Gerätewagens Transport, der rund 200000 Euro kosten wird. Dass die Wehrleute durchaus auch selbst zupacken können, hat die Abteilung Riet bewiesen, die sich in Eigenleistung einen langgehegten Wunsch erfüllt hat: Um den Umkleidebereich außerhalb der Fahrzeughalle unterbringen zu können und mehr Lagerraum zu erhalten, wurde ein Anbau erstellt. Die Wehrleute um Roland Dieterle arbeiteten dafür rund 1000 Stunden. Fast 10000 Euro beträgt die Summe der Eigenfinanzierung; von der Stadt gab es einen pauschalen Zuschuss von 5000 Euro.
Angepasst wurde im vergangenen Jahr vom Gemeinderat die Entschädigung für Feuerwehrleute. Sie erhalten jetzt pro Einsatzstunde zehn Euro. Neu kalkuliert hat man zudem die Kostenansätze für die Fahrzeuge und das Personal. So werden jetzt für eine Einsatzstunde eines Löschgruppenfahrzeugs 300 Euro verlangt. Pro eingesetztem Feuerwehrangehörigen wird übrigens von der Stadt ein Satz von 35 Euro/Stunde abgerechnet, wobei allerdings über die Hälfte der Einsätze nicht den Verursachern in Rechnung gestellt werden kann, da es sich um sogenannte Pflichteinsätze handelt (Brände, Menschenrettung usw.).
Bei der Jugendfeuerwehr ragte im Jahre 2007 vor allem der Aktionstag heraus. Hier waren rund 1800 Kinder und Jugendliche angeschrieben worden. Rund 40 Kinder zeigten Interesse – und acht Mädchen sowie 19 Jungen absolvierten ein Schnupperhalbjahr bei der Feuerwehr. Laut Jugendleiter Sebastian Eisemann haben alle durchgehalten und erhielten jetzt ihre Aufnahmeanträge für die Jugendwehr. „Das war eine tolle Nachwuchswerbung“, lobte bei der Hauptversammlung Oberbürgermeister Gerd Maisch.
Ehrungen
Vaihingen (aa) – Brandmeister Manfred Gruele (Abteilung Roßwag) wurde bei der Hauptversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Er war 1996 in den Spielmannszug eingetreten. 1974 wurde er aktives Mitglied der Abteilung. Gruele war unter anderem vier Jahre stellvertretender Abteilungskommandant, auch Mitglied im Vaihinger Gesamtausschuss und ist bis heute Mitglied im Abteilungsausschuss. Für 25-jährigen Feuerwehrdienst erhielten sie das Ehrenabzeichen in Silber: Oberbrandmeister Dieter Schütz, Abteilung Stadt; Oberlöschmeister Tino Cafaro, Abteilung Stadt; Oberlöschmeister Günther Schmiedt, Abteilung Gündelbach; Oberlöschmeister Wolfgang Stecher, Abteilung Gündelbach; Oberlöschmeister Wolfgang Stöhrer, Abteilung Gündelbach; Brandmeister Michael Bauer, Abteilung Riet.
Edwin Gayer spielt seit 30 Jahren im Spielmannszug Roßwag (Schlagwerk). Er erhielt die Ehrennadel in Gold. Gaby und Rolf Gayer spielen seit 20 Jahren die Flöte. Für sie gab es die Ehrennadel in Silber. Die Auszeichnungen übergab Kreisstabsführerin Sabine Kauffmann.Abteilungskommandant in Enzweihingen ist weiterhin Henrik Bürkert. Er wurde ohne Gegenstimmen gewählt. Die Auricher Wehr führt wie bisher Roland Köhler; auch er erhielt das einstimmige Vertrauen seiner Abteilung.Befördert wurden im Rahmen der Hauptversammlung: Nicole Fleckenstein (Feuerwehrfrau), Josefine Meder (Feuerwehrfrau), Alexander Schmid (Feuerwehrmann), Niko Kitzberger (Feuerwehrmann), Steffen Hillebrand (Feuerwehrmann), Thomas Häberle (Feuerwehrmann), Christian Grözinger (Feuerwehrmann), Stefan Gayer (Feuerwehrmann), Florian Faigle (Feuerwehrmann), Alexander Fuchs (Oberfeuerwehrmann), Tobias Rau (Oberfeuerwehrmann), Klaus Arnold (Löschmeister), Michael Orawa (Löschmeister), Thomas Grau (Löschmeister), Michael Hoffmann (Löschmeister), Bernd Dürr (Löschmeister), Andreas Knodel (Löschmeister), Daniel Kuhnle (Löschmeister), Rafael Prellezo (Löschmeister), Lars Seemüller (Löschmeister), Bernd Schubert (Hauptbrandmeister), Henrik Bürkert (Hauptbrandmeister), Thomas Korz (Hauptbrandmeister).Der Löschmeister Sebastian Eisemann trat aus beruflichen Gründen und wegen des damit zusammenhängenden Wohnortwechsels vom Amt des Stadtjugendwartes zurück. Die Position hatte er erst im Januar 2007 übernommen. Roland Hirt, der seit langem Stellvertreter des Stadtjugendwartes ist, soll auf Vorschlag des Gesamtausschusses der Nachfolger werden, was die Jugendfeuerwehrhauptversammlung noch bestätigen muss. Dem Gesamtausschuss der Vaihinger Feuerwehr gehören künftig an: Thomas Stricker (Aurich), der auch ab 1. Februar zweiter Gerätewart wird, Lars Seemüller (Ensingen), Armin Ackermann (Enzweihingen), Ulrich Fischer (Gündelbach), Michael Orawa (Horrheim), Eberhard Salzmann (Kleinglattbach), Jochen Feeser (Riet), Ulrich Martinek (Roßwag), Rafael Prellezo und Andreas Rapp (Vaihingen).
