In Vaihingen herrscht fast Vollbeschäftigung
Vaihingen (ev) – Das Jahr 2007 ist zu Ende. Für den Arbeitsmarkt war es ein positives Jahr, denn immer mehr Menschen haben wieder Arbeit. Auch in Vaihingen ist dieser Trend zu spüren. Die Arbeitslosenquote ist auf 2,7 Prozent gesunken, obwohl es im vergangenen Jahr nicht nur gute Nachrichten gegeben hat.
630 Menschen waren im Dezember bei der Geschäftsstelle Vaihingen arbeitslos gemeldet. Das entspricht 2,7 Prozent (Vorjahr 3,6 Prozent). Da kann man fast schon von Vollbeschäftigung sprechen“, frohlockt Erich Jahke, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Ludwigsburg. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es allerdings, im Dezember ist die Arbeitslosigkeit geringfügig angestiegen, und zwar um 1 auf 630. Im Vergleich zum Vorjahr gab es allerdings 200 Arbeitslose weniger. Zudem waren mit 133 Stellenangeboten 20 mehr als im November registriert. Und noch etwas zur Statistik: während sich 214 neu arbeitslos meldeten, haben 215 ihre Arbeitslosigkeit beendet.
Es scheint, dass 2007 ein gutes Jahr für Arbeitssuchende war. Und das obwohl die Insolvenz der Firma Rayer noch vielen Menschen im Gedächtnis sein wird. Im Laufe des vergangenen Jahres entließ die Horrheimer Firma viele Mitarbeiter. Am 31. Januar wird Rayer endgültig stillgelegt. Wird sich das nicht negativ auf die Arbeitslosenzahlen auswirken oder hat es das schon? „Das können wir nicht genau sagen, weil wir nicht messen, wo Arbeitslosigkeit entsteht“, sagt Jahke.
Das bedeutet, dass sich diese Insolvenz auf den ersten Blick nicht auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt hat oder es tun wird. Allerdings kämen wahrscheinlich auch nicht alle Arbeitnehmer der Firma Rayer aus Vaihingen. „Ein Teil der Belegschaft kommt wahrscheinlich auch aus anderen Gebieten im Landkreis oder aus dem benachbartem Kreis Pforzheim, so dass die Insolvenz nicht ins Gewicht fällt“, so Jahke weiter. Die Zahlen werden nämlich nach Wohnort erfasst.
Von der generell aber positiven Situation spricht auch die Zahl der Arbeitslosen, die unter dem Stichwort SBG II aufgeführt werden. Das sind 265. Gemeint sind solche Personen, die hilfsbedürftig sind und Arbeitslosengeld II beziehen, aber eigentlich keinen Anspruch auf Unterstützung haben, weil sie zuvor in keinem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden haben. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Schüler handeln, der keine weiteren Einnahmen oder Vermögen hat und arbeitslos wird. Besonders die Jugendlichen waren 2007 die Gewinner. Im Dezember waren 50 unter 25-Jährige arbeitslos. Das waren 47 weniger als im Vorjahr, als fast 50 Prozent weniger. „Das sind fast Traumwerte“, sagt auch Erich Jahke. Gut sei vor allem auch, dass es sich um ein Kommen und Gehen handle und die jungen Menschen nur kurzfristig ohne Arbeit seien. „Dieser Trend ist aber im ganzen Landkreis zu erkennen“, meint Jahke.
Aber woran liegt’s nun, dass der Arbeitsmarkt in Vaihinger floriert? Im Vergleich mit den Geschäftstellen Bietigheim, Ditzingen oder Ludwigsburg schneidet die Geschäftsstelle Vaihingen mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent am besten ab. Laut Jahke könnte ein Grund sein, dass das Umfeld in Vaihingen noch viel intakter sei. Sozial schwächere Personen würden sich zum Beispiel eher in Ballungsräumen ansiedeln. Und außerdem wären die Bedingungen in Vaihingen optimal: „Die Grundstückpreise und Mieten sind nicht so hoch wie in der Stadt, Vaihingen liegt ruhig, aber die Verkehrsanbindung nach Stuttgart, Ludwigsburg und Pforzheim ist sehr gut.“ Ein weiterer Pluspunkt sei, dass die Region oder Vaihingen nicht von einem Arbeitgeber abhängig sei.