Dienstag, 22. Mai 2012

Musikverein kehrt zu Anfängen zurück




Beim Ensinger Kinderfasching (oberes Bild) tummelten sich viele bunt verkleidete Kinder. In der Horrheimer Mettertalhalle gehörte „Da hat das rote Pferd sich einfach umgekehrt“ zu den beliebtesten Tanzliedern (unteres Bild). Fotos: Küppers
Beim Ensinger Kinderfasching (oberes Bild) tummelten sich viele bunt verkleidete Kinder. In der Horrheimer Mettertalhalle gehörte „Da hat das rote Pferd sich einfach umgekehrt“ zu den beliebtesten Tanzliedern (unteres Bild). Fotos: Küppers

Ensingen/Horrheim (rkü). Faschingsdienstag war gestern der Haupttag des Kinderfaschings in der Region. Die Feiern in Ensingen und Horrheim gehören mittlerweile zu den Traditionsveranstaltungen. Beide gibt es seit mehr als 40 Jahren. Und auf beiden ging es gestern wieder hoch her.

„Da hat das rote Pferd sich einfach umgekehrt“ – den Kindern in der Horrheimer Mettertalhalle reichten ein paar Takte Musik und wenige Worte, schon schlugen sie mit den Händen in die Luft und wedelten mit dem Po, um die im Lied besungenen Fliegen abzuwehren. Ähnlich war das Bild bei „Cowboy und Indianer“. Fast jeder im Saal wusste Bescheid, wann Lassoschwingen angesagt war, und wann es an den Marterpfahl ging. Schwieriger wurde es da für manche Kinder schon beim Ententanz, dem Klassiker früherer Jahre.

Egal wo man sich gestern beim Kinderfasching umschaute, es herrschte gute Stimmung. Auch in Ensingen, wo der Musikverein eingeladen hatte, waren die Laune gut und der Saal voll. Allerdings wurde nicht mehr in der Forchenwaldhalle gefeiert, sondern im Vereinsheim der Kleintierzüchter. Gerd Fink, der Jugendleiter des Musikvereins, erklärte zu den Hintergründen: „Die Halle ist inzwischen einfach zu groß für uns.“ Statt 350 zahlenden Gästen wie in Spitzenjahren wurden gestern noch knapp 200 gezählt – die Kinder verteilen sich auf mehr Veranstaltungen als früher. Das Vereinsheim war aber prall gefüllt. Fink: „Früher waren wir auch schon hier zu Gast, bevor die Forchenwaldhalle gebaut wurde.“

Die meisten Gäste waren mit dem Umzug in das Vereinsheim zufrieden. Einige spielten vor dem Eingang am Bach, die meisten genossen das Unterhaltungsprogramm des ebenfalls bunt verkleideten Animationsteams des Musikvereins. Hoch im Kurs stand beispielsweise die Reise nach Jerusalem. Die Kinder wurden nicht müde, ein ums andere Mal mussten die Stühle wieder hingestellt werden. Auch wenn die Besucherzahl gegenüber früher zurückgegangen war – der Andrang auf die Spielfläche war riesig. Das Mohrenkopfwettessen hatte ebenfalls die gleiche Beliebtheit wie vor Jahrzehnten. Einer der Betreuer brachte es auf den Punkt: „Die meisten Spiele haben wir früher selbst schon gemacht. Aber es sind jedes Jahr neue Kinder da.“ Und die Angebote haben sich bewährt.

In Horrheim schlängelte sich mehrmals eine große Polonaise durch den Saal. Dort war die Mettertalhalle fast voll besetzt. Neben Tanzrunden gab es auch in Horrheim immer wieder Spieleinlagen. Zuständig war das Team des Kinder- und Jugendfreizeitvereins. Die Helferinnen waren nicht zu übersehen, sie präsentierten sich mit knallrotem Haarschopf im Pumuckl-Kostüm. Sogar einen Meister Eder hatten sie dabei. „Dass wir dabei genau den 50. Geburtstag von Pumuckl erwischt haben, war purer Zufall“, gaben die Frauen in den gelben T-Shirts zu. „Das wusste keine von uns. Davon haben wir erst am Montag in der VKZ gelesen, da war schon alles fertig vorbereitet, und auch die Teilnahmezettel für das Pumuckl-Quiz hatten wir längst gedruckt.“ Es waren nicht nur die roten Perücken, die Farbe in die Halle brachten. Girlanden und Leinen mit bunter Wäsche waren kreuz und quer gespannt. Auf der großzügigen Tanzfläche tobten die fantasievoll verkleideten Besucher. Zwischendurch wurde das bunte Treiben kurzzeitig in geordnete Bahnen gelenkt, wenn Spiele wie beispielsweise Sackhüpfen oder Slalomlaufen anstanden. Manchmal wurden hierbei auch die Eltern mit einbezogen. Doch dann herrschte wieder freie Bahn für die Hauptpersonen des Tages – immerhin war Kinderfasching.




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