Dienstag, 22. Mai 2012

Kinder sollen die Helden in sich wecken




Zur Belohnung: Fürs fleißige Mitsingen gibt es beim Kindertag im Gemeinschaftshaus in Mühlhausen Bonbons.
Zur Belohnung: Fürs fleißige Mitsingen gibt es beim Kindertag im Gemeinschaftshaus in Mühlhausen Bonbons.
Bewegen wie der Videospielheld Super Mario: Beim Jungschartag in der Mühlhausener Enztalhalle ist für die Kinder Mitmachen angesagt. Unter anderem mit Spielen soll das Thema des Tages, Helden, vermittelt werden.	Fotos: Rieger
Bewegen wie der Videospielheld Super Mario: Beim Jungschartag in der Mühlhausener Enztalhalle ist für die Kinder Mitmachen angesagt. Unter anderem mit Spielen soll das Thema des Tages, Helden, vermittelt werden. Fotos: Rieger

Mühlhausen (clar). Es soll ein Tag voller Spaß und Action sein, aber auch mit einer Botschaft: Beim Jungschar- und Kindertag der Liebenzeller Gemeinschaft und des EC-Kreisverbandes sind dem Nachwuchs gestern auch der Glaube an Gott
und der Missionarsgedanke nahe gebracht worden.
Superman hängt in der Mühlhausener Enztalhalle an der Wand. Gleich neben Obelix und Batman. Spiderman ist auch nicht weit. Die Plakate der Comic-Figuren sollen die Kinder an diesem Vormittag auf das Thema des Jungschartages einstimmen: Helden. Die Liebenzeller Gemeinschaft und der Kreisverband des Jugendvereins Entschieden für Christus (EC) veranstaltet seit Jahrzehnten diese Alternative zum Fasnet- und Faschingstreiben. Für die rund 100 Mädchen und Jungen zwischen neun und 14 Jahren beim Jungschartag und die knapp 90 Kinder zwischen fünf und acht Jahren beim Kindertag – zeitgleich veranstaltet im Gemeinschaftshaus – soll es dabei auch jede Menge Spaß, Spiel und Action geben. Das berichtet Gemeinschaftspastor Markus Kersten. Darüber hinaus wolle man dem Nachwuchs aber auch den Glauben an Gott und den Missionarsgedanken nahe bringen.
Aus vielen Orten im Bezirk Mühlacker - Mühlhausen des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes sind die Kinder am Vormittag an beide Veranstaltungsorte gekommen. Der Bezirk umfasst das Gebiet zwischen Maulbronn, Mühlacker, Mönsheim, Enzweihingen, Gündelbach und Schützingen. Anfangs noch etwas müde dreinblickend, tauen die zu erweckenden Helden nach einigen Programmpunkten langsam auf. Für den Tag, den rund 40 Helfer vorbereitet haben und betreuen, hat sich eine kleine Band zusammengetan. Mit Schlagzeug, E-Gitarre, Keyboard und vor allem Gesang animieren sie die Jungscharkinder in der Enztalhalle immer wieder zum Mitsingen: bei „Jesus, ich trau Dir alles zu“ zum Beispiel und gleich mehrmals bei „Sei mutig und stark“. Die Lieder stehen wie das Anspiel – es handelt von einem Jungen, der sich selbst nichts zutraut und in der Klasse als Außenseiter gilt – und die Andacht, wie die vielen Spiele, die Gebete im Zeichen von Helden- und Antiheldentum.
Biblische Grundlage ist Pastor Kersten zufolge die Geschichte von Gideon, einem der Richter in Israel aus dem Alten Testment. „Er traut sich nix zu, ist verzweifelt, ein Angsthase und misstraut Gott“, fasst er zusammen. Doch trotz alledem sei der Herr zu ihm gekommen und habe ihn ermutigt: „Du bist mein tapferer Held.“ Gideon vertraute schließlich sich selbst und auch wieder in seinen Glauben. „Man muss kein Superman sein, Gott kann trotzdem etwas mit einem anfangen“, so Kerstens Botschaft.
Dazu passt auch der Vortrag von Debora Jägers am Nachmittag. Die Frau aus der Nähe von Liebenzell ist als Missionarin der Liebenzeller Gemeinschaft im afrikanischen Malawi tätig. Sie berichtet den Jungscharkindern nicht nur Wissenswertes über das Land selbst, sondern auch über die Kindergartenprojekte, die sie dort betreut.
Jägers ist auch beim Kindertag zu Gast, erzählt dort den Kleineren von ihrer Arbeit. Ohnehin ähnelt das Programm dem der Älteren: Auch hier geht es darum, dass jeder stark und mutig sein kann – auch in seinem Glauben. Das Helden-Thema ist der Altersklasse entsprechend aufbereitet worden, sagt Gemeindepastor Andreas Geissinger. So wird den Mädchen und Jungen etwa die Geschichte von Gideon nicht nur erzählt, sondern anhand von Episoden aus dem alltäglichen Leben erklärt – seine Angst zum Beispiel mit der verglichen, die ein kleines Kind schon mal vor einem großen Hund haben kann. „Die Kleinen sind begeistert.“
Sowohl in der Enztalhalle als auch im Gemeinschaftshaus ist nach kurzer Scheu Mitmachen angesagt. Auch die Jüngeren singen und tanzen kräftig mit. Die Größeren in der Halle sind schon beim Einkleiden zweier Mädchen als Heldinnen und erst recht bei Bewegungsübungen nach dem Vorbild von Super Mario voller Eifer dabei.




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