- Die Baulücke der einstigen Jagdabsteige in der Alten Schulstraße soll wieder in ähnlicher Kubatur bebaut werden. Foto: Bögel
Horrheim (ub). Nach Roßwag jetzt Horrheim – für den Vaihinger Stadtteil zwischen Donnersberg, Bartenberg, Eselsberg und Rotenberg ist ein Rahmenplan erstellt worden. Der Entwurf wurde gestern Abend dem Horrheimer Ortschaftsrat vorgestellt, im Oktober sollen die Bürger diskutieren.
Grund für die Rahmenpläne, die derzeit im Stadtgebiet erstellt werden, ist das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Über dieses Programm können verschiedene Maßnahmen wie Gebäudesanierungen und Schaffung von Wohnraum gefördert werden. Für die Aufnahme ist allerdings ein Rahmenplan Voraussetzung.
Um die strukturelle Entwicklung von Horrheim zu steuern, wird in der aktuellen Analyse des Stadtplanungsamtes besonderer Wert auf die Stärkung und den Erhalt des historischen Ortskerns sowie die Umnutzung bestehender Gebäude und die Schließung von Baulücken gelegt.
Aufbauend auf die Bevölkerungsentwicklung – derzeit hat Horrheim 2630 Einwohner – wurde von Julia Scholz, die federführend den Rahmenplan erstellte, der Wohnflächenbedarf ermittelt. Unter Berücksichtigung der zunehmenden Abnahme der Belegungsdichte sowie der Baulücken und Reserveflächen wurde für Horrheim ein Flächenbedarf von 3,4 Hektar für die Eigenentwicklung bis 2020 errechnet. Während die Altersgruppen der 45- bis unter 65-Jährigen und der über 65-Jährigen seit 1990 stetig zunimmt, nehmen die Altersgruppen der 25- bis 45-Jährigen und der Sechs- bis 15-Jährigen seit dem Jahr 2000 ab. In der Prognose übersteigt die Zahl der 45- bis 65-Jährigen und der über 65-Jährigen ab 2010 deutlich die Einwohnerzahl der jüngeren Altersklassen.
Der Entwurf für den Rahmenplan, der keine bindende Wirkung hat, beschäftigt sich in der Hauptsache mit dem Ortskern, wo ein hoher Anteil von sanierungsbedürftigen Gebäuden registriert wird. Nach den Erhebungen des Stadtplanungsamtes weisen 38 Objekte einen sehr hohen Sanierungsbedarf auf beziehungsweise sind baufällig; bei 73 Gebäuden ist der Sanierungsbedarf mittel bis hoch, bei 98 gering. Bei 69 Gebäuden besteht kein Sanierungsbedarf. 33 Gebäude stehen im alten Ortskern unter Denkmalschutz, davon 21 Wohngebäude und zwei Scheunen.
Die Analyse des Rahmenplans für den Ortskern: „Die bauliche Neuentwicklung beschränkt sich auf wenige, behutsame Ergänzungen, mit denen Baulücken geschlossen werden sollen. Eine weitere Verdichtung durch die Umnutzung von Scheunen ist nur in wenigen Einzelfällen zu empfehlen, da die Bevölkerungsdichte im Ortskern sehr hoch ist. Dies resultiert aus der engen Bebauung. Zur Erhöhung der Wohnqualität empfiehlt sich die Sanierung der renovierungsbedürftigen Gebäude. Auch verspricht die Schaffung von kleinen privaten Grünflächen durch Entsiegelung von asphaltierten Flächen oder Neuordnung von Grundstücken ebenfalls eine Erhöhung der Wohnqualität.“ Im Rahmenplanentwurf sind bei öffentlichen Flächen die Aufwertung der Mühltorstraße und die Zugänge zur Metter oder die Aufwertung der Grünfläche in der Stadtmauerstraße genannt.
Im Rahmenplan werden für einige Bereiche im alten Ortskern Nutzungskonzepte vorgeschlagen. So wird in dem Quartier nördlich der alten Kelter in dem Entwurf eine Neuordnung zugunsten eines Grünbereichs rückwärtig der Wohnhäuser angeregt. Die Baulücken und untergenutzten Grundstücke sollen hier zusätzlich eine Wohnbebauung erhalten.
Auch in dem Quartier Grimmengasse/Schwanengasse wird in dem Entwurf eine umfangreiche Neuordnung der Grundstücke vorgeschlagen. Die Scheunen erhalten so die erforderlichen Abstandsflächen, um eine Wohnnutzung zu ermöglichen. Ebenfalls sollen die Gebäude einen Grünbereich erhalten.
Bei der Neuordnung und Nachverdichtung in der Findeisenstraße zählt der Rahmenplan drei Varianten auf: Reihenhäuser mit privaten Garagen, ein Mehrfamilienhaus (sechs Wohneinheiten) mit Tiefgarage oder zwei Mehrfamilienhäuser (jeweils drei Wohneinheiten) mit Garage im Erdgeschoss.
Im Bereich der Unteren Kirchgasse wird lediglich eine geringfügige Neuordnung der Grundstücksgrenzen vorgeschlagen. Die effektivste Aufwertung würde eine Entsiegelung der Hoffläche bringen. Hier würde der entstehende Grünbereich die gesamte Situation auflockern.
Die Baulücke der einstigen Jagdabsteige in der Alten Schulstraße soll wieder in ähnlicher Kubatur bebaut werden. Das Gebäude sollte ebenso dominant den Stadtraum prägen wie sein Vorgänger. Der Hof des gegenüberliegenden Gebäudes Alte Schulstraße 15 wird in diesem Entwurf neu geordnet und durch eine Baumpflanzung begrünt. In der Querstraße entstehen zwei neue öffentliche Parkplätze.