Roßwag (elf) – Auch wenn die Witterung widrig ist und die Kälte die Arbeiten erschwert, wird an der Roßwager Brücke unermüdlich gearbeitet. „Wir haben einen engen Zeitrahmen“, sagt Ursula Oswald vom Geschäftsteil Planung und Bau von Kreisstraßen im Landratsamt Ludwigsburg. Derzeit wird die alte Brücke fein säuberlich zerlegt.
Noch beim Brückenfest vor knapp zwei Wochen, mit dem sich die Roßwager von dem Bauwerk gebührend verabschiedet hatten, überlegte so mancher Passant, wie denn der Abriss vonstatten gehen könnte. Von der Sprengung bis hin zum Bagger, der brachial alles zerstören würde, war da die Rede. Doch nichts von alledem geschieht, wie aufmerksame Beobachter bereits seit vergangenem Donnerstag wissen: Die Brücke wird Stück für Stück mit einem Betonschneider zerlegt. Jedes Teil ist ungefähr zwei Meter lang und hat ein Gewicht von rund drei Tonnen. Anschließend werden die Brückenteile abtransportiert und zu einem Recyclingunternehmen gebracht.
Nach Auskunft von Ursula Oswald wird zuerst der Oberbau der Brücke abmontiert, bevor die darunter liegenden Stahlträger dran sind. Ganz am Ende werden die drei Pfeiler sowie die beiden Widerlager abgebaut. Darunter sind die Verbindungen zwischen Straße und Brücke zu verstehen. Aufgrund der niederen Temperaturen in den vergangenen Tagen sind die Schneidearbeiten kein Vergnügen. Da zum Schneiden Wasser benötigt wird, besteht die ständige Gefahr des Gefrierens. Kein Wunder, dass Ursula Oswald keine verbindliche Aussage darüber treffen kann, wann die Brücke endgültig Vergangenheit sein wird. Ende Februar wurde zwar als Ziel anvisiert, doch „tiefe Temperaturen können die Arbeiten hinausziehen“. Die Fertigstellung der neuen Brücke ist für den 30. Juni angepeilt. Und wenn nichts Gravierendes passiert, wird der Termin auch eingehalten. „Im Großen und Ganzen sind wir im Zeitplan“, sagt Ursula Oswald. Die beauftragten Firmen wüssten, dass der Zeitplan eng ist. Alle würden an einem Strang ziehen.
Parallel zum Abriss auch an der neuen Brücke zu arbeiten, sei im Moment nicht möglich. „Hierfür benötigen wir wärmere Temperaturen“, ist aus dem Landratsamt zu erfahren. Wenn der Winter vorbei ist, wird es bald an die Erdbauarbeiten für die Dammschüttung gehen. Auch die Natursteinarbeiten als Verkleidung für die neuen Widerlager werden im Frühjahr ausgeführt. Und vor dem Straßenbelag muss noch die Isolierung aufgebracht werden.
Für den Autoverkehr bleibt die Brücke bis auf Weiteres gesperrt. Doch auf der rechten Seite in Richtung Aurich können die Fußgänger bereits auf der neuen Brücke gehen. Am Ende hilft eine provisorische Treppe, den Höhenunterschied zum Damm zu bewältigen. „Wir haben versprochen, dass wenigstens die Fußgänger immer auf die andere Seite gehen können“, sagt Ursula Oswald und appelliert weiterhin an das Verständnis der Autofahrer und Landwirte. Die Baumaßnahme sei extra in die Jahreszeit gelegt worden, die für die Landwirtschaft und den Weinbau am verträglichsten sei.
