Illingen (elf) – Nach der Streichung von 6000 Euro Zuschüssen für das Illinger Dorf- und Kelterfest kämpfen die Vereine weiter um den Erhalt der traditionsreichen Veranstaltung. Eine Umfrage ergab, dass gerade noch elf Vereine dazu bereit sind, das Straßenfest im Juni zu beschicken – zu alten Konditionen wohlgemerkt. Diese wird es aber nicht geben. Jetzt soll nach Einsparpotenzialen gesucht werden.
Insgesamt 18 Vereine haben im vergangenen Jahr zum Gelingen des Illinger Dorf- und Kelterfestes beigetragen. Mit der Halbierung des Etats von 12000 auf 6000 Euro wird sich die Umlage für die Vereine künftig deutlich erhöhen. Die Konsequenz: Für viele Vereine lohnt sich der Aufwand für die zweitägige Veranstaltung nicht mehr. In einer Umfrage sollten sich die Vereine jetzt dazu äußern, ob sie unter dieser Voraussetzung künftig am Straßenfest beteiligen wollen oder nicht. Das Ergebnis hat der Arbeitskreis der Illinger und Schützinger Vereine am Montagabend im Rathaus präsentiert.
Demnach hat der Arbeitskreis die Fragebögen an insgesamt 79 Vereine verteilt, von denen, so Sprecher Klaus Kluge, rund 50 als potenzielle Interessenten für das Dorf- und Kelterfest in Frage kommen. Somit sei der Rücklauf von 31 beantworteten Bögen für eine statistische Auswertung ausreichend. Das Ergebnis ist ernüchternd, wie Klaus Kluge feststellte: „Die überwiegende Mehrheit kann künftig nicht mehr am Fest teilnehmen.“ 19 Vereine winkten ab, elf weitere signalisierten ihre Bereitschaft, eine Antwort stand noch aus. Bereits im Vorfeld habe der Skiclub seinen Rücktritt aus personellen Gründen angekündigt. Von den Vereinen, die noch mit im Boot sind, sei unterdessen das klare Signal gekommen, dass die Leistungen der Gemeinde wie bisher erbracht werden müssten. Wenn der Zuschuss seitens der Gemeinde 8000 statt 6000 Euro betragen würde, sei das Fest zu stemmen. „Wie wird es in 2010 und in Zukunft weitergehen? Diese Frage müssen wir beantworten“, sagte Kluge.
„Ich sehe keinen Grund, etwas zu ändern“, stellte sich der ebenfalls eingeladene Bürgermeister Harald Eiberger auf die Hinterbeine und schob den Gemeinderat vor: „Alle Volksvertreter waren dafür, den Zuschuss zu kürzen.“ Die Vereinsvertreter waren sich unterdessen einig, dass ihre Clubs die Mehrkosten nicht stemmen können – pro teilnehmendem Verein immerhin rund 200 Euro. Bei nur elf Mitwirkenden würde das Fest außerdem seinen traditionellen Charakter verlieren. „Das wäre kein Querschnitt der Illinger Vereinslandschaft mehr. Dann können wir aufhören“, sagte Rudolf Krauth vom Partnerschaftsverein. Hauptamtsleiter Sven Holz entgegnete, dass neben diesen Vereinen auch die Kirchen, fünf Gewerbliche sowie das Jugendhaus mitwirken würden.
Edgar Benz, Vorsitzender des KK-Schützenvereins, und Festwirt Ralf Davids vom Chor „Eintracht“ Illingen sprachen sich dafür aus, an den Programmpunkten zu sparen. „Brauchen wir eine Band?“, warf Davids in den Raum. „Wenn wir an Bühne und Band sparen, kann das Auswirkungen auf den Umsatz der Vereine haben“, gab Klaus Kluge zu bedenken. Als weiteren Einsparvorschlag brachte Bürgermeister Eiberger die Reinigung der Toilettenwagen vor, die von den Vereinen selbst, anstatt von einer beauftragten Firma vorgenommen werden könnte. „Damit könnten Sie die Kosten um einen vierstelligen Betrag reduzieren.“ Er stellte außerdem eine Spende über 1000 Euro durch die EnBW in Aussicht, um die er sich bemüht habe.
Ein positives Signal gab es von Ernst Maurer, Ehrenvorsitzender des Angelsportvereins: „Falls es an uns hängt, ob das Dorf- und Kelterfest stattfindet oder nicht, sind wir wieder dabei.“ Letztlich einigten sich die Vorstände der an einer Teilnahme interessierten Vereine darauf, sich direkt nach Fasching zusammenzusetzen, um über Einsparpotenziale und ein neues Konzept für das Straßenfest zu sprechen. Klaus Kluge drückte aufs Tempo: „Wir haben nur noch schlappe viereinhalb Monate Zeit, das Fest auf die Beine zu stellen. Eigentlich müssten wir morgen mit der Planung beginnen.“
Bereits in der letzten Sitzung sahen die Vereinsvorstände die Bewirtung und Durchführung von Veranstaltungen in der Stromberghalle als Alternative an. In der Umfrage zeigten 16 Vereine grundsätzliches Interesse daran. Ganze 14 Vereine würden auch fremde Veranstaltungen bewirten. Ein klares Signal an die Verwaltung, mit der sich der Arbeitskreis der Illinger und Schützinger Vereine jetzt zusammensetzt, um die Rahmenbedingungen abzustecken. Bislang musste bei einer Veranstaltung in der Stromberghalle auf die Bewirtung des Pächters zurückgegriffen werden. Diesem müsste der bestehende Vertrag gekündigt werden. Arbeitskreis-Mitglied Rolf Palmer freute sich: Wenn 14 Vereine die rund zehn pro Jahr in der Halle stattfindenden Veranstaltungen wie beispielsweise den Seniorennachmittag bewirten würden, „sieht das ja gut aus“. Wenn sich die Vereine den Aufwand teilen, sei der Aufwand überschaubar.