Dienstag, 22. Mai 2012

Häufung der Einbrüche




Nach einer Häufung von Einbrüchen spricht die Polizei die Bürger in der Gerok- und Eichendorffstraße in Vaihingen gezielt an. Oberkommissar Michael Peschke verteilt an Verena Herget Infobroschüren. Foto: Bögel
Nach einer Häufung von Einbrüchen spricht die Polizei die Bürger in der Gerok- und Eichendorffstraße in Vaihingen gezielt an. Oberkommissar Michael Peschke verteilt an Verena Herget Infobroschüren. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Es ist ein Gebiet, in dem Einbrecher dicke Beute wittern. Und auch bei den Bewohnern greift die Angst um sich. Eine ältere Dame wollte jetzt schon nicht mehr alleine in ihrem Haus bleiben und suchte Unterschlupf bei den Nachbarn. Im Bereich der Gerok- und Eichendorffstraße in Vaihingen häufen sich derzeit die Einbrüche.
 Für die Polizei sind die Taten noch nicht überdurchschnittlich in der Häufigkeit. Es ist mittlerweile Usus, dass mit zunehmender Dunkelheit ab November die Zahl der Tageswohnungseinbrüche (Einbrüche bis 21 Uhr) zunimmt. „Mit Einbruch der Dunkelheit kommen die Täter“ wissen die Fahnder aus Erfahrung.
Aber was seit Wochen im nordöstlichen Stadtrand von Vaihingen, passiert, lassen die Alarmglocken schrillen. „Die Einbruchsserie ist natürlich auffällig und wir kümmern uns intensiv“, sagt Andreas Gruber, Leiter des Ermittlungsdienstes beim Polizeirevier Vaihingen. Speziell an die Bürger in der Gerok- und Eichendorffstraße wurden und werden Broschüren und ein Infobrief verteilt sowie die Leute gezielt angesprochen. Gruber: „Eine Aktion, die wir aufgrund der Häufung der Einbrüche gestartet haben.“ Neben diesen Präventionsmaßnahmen verfolgt die Polizei weitere „Ermittlungstätigkeiten“, die aber nicht öffentlich publik gemacht werden sollen.
Der letzte Vorfall in der Eichendorffstraße liegt nur wenige Tage zurück. Am Sonntag zwischen 16.30 und 20.15 Uhr machte sich ein Unbekannter in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses zu schaffen. Mit einem Trennschleifer hatte der Einbrecher versucht, einen Wandtresor aufzuzschleifen. Gruber: „Eine Flex wurde bisher noch in keinem Einbruch eingesetzt.“ Ein Hausbewohner hatte die Geräusche am Sonntag gehört und an der Wohnungstüre geklingelt. Dadurch wurde der Einbrecher gestört und flüchtete. Die Beute: 300 Euro – der Schaden: 500 Euro. Bei einem anderen Einbruch in der Kernstadt von Vaihingen – seit Ende November zählte die Polizei allein im Stadtgebiet von Vaihingen zehn Einbrüche – addierte sich die Beute auf 70000 Euro.
Mit dem Infobrief an die Bürger in der Gerokstraße und Umgebung will das Polizeirevier Vaihingen weitere Einbrüche verhindern. Dabei setzten die Ordnungshüter auf die Unterstützung der Nachbarn. „Rufen Sie sofort unter Notruf 110 oder 07042/9410 an, wenn Sie verdächtige Wahrnehmungen machen. Notieren Sie sich Kennzeichen oder Beschreibungen verdächtiger Autos oder Personen“, heißt es in dem Schreiben.
Gestern übergab beispielsweise Oberkommissar Michael Peschke an Verena Herget in der Gerokstraße die Hilfsanforderung der Polizei. Und die Vaihingern ist mittlerweile sensibilisiert: „Wir achten jetzt verstärkt darauf, was in unserer Straße passiert und schreiben uns auch die Kennzeichen auf.“
Im Polizeirevier in Vaihingen hofft man auf Hinweise, denn über die Täter liegen aktuell noch keine Erkenntnisse vor. Hauptkommissar Andreas Gruber: „Wir können noch nicht sagen, ob es sich um eine Gruppe oder Einzeltäter handelt.“ Neben der Kernstadt sind auch Häuser in Kleinglattbach und Aurich in den letzten zwei Monaten von Einbrechern heim gesucht worden.
Die Polizei setzt
auf Nachbarschaftshilfe
Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden bedeutet für jeden Betroffenen einen großen Schock. Die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch psychische Folgen wiegen dabei meist sogar stärker als der rein materielle Schaden. Zugleich unterschätzen viele Bürger das Risiko, selbst Opfer eines Einbruchs zu werden. Dabei, so eine Infobroschüre der Polizei, sei es ein Trugschluss zu glauben, dass Einbrecher nur nachts kommen. „Sie kommen meist tagsüber, wenn üblicherweise niemand zu Hause ist.“ Bei der Aufklärung der Einbrüche im Vaihinger Stadtgebiet setzt die Polizei auf Nachbarschaftshilfe. „Nachbarn können sich beim Schutz vor Kriminalität gegenseitig helfen. Ganz einfach schon durch eine höhere Aufmerksamkeit für alles, was im Haus oder im Wohngebiet passiert. Dabei geht es nicht um Schnüffeln oder Spionieren, sondern um die Mitverantwortung für das Wohl der Nachbarn. Die Polizei kann nicht überall sein, aber ein Nachbar ist meistens in der Nähe“, heißt es in der Broschüre.




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