Dienstag, 22. Mai 2012

tesa-Logistik in Vaihingen




Vom „Perfekten Standort“ aus soll ab Sommer das Europageschäft von tesa abgewickelt werden. Foto: Bögel
Vom „Perfekten Standort“ aus soll ab Sommer das Europageschäft von tesa abgewickelt werden. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Der „Logistikpark“ der Greenfield development GmbH im Gewerbegebiet „Perfekter Standort“ auf Gemarkung Ensingen ist ausgebucht: In den noch leer stehenden Hallen wird ab Sommer das Europageschäft von der Firma tesa (Klebebänder) abgewickelt.
Greenfield hat auf dem 8,1 Hektar großen Grundstück auf 45000 Quadratmetern Logistik- und Serviceflächen geschaffen. Entstanden sind zwischen Kleinglattbach und Illingen zwei Hallenkomplexe – jeder Baukörper hat eine Gesamtlänge von 254 Metern. In den Hallen ein bis drei herrscht bereits seit 2008 Hochbetrieb: Die Firma DSV betreibt von hier aus für die süddeutschen dm-Märkte die Logistik. Die nördlichen Hallen 4 bis 6 standen bisher noch leer.
Nach Angaben des Vaihinger Oberbürgermeisters Gerd Maisch sind diese Hallen jetzt vermietet, ab Sommer laufe der Vollbetrieb. Mieter ist das Logistikunternehmen Dachser, das von Kornwestheim nach Vaihingen umsiedelt. Entstehen sollen 100 Arbeitsplätze, 20 davon wechseln von Kornwestheim zum „Perfekten Standort“. Der Logistikdienstleister Dachser erwirtschaftet weltweit mit 18100 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 3,6 Milliarden Euro. Waren umgeschlagen werden an 305 Standorten, weltweit sind es 43,3 Millionen Sendungen pro Jahr.
Dachser wird das Logistikgeschäft der tesa GmbH übernehmen, das seither selbst von der Beiersdorf-Tochtergesellschaft betrieben wurde. Bekannt ist tesa durch den tesafilm. Diese Entstehung ist allerdings laut Firmenangaben einem gründlichen Misserfolg zu verdanken. Als Ende des 19. Jahrhunderts der Apotheker Dr. Oscar Troplowitz das Labor seines Kollegen Beiersdorf übernahm, arbeitete er an einem Wundpflaster, das sowohl fest kleben als auch hautverträglich sein sollte. Das Ergebnis seiner Erfindung war eine Klebmasse, die zwar hervorragend haftete, aber die Haut reizte und zur Wundversorgung daher nicht geeignet war. Aus der Not machte Troplowitz eine Tugend und führte das Produkt unter dem Namen „Citoplast“ als erstes technisches Klebeband auf dem deutschen Markt ein – zum Flicken beschädigter Fahrradschläuche.
Das Band war der Vorläufer des Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilms – des späteren tesafilms. Der Name tesa geht auf die Sekretärin Elsa Tesmer zurück, die von April 1903 bis Ende Oktober 1908 als Kontoristin und Leiterin der Schreibstube für die Firma Beiersdorf in Hamburg tätig war. Aus den zwei Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens und den zwei letzten Buchstaben ihres Vornamens setzte sie den Begriff zusammen.




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