Vaihingen (aa). Die Schulleiter schieben Frust. Zur Planung des ersten Werkrealschuljahres fehlen ihnen die Grundlagen, sprich die Genehmigung der verschiedenen Modelle. Das Problem liegt beim Regierungspräsidium (RP). Dort kommt man offensichtlich mit der Bearbeitung der Antragsflut nicht nach.
„Irgendwann sollten wir wissen, was Sache ist.“ So oder ähnlich klingt es, wenn man die Rektoren nach den Vorbereitungen für das Schuljahr 2010/2011 befragt. „Wir können nicht planen“, sagt zum Beispiel Thomas Schmolck, Konrektor der Kleinglattbacher Bartenbergschule, die nach dem Willen des Gemeinderates künftig nach dem sogenannten vertikalen Modell zusammen mit der Vaihinger Schlossbergschule geführt wird (das bedeutet, dass die Schüler der Klassen 5 bis 7 jeweils in Kleinglattbach und in Vaihingen unterrichtet werden, die Klassen 8 bis 10 gemeinsam und parallel in Vaihingen zur Schule gehen). „Es ist leider so“, bestätigt Kathrin Lang, Rektorin der Vaihinger Schlossbergschule, „wir sitzen mit gespitzten Stiften da und warten auf unsere Genehmigung, die eigentlich Ende Januar vorliegen sollte.“ Heinz Albrecht, Rektor der Enzweihinger Grund- und Hauptschule, geht es kein Haar besser. In Enzweihingen wird bekanntlich mit der Schillerschule Hochdorf kooperiert.
Auch in Sersheim ist noch nicht heraus, ob das Modell mit Sachsenheim zum Zuge kommen wird. Konrektor Kurt Willaredt: „Vielleicht liegt die Genehmigung im Rathaus, fragen Sie dort mal.“ Doch da liegt sie nicht, lässt Bürgermeister Jürgen Scholz ausrichten und verweist auf das Rathaus Sachsenheim. Aber auch der für Schulangelegenheiten zuständige Mitarbeiter Bernd Bayer hat die Genehmigung noch nicht auf dem Tisch. „Wir sind gespannt wie ein Flitzebogen“, sagt Bayer. Doch Sachsenheim habe ja auch einen außergewöhnlichen zweistufigen Antrag gestellt. Man wolle für die Hohenhaslacher Kirbachschule den Status quo erhalten, die Burgfeldschule Großsachsenheim mit der Hofäckerschule Sersheim zur Werkrealschule machen. Bayer wundert sich, dass zum Beispiel Bönnigheim, Bietigheim-Bissingen oder Ludwigsburg ihre Genehmigungen schon längst haben: „Vielleicht geht man im RP nach dem Alphabet vor...“
Der Verdacht könnte sich durchaus aufdrängen, wenn man sich bewusst macht, dass für Vaihingen noch keine Aussagen vorliegen. Doch David Bösinger, Pressesprecher des Stuttgarter Regierungspräsidiums, wehrt ab. „Wir haben insgesamt 220 Anträge zu bearbeiten; die zuständige Abteilung ist mit Hochdruck dran, da gab es keinen Weihnachts- und Neujahrsurlaub.“ Abgabefrist war der 15. Dezember; beim RP hatte man sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis Ende Januar alle Anträge geprüft und beschieden zu haben. „Wir brauchen aber noch etwas Zeit“, gibt Bösinger zu – bis Mitte Februar. Wie es um den Vaihinger Antrag steht, will er nicht rauslassen: „Es ist alles möglich“, sagt er vieldeutig. Doch man müsse sich keine große Sorgen machen; es habe nichts zu bedeuten, wenn die Genehmigung noch nicht vorliege. Obwohl, vertikal könne dann eher ein Problemfall sein, hängt er an: „Aber Panikmache ist nicht angesagt.“
Bei der Stadt Vaihingen hat indessen der scheidende Kämmerer Jürgen Liegmann, in dessen Hoheitsbereich die Abteilung Bildung und Erziehung fällt, keinen Zweifel, dass die Anträge aus Vaihingen beim RP durchgehen. Doch das Gefühl des Kämmerers hilft den Schulleitern nicht viel weiter: Sie sollten vor allem irgendwann auch den Eltern etwas sagen können, denn für die Viertklässler stehen jetzt die Übergangsentscheidungen an. Die Informationsveranstaltungen wären eigentlich schon im Herbst fällig gewesen. In Vaihingen und Kleinglattbach hat man den 9. Februar dafür vorgesehen, in Sersheim ist es der 11. Februar, in Enzweihingen lässt man sich noch bis 25. Februar Zeit.
Nach Lage der Dinge ist dieser späte Termin unter Umständen der sinnvollste. „Wir müssen dem Kultusministerium bis 15. Februar eine Liste vorlegen“, lässt der RP-Pressesprecher noch raus. Es ist davon auszugehen, dass die vollständig sein muss.
