Riet (ub). Krumme Touren gibt es mit den Köbeles nicht. „Wir kommen und kontrollieren“, sagen die Eheleute aus Riet. Am 22. Februar startet das Flugzeug wieder in Richtung Uganda und Burundi. Für die beiden ostafrikanischen Länder sammeln die Köbeles Geld, unterhalten Schulpatenschaften, unterstützen Projekte. „Das ist uns ein Allein im letzten Jahr gingen auf das Spendenkonto von Felicitas und Gerhard Köbele rund 15000 Euro ein. Damit wird das Schulgeld für Waisenkinder (60 Euro im Jahr) bezahlt, der Bau einer Schule unterstützt, die Einrichtung einer Nähschule und einer Fahrradwerkstatt finanziert. Vertrauensleute vor Ort sorgen für die korrekte Verteilung der Gelder, einmal im Jahr sind die beiden 67-Jährigen selbst vor Ort und haben ein Auge auf die Projekte, überprüfen, ob die Kinder tatsächlich auch zur Schule gehen. Das Ziel ist, möglichst viele Paten für den Schulbesuch der Waisen zu finden. Darüber hinaus wird auch Geld gesammelt, das für besondere Notfälle oder für kleine Vorhaben verwendet wird.
Mittlerweile haben die Köbeles – „wir sind ein Zwei-Mann-Betrieb“ – 87 Waisenkinder in Uganda und 158 Waisenkinder in Burundi, die unterstützt werden. Zwar können jetzt schon Spendenbescheinigungen ausgestellt werden, aber die Rieter, die mit dem „Hilfswerk des guten Samariters“ zusammenarbeiten, überlegen, ob sie nicht einen Verein gründen sollen. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir uns einmal so sozial engagieren. Aber es hat sich so ergeben.“
Durch einen beruflichen Einsatz von Gerhard Köbele im Januar 2008 – der Rieter Bauingenieur sollte für die Adventisten den Bau einer Schule in Uganda koordinieren – kam das Ehepaar mit der Tragödie der Kinder in Berührung. Der grausame Bürgerkrieg zwischen Hutus und Tutsis hat über Jahre hinweg Millionen Menschenleben gefordert, dabei wurden sogar Kinder zu Soldaten ausgebildet. Zurück blieben Kriegswaisen oder Kinder, deren Eltern an Krankheiten gestorben sind. Wenige von ihnen hatten die Chance, auf eine Schule zu gehen
Mit der Hilfsaktion von Gerhard und Felicitas Köbele, der Suche nach Patenschaften für die Schulausbildung, haben die Kinder, die durch ihre Vergangenheit mehr oder weniger traumatisiert sind, nun eine Chance, als Voraussetzung für eine spätere Berufsausbildung Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.
„Die Ugander sind froh, dass es Leute gibt, die sich engagieren“, weiß Felicitas Köbele, eine gelernte Krankenschwester. Bei ihren Besuchen wird klar, „dass wir uns hier im tiefsten Afrika befinden“. Wegen der Sicherheit sind die Köbeles mit dem Bus unterwegs – für die Strecke von der Hauptstadt Kampala bis ins 280 Kilometer entfernte Apac braucht der Bus acht Stunden. In Gitega in Burundi wurde sogar ein Schuss auf das Auto der beiden Deutschen abgegeben. Trotzdem ist das Urteil der Beiden eindeutig: „Das sind liebe Menschen hier. Und die Dankbarkeit ist nicht geheuchelt.“
Auf Listen, die per Mail nach Riet geschickt werden, ist akkurat vermerkt, wer von den Kindern wieviel bekommen hat. Der Schulleiter zeichnet ab, dass beispielsweise das Schulgeld eingegangen ist. Köbele: „Die Kinder als unterstes Glied in der Kette merken, dass sie etwas Wertvolles sind und sich jemand in Deutschland für sie einsetzt, für sie spendet.“
Mit der Hilfe für Uganda und Burundi haben die Köbeles eine Aufgabe gefunden, „die Freude macht“. „Wir sehen bei unseren Besuchen glückliche und dankbare Gesichter“, erzählen sie. Dabei wollen sich die Rieter nicht in den Vorgergrund schieben. „Wir wollen uns nicht wichtig machen, denn alles Arrogante ist verkehrt.“
Bei den Besuchen in Ostafrika – die fünfwöchigen Visiten werden selbst finanziert – übernachten die Köbeles nicht in Hotels, sondern in einfachen Gästehäusern. Getragen von der christlichen Nächstenliebe versuchen sie, kontinuierlich zu helfen. 150 Spender sind mittlerweile schon in der Datei.
Und neue Spender sind gerne willkommen. „Wenn wir aus Uganda und Burundi zurück sind, haben wir wahrscheinlich wieder mehr Waisenkinder, die zu versorgen sind“, sagt Felicitas Köbele. Gerhard Köbele: „Reisen war schon immer unser Ding, dass es uns aber nach Afrika verschlägt, hätten wir nicht gedacht.“
Kontakt zu Felicitas und Gerhard Köbele über E-Mail: feli-hilfe@web.de – Spendenkonto bei der Sparda-Bank Stuttgart, Konto 558418, BLZ 60090800.
