Vaihingen (elf). Insgesamt 37 Betriebe aus Vaihingen und Umgebung stellten am Samstag in der Stadthalle ihr Ausbildungsangebot vor – das war Rekord. Rekordverdächtig war auch das Interesse der Jugendlichen, die sich mit Informationen über die verschiedenen Berufsbilder informierten und viele Adressen und Eindrücke mit nach Hause nehmen konnten.
Die sechste Ausbildungsmesse war gerade mal eine Stunde alt, das hatte Hans-Joachim Heinze vom Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit Ludwigsburg bereits genug gesehen und machte sich auf die Heimreise. „Toll, die Betriebe bilden auch in der Wirtschaftskrise aus. Ich habe acht Stellen von den Betrieben gemeldet bekommen, um sie in der Agentur ausschreiben zu lassen.“ Allerdings sei es gut möglich, dass er bereits am heutigen Montag die Meldung bekommen würde, dass aufgrund der Messe für alle Lehrstellen genügend Bewerber da sind. Dies zeige zumindest die Erfahrung der vergangenen fünf Jahre, in denen die Messe in Vaihingen stattfand. Besonders beliebt bei den Jugendlichen sei die Ausbildung zum Mechatroniker und zum Industriekaufmann. „Für diese Stellen melden sich unzählige Leute“, sagte Heinze. Eher weiter unten in der Beliebtheitsskala der jungen Leute sind Berufe wie Oberflächenbeschichter oder Bäcker. Dafür gibt es in diesen Berufen auch größere Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
Die Vielfalt der angebotenen Lehrstellen- und Ausbildungsangeboten war immens. Egal, ob Zerspanungsmechaniker, Heilerziehungspfleger, Fachangestellter für Bäderbetriebe oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik – die Möglichkeiten für junge Leute, einen spannenden Beruf zu ergreifen, sind nach wie vor gegeben. Doch wer einen Ausbildungsjob haben will, muss schnell sein. So hat die Stadt Vaihingen beispielsweise, die derzeit zehn junge Menschen ausbildet, ihre neuen Auszubildenden für 2010 schon akquiriert. Und was die Ausbildungsmesse einmal mehr ans Tageslicht förderte: Wer gute Noten in der Schule hat, ist meistens im Vorteil. Am Stand der Bundespolizei war zum Beispiel zu erfahren, dass ein Hauptschüler mit einem Notendurchschnitt von unter 2,33 keine Chance hat, dort Polizist zu werden. Ein Zweier in Deutsch und Sport ist ebenso Voraussetzung.
Veranstalter der Ausbildungsmesse waren die Stadt Vaihingen, die Agentur für Arbeit, die Lokale Agenda 21 sowie die Vaihinger Schulen. „Die Ausbildungsmesse erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit“, stellte Oberbürgermeister Gerd Maisch fest. Mit ihrem gewaltigen Spektrum an Berufen würden die teilnehmenden Betriebe den Schülern eine hervorragende Gelegenheit bieten, sich mit der Berufswelt vertraut zu machen. Der OB bezeichnete es als vernünftig, dass die Aussteller auch in der Wirtschaftskrise auf Ausbildung setzen. „Die Betriebe wissen, dass sie nur mit qualifiziertem Personal bestehen können“, sagte das Stadtoberhaupt. Es sei auch gut, dass die Betriebe in der Messe der jungen Generation zeigen, „dass eine gute Ausbildung die Grundlage ist, in der Arbeitswelt bestehen zu können“. Mit der Ausbildungsmesse bekämen die Jugendlichen eine gute Hilfestellung in der Beantwortung der Frage, welches Angebot das richtige für sie ist.
