Donnerstag, 09. Februar 2012

Vorrang für Atemschutzstrecke




Um für solche Einsätze gewappnet zu sein, benötigt die Vaihinger Feuerwehr eine Atemschutz-Übungsstrecke. Foto: VKZ-Archiv
Um für solche Einsätze gewappnet zu sein, benötigt die Vaihinger Feuerwehr eine Atemschutz-Übungsstrecke. Foto: VKZ-Archiv

Vaihingen (elf) – Ein Schlauchtrockenturm, eine Atemschutz-Werkstatt samt Atemschutz-Übungsstrecke sowie eine Wohnung – die Wünsche der Freiwilligen Feuerwehr Vaihingen für die Ausstattung der neuen Feuerwache im Gebiet Fuchsloch sind vielfältiger als die Stadt Vaihingen bezahlen kann. Am Montag hat der Stadtteilausschuss über ein abgemagertes Raumprogramm zu beraten.
Die Gesamtkosten der neuen Feuerwache werden mit rund fünf Millionen Euro veranschlagt. Allein für die Planungen (Gebäudeplanung, Tragwerksplanung, Wassertechnik, Wärmeversorgung, Elektrotechnik, Feuerwehr- und sonstige Technik, Freianlagen und thermische Bauphysik) fallen rund 468000 Euro an. Kein Wunder, dass die Stadt die Kosten insgesamt so gering wie möglich halten will.
Folglich können nicht alle Wünsche berücksichtigt werden, die die Verantwortlichen der Feuerwehr gerne erfüllt sähen. So standen der Neubau eines Schlauchtrockenturms mit Schlauchpflegeeinrichtung, eine Atemschutz-Werkstatt, eine Atemschutz-Übungsstrecke sowie ein Fitnessraum auf der Wunschliste der Floriansjünger. Zusätzliche Einrichtungen, die Mehrkosten von rund einer Million Euro verursacht hätten.
Einer Atemschutz-Übungsstrecke räumt die Feuerwehr Vorrang ein, da sie derzeit die Anlage in Ludwigsburg nutzt. Das Problem: Die Ludwigsburger Strecke muss bis zu ein Jahr im Voraus reserviert werden. Dies wirkt einer Flexibilität in der Termingestaltung entgegen. Die Anlage im Vaihinger Feuerwehrhaus könnte so gestaltet werden, dass dort auch Konditionseinheiten abgehalten werden könnten. Die zusätzlichen Kosten von rund 360000 Euro hält die Verwaltung für sinnvoll.
Den Neubau einer Atemschutzwerkstatt sowie von Einrichtungen für die Schlauchpflege erachtet die Verwaltung als wirtschaftlich nicht darstellbar, zumal in diesem Bereich auch mit Folgekosten für Personal zu rechnen sei. Es sei für die Feuerwehr zumutbar, diese Einrichtungen in Mühlacker zu nutzen. Bezüglich der Schlauchpflege schlägt die Stadt vor, die preislichen Entwicklungen zu beobachten.
Auch dem Einbau einer Wohnung in die Feuerwache erteilt die Stadtverwaltung eine Absage. Es hätte zwar Vorteile, wenn der Mieter Mitglied der Feuerwehr wäre und Hausmeisterdienste übernehmen würde. Doch für den Mieter seien Belastungen durch den Feuerwehrbetrieb zu erwarten, weswegen die Verwaltung die Vermietbarkeit infrage stellt. Die Erfahrungen mit Dienstwohnungen in städtischen Gebäuden seien ohnehin überwiegend negativ. Die Verwaltung sieht keinen Nutzen, der den zusätzlichen Kostenaufwand rechtfertigen würde.
Bereits im Januar wurde ein Zuschussantrag in Höhe von rund einer halben Million Euro eingereicht. Wird dieser bewilligt – wovon die Stadt ausgeht – muss spätestens Mitte 2010 mit dem Bau begonnen werden. Da damit der Zeitrahmen so eng ist, dass ein Wettbewerb für die Planung der Feuerwache nicht durchgeführt werden kann, schlägt die Verwaltung eine Direktvergabe des Auftrags für die Gebäudeplanung und Durchführung des Neubaus der Feuerwache an das Planungsbüro kplan AG in Siegen vor. Um die Wassertechnik, die Wärmeversorgung, die Elektrotechnik, die Feuerwehr- und sonstige Technik sowie die Freianlagen soll sich nach dem Verwaltungsvorschlag die Firma ingplan in Abensberg kümmern. Diese Büros hätte die erforderliche Erfahrung, da sie einen Großteil der Feuerwachen in Deutschland planen und bauen.
Auch der Neubau des Baubetriebshofs soll zügig vorangetrieben werden, wobei hier die Zeit nicht allzu sehr drängt. Daher ist vorstellbar, dass sich mehrere Büros um die Planungen kümmern. Der Bauablauf soll derart gestaltet werden, dass der Neubau des Baubetriebshofs peu à peu stattfindet und somit unabhängig vom Baufortschritt der Feuerwache und des Technischen Rathaus wäre.
Von wegen Technisches Rathaus: Derzeit werden Grundstücksverhandlungen mit den jeweiligen Eigentümern im vorgesehenen Bereich beim Adlerplatz geführt. „Die Thematik erweist sich als sehr komplex“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Für ein Technisches Rathaus in der Innenstadt seien die gestalterischen Aspekte von herausragender Bedeutung, weswegen die Stadtverwaltung anregt, hier einen Wettbewerb auszuschreiben. Am Montag (2. März, 18 Uhr) wird der Stadtteilausschuss beraten.




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