Aurich (sr) – Der Schönblickweg in Aurich macht seit kurzem seinem Namen wieder alle Ehre. Mitarbeiter des Vaihinger Bauhofs haben an Aussichtspunkten des „Hochweges“ den Bewuchs gelichtet. In der Alten Vaihinger Steige wurde die alte Abstützung ersetzt. Dort wirkt seit neuestem eine Trockenmauer als Blickfang.
Wer am Auricher Feuerwehrhaus steht und seinen Blick Richtung Vaihingen schweifen lassen möchte, dem steht der Bergle-Hang im Weg. Rund 30 Meter wölbt er sich steil zum Schönblickweg empor. Größtenteils dicht bewachsen zeigt sich das Biotop, das früher zu den zahlreichen Weinbergen Aurichs gehörte. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts standen in Aurich zirka 25 Hektar in Ertrag, lässt der Auricher Bildband zur Ortsgeschichte wissen.
Nun trennt das grüne Band des Bergle-Hangs den Ort auf langer Strecke. Früher konnten sich die Dorfbewohner auf kleinen Fußwegen einen Weg von der Tal- in die Höhenlage bahnen. Doch schon lange sind die Stäffele von den Pflanzen, die den Weinreben folgten, verschluckt. „Es fehlt ein Zugang zum Bergle-Hang und vor allem eine Durchwegung zur Verbindung des obenliegende Wohngebietes mit dem Altort“, wird im Rahmenplan Aurich 2007 moniert.
Der Hang habe sich einerseits zu einem wertvollen Biotop (Trockenmauern, Gehölz) entwickelt, andererseits sei er Teil der Geschichte und der Identität Aurichs als Weinbaugemeinde. Eine Wiederherrichtung einiger Durchwegungen und die Einrichtung von Sitzgelegenheiten, insbesondere an den Aussichtspunkten am Schönblickweg, wird im Rahmenplan angeregt. Dies findet auch die Unterstützung des Auricher Ortschaftsrats, der sich mit einer entsprechenden Anfrage an die Stadtverwaltung wandte. Von Mitarbeitern des Bauhofs wurden nun „die drei Aussichtspunkte am Schönblickweg freigeschnitten“, so Ernst Loos, Amtsleiter vom Stadtplanungsamt. Im Weiteren soll überprüft werden, wie sich der Zustand des Hangs darstellt. Von Interesse sei dabei unter anderem der Zustand der alten Weinbergmauern, deren „Wiedererrichtung ein immenser Kostenfaktor wäre“, so Loos.
Durch das Freischneiden der Aussichtspunkte seien die Biotopeigenschaften des Bergle-Hangs nicht beeinträchtigt. Vielmehr müsse sogar gerodet werden, wenn man die ursprüngliche Eigenschaft wiederherstellen möchte, sagt Loos. Durch die Verbuschung gehe das typische Trockenmauerklima verloren, stellt hierzu auch der Rahmenplan fest.
Bei den Arbeiten im steilen Hangen stießen die Bauhof-Mitarbeiter auf Garten- und Heckenschnitt sowie Bauschutt. „Vorsichtig ausgedrückt eine unschöne Sache“, kommentiert Loos.
Neuerungen auch in der Alten Vaihinger Steige. Hier wurde in den letzten Monaten eine klassische Trockenmauer errichtet. Hartmut Helber, Amtsleiter Tiefbauamt: „Der Ortschaftsrat von Aurich wollte diese alten Schaltafeln nicht mehr sehen.“ 16000 Euro habe die Stadt daraufhin für die Mauerabstützung in den Haushaltsplan eingestellt. Große Quadersteine aus Muschelkalk fügen sich nun zur neuen Trockenmauer an der alten Steige.
