Dienstag, 22. Mai 2012

Geschichtsstunde am FAG




Die Rede von Schulleiter Sinnl wird gestört. Foto: Bögel
Die Rede von Schulleiter Sinnl wird gestört. Foto: Bögel

Vaihingen (ub) – Ein Motorrad fährt ins Schulgebäude, Benzingestank im Foyer, die Rede des Schulleiters wird gestört, mit dem Einsatz der Polizei wird gedroht. Die 60er-Jahre-Party am Freitagabend im Friedrich-Abel-Gymnasium in Vaihingen hatte schon ihre besonderen Akzente.
Das Projekt war auch der Schulbeitrag zu „60 Jahre Bundesrepublik“, das in diesem Jahr gefeiert wird. 65 Schüler der Jahrgangsstufe 13 haben sich im Hinblick auf den handlungsorientierten Unterricht mit dem Thema 60er-Jahre beschäftigt. Seit den Weihnachtsferien haben die Schüler in den Grundkursen Geschichte von Eveline Jourdan und Sarah Wolf die Themen wie Innenpolitik, Literatur der damaligen Zeit, Vietnamkrieg, 68er, Kommune 1 oder Mode und Design bearbeitet. Auf großen Tafeln wurde das Zusammengestellte präsentiert und in vier Klassenzimmern Objekte wie Möbel, nachgebaute Requisiten der Mondlandung oder Informationen zum Mauerbau präsentiert.
Zur Eröffnung des „Geschichtsabends am FAG“ sprach Schulleiter Hans-Joachim Sinnl von einer bewegten Zeit: Es habe zum ersten Mal massive Bestrebungen gegeben, eine andere Gesellschaft zu formen. Die Umbrüche in der Gesellschaft hätten auch dazu beigetragen, dass beispielsweise heute Gleichgeschlechtliche vor dem Traualtar stehen könnten. Sinnl nahm aber auch die herrschende Uniformierung der damaligen jungen Generation auf die Schippe: „Ohne Jeans und grünem Parka ging nichts.“
Für eine Showeinlage sorgten „renitente“ Schüler: Mit Protestschildern und lauten Gejohle störten sie die Rede ihres Schulleiters – dieser konterte „aufgebracht“ mit dem Ruf nach der Polizei. Stilecht auch die süße Belohnung für die Lehrerinnen Jourdan und Wolf: Sie bekamen ganz nach der Tradition der 60er-Jahre „Katzenzungen“ als Geschenk.
Die „Party“ am FAG dauerte über drei Stunden. Im alten Musiksaal präsentierte Carmen Förnzler mit der Big Band fetzige Songs aus den 60ern. Gezeigt wurden auch Ausschnitte aus alten „Aufklärungsfilmen“. Selbst der kulinarische Teil war auf die Epoche zwischen 1960 und 1970 abgestellt. Von Eveline Jourdan gab es bei der aufwendigen Aktion für die Schüler, die alle kurz vor der Prüfung stehen, ein dickes Lob: „So habe ich meine Abiturienten noch nie schaffen gesehen.“
Die Ausstellung hängt noch ungefähr vier Wochen im FAG. Die Schüler wollen nach den Faschingsferien an den Plakaten mit vorbereiteten Arbeitsblättern das Thema 60er-Jahre vertiefen. Nur der alte VW-Käfer, der am Freitagabend auf dem Schulhof stand, wird dann nicht mehr zu bestaunen sein.




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