Dienstag, 22. Mai 2012

Bebauungsplanentwurf für Luig-Areal




Der verdohlte Erbbach in Illingen soll renaturiert werden. Foto: Bögel
Der verdohlte Erbbach in Illingen soll renaturiert werden. Foto: Bögel

Illingen (ub) – Das Tempo ist enorm: Während in Stuttgart nach weiteren Fördermitteln gesucht wird, nimmt der Gemeinderat die formalen Hürden. Einstimmig wurde der Vorentwurf für den Bebauungsplan „Westlich der Uhlandstraße – 1. Änderung und Erweiterung“ in Illingen beschlossen. Kernstück der Planung ist das Stanelle-Areal – hier sollen sich bis Ende des Jahres die ersten Investoren zeigen.
Das 6,7 Hektar große Plangebiet umfasst verschiedene Flächen: Herzstück für das städtebauliche Konzept ist das 4,5 Hektar große „Stanelle-Areal“. Die Stahlbau Illingen hat vor Jahren seinen Standort aufgegeben und ein Konglomerat unterschiedlicher Gebäude hinterlassen. Die 210 Meter langen Industriehallen und ein Teil der lose zueinander angeordneten Verwaltungsgebäude und Baracken konnten in jüngeren Vergangenheit nur lose vermietet werden. Bis Ende März muss das Gelände, das komplett von der Gemeinde Illingen gekauft wurde, geräumt sein. Das „alte“ Feuerwehrhaus, welches neu genutzt werden soll, liegt ebenso im Plangebiet wie die gewerbliche Fläche zwischen Luigstraße und Bahngleise. Auf dieser Fläche ist ein Lebensmittel- und Getränkemarkt angesiedelt. Damit das Luig-Areal vermarktet werden kann, laufen mit der Bahn AG seit Monaten Gespräche über eine Lärmschutzwand. Ein bestehender Handwerksbetrieb an der Bachstraße wird, um diesem Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft anbieten zu können, ebenfalls in das Bebauungsplangebiet eingebunden.
Bei einer Informationsveranstaltung am 2. März können sich die Menschen im Rahmen der Bürgerbeteiligung über die Planungen informieren.
Nach den Vorstellungen der Stadtplaner des Büros Gerd Baldauf aus Stuttgart soll es eine Mischung aus Handels-, Dienstleistungs- und Wohnnutzungen geben, um das Ortszentrum in Illingen zu stärken. In direkter Nachbarschaft des Rathauses und dem bestehenden Alten- und Pflegeheim sind gemischte Nutzungen in einer Bebauung bis zu drei Vollgeschossen vorgesehen. In Ergänzung von St. Clara sind angrenzende altengerechte Wohnungen in gleicher baulicher Höhe geplant. Im Erdgeschoss sind ein Tagescafé, Dienstleistungen des Sozial- und Gesundheitswesens sowie kleinere Läden denkbar. In den übrigen Bereichen, insbesondere entlang des Erbbachs, sind Wohngebäude mit bis zu zwei Vollgeschossen geplant. Die Dichte soll von den Rändern nach innen abnehmen.
Die Planungen sehen vor, den neuen Verlauf des Schmiebachs im Zusammenspiel mit der Öffnung und Renaturierung des verdohlten Erbbaches zu einer starken Grünfigur auszubilden, die den Bereich südlich der neuen Ost-West-Verbindung gliedert. Die grünen Finger, so die Überlegungen der Stuttgarter Stadtplaner, kulminieren im Bereich der Bachmündungen zu einer parkähnlichen Grünanlage mit dem bestehenden Bouleplatz und einer denkbaren Gartenwirtschaft.
In der städtebaulichen Leitidee heißt es, dass die Industriebrache für die Gemeinde Illingen eine Bürde und eine Chance gleichzeitig darstelle. So muss die Gemeinde mit dem Erwerb und der Baureifmachung der Grundstücke erhebliche Vorleistungen erbringen und das Vermarktungsrisiko tragen.
Die Chance sei aber die historisch einmalige Gelegenheit, in direkter Zentrumslage ein größeres zusammenhängendes Grundstück freizumachen und der Innenstadtlage mit einem entsprechenden Nutzungsmix die notwendigen Entwicklungsimpulse zu geben.




Seitenanfang