Ein dreifaches „Schneck rutsch!“ oder doch lieber ein dreifaches „Äbbele hoi“? Schnecka-Fasnet in Aurich oder Lumpenball in Riet? Wer am Samstag in Vaihingen Lust auf närrisches Treiben verspürte, hatte die Qual der Wahl. Doch egal, wohin es die Narren auch verschlug – ihren Spaß hatten sie bei beiden Veranstaltungen. Ein flottes Bühnenprogramm, gut gelaunte Moderatoren und ein Publikum in Feierlaune sorgten bei beiden Veranstaltungen für Faschingsspaß.
19.45 Uhr, Strudelbachtalhalle in Riet: Michael (Mike) Bauer stimmt die 360 Gäste mit dem Rieter Schlachtruf auf einen langen Abend ein, ehe die Jazz-Teenies des SV Riet Bühnenpremiere feiern. Mit einem Pippi-Langstrumpf-Showtanz legen sie auch gleich richtig los. Kaum ist der Auftritt beendet, stehen auch schon Ortsvorsteherin Roswitha Haid und Bürgermeister Wilfried Nestle auf der Bühne und machen beim Seilspringen eine gute Figur. Das Publikum hat seinen Spaß. Und dann kommen auch noch die Strudelbachsänger (Helmut Raichle, Uwe Brost und Rudolf Nedorost) und zeigen, dass sie gut bei Stimme sind.
20.20 Uhr, Sporthalle in Aurich: Jens Frölich und Franz Rösch haben vor wenigen Minuten die rund 220 Narren begrüßt. Unter der Leitung von Margit Hiel führt die Jazztanzgruppe des TSV Aurich den „Kommissar“ auf. Wie es Heidi und Peter auf der Alm so ergeht, zeigen Dorothee Wolf und Jens Frölich. Nicht zu fassen, dass die beiden bei ihrer „Schaukelnummer“ nicht umfallen. Standfestigkeit zeigen anschließend auch die Würmlesbader Funkenmarila aus Bietigheim-Bissingen, während Gunther und Claudia Heidt sowie Vicky Aberle anschließend mit dem Sketch „Tupperware“ unterhalten.
20.45 Uhr in Riet: Eben hat Ulrike Conle mit ihrer Büttenrede „Die Kreuzfahrtgewinnerin“ für manchen Lacher gesorgt, da steht schon die Breitensportgruppe bereit. Unter dem Motto „So ein schöner Tag“ liegt Dieter Rempis auf der Wiese, beobachtet die Wolken und träumt vor sich hin. Zackig und knackig geht es mit der Jazztanzgruppe weiter, die einen sehenswerten Gardetanz aufführt. Das Stimmungsbarometer steigt.
21.05 Uhr in Aurich: Auch hier klettert die Quecksilbersäule steil nach oben – die Stimmung steigt gleichzeitig mit der Temperatur in der Halle an. Kein Wunder, bis vor wenigen Minuten hat die Band No Problem mit einer Schunkelrunde beim Publikum für zwischenmenschliche Nähe gesorgt. Jetzt zeigt die internationale Männergruppe unter der Leitung von Dorothee Wolf einen Kosakentanz. Nonstop geht es weiter mit dem Sketch „Zuzahlung“, bei dem Susanne Albanis und Vicky Aberle die Praxisgebühr aufs Korn nehmen. Bis 21.40 Uhr gibt es keine Verschnaufpause. Im Gegenteil: Die Aerobicgruppe unter der Leitung von Margit Hiel zeigt, dass auch Nana Mouskouri – in sechsfacher Ausfertigung – Temperament hat. Einen der Höhepunkte des Abends liefert abermals die Jazztanz-Gruppe, die beweist, was sie für ein toller Hühnerhaufen ist. Und weil’s so gut ist, lässt sie das Publikum nicht ohne Zugabe abziehen. Jetzt heißt es warten auf die Guggamusik der Hochdorfer Fleggafetzer, die im Moment fünf Kilometer weiter in Riet spielen.
21.45 Uhr in Riet: Die 360 Leute stehen mittlerweile auf den Tischen. Laut und energisch pusten die Fleggafetzer – werden die jedes Jahr immer mehr? – dem Publikum die Ohren frei. Eben noch hat Michael Schöck eine Büttenrede mit dem Titel „Der Faschingsmuffel“ gehalten und jetzt gibt es dort fast keinen Platz mehr. Als sich die Fleggafetzer auf den Weg nach Aurich machen, stürmen nochmals die Jazztanz-Mädels die Bühne. „Toll, was für hübsche Mädchen wir in Riet haben“, sagt Ortsvorsteherin Haid. Recht hat sie. So gerät die Step-Choreographie unter der Leitung von Evi Anastasiou zu einer kurzweiligen Angelegenheit. Nicht ganz so hübsch aber genauso sehenswert am Ende die Altherren des SV Riet, die bei einem orientalischen Tanz viel Bauch zeigen.
23 Uhr in Aurich und Riet: Das umfangreiche Bühnenprogramm hat in beiden Hallen die Stimmung zum Brodeln gebracht. Jetzt sorgen No Problem (Aurich) und Lifestyle (Riet) mit Tanzmusik für Stimmung bis in die Nacht. Frank Elsässer

