Dienstag, 22. Mai 2012

Brennholzverkauf in Nussdorf




Revierförster Wolfgang Steinacker bei der Versteigerung. Foto: Elsässer
Revierförster Wolfgang Steinacker bei der Versteigerung. Foto: Elsässer

Nussdorf (elf) – Zufriedene Gesichter gab es am Samstag beim Brennholzverkauf in Nussdorf. Das gesamte Angebot wurde verkauft, die Preise waren in Ordnung und die Einnahmen auch. Im Durchschnitt zahlten die Kunden 47 Euro für den Raummeter Brennholz lang.
„Unterm Strich sind wir zufrieden“, bilanzierte Revierförster Wolfgang Steinacker am Ende. Das gesamte Holz ging für insgesamt 25000 Euro weg. Und die Kunden hätten „preisbewusst gesteigert“. Bei einem Durchschnittspreis von 58,50 Euro für den Festmeter Holz hätte der Holzverkauf dem schlechten Ruf entgegengewirkt, Nussdorf sei ein teures Pflaster. Lediglich in 2006 seien hier „Wahnsinnspreise“ erzielt worden, wie sich Steinacker erinnerte. Doch mittlerweile hätten sich die Preise im Eberdinger Ortsteil wieder auf einem normalen Level eingependelt.
Insgesamt 145 Lose Brennholz lang (490 Raummeter) und 29 Flächenlose hatte der Revierförster im Angebot. Mehr als im vergangenen Jahr, denn die Erfahrung aus den Versteigerungen Steinackers der letzten Wochen in Hochdorf, Markgröningen und Tamm zeigt, dass die Nachfrage an Brennholz ungebrochen groß ist. „Bei allen drei Auktionen konnten wir die Nachfrage nicht decken“, betonte der Revierförster. Immer mehr Leute hätten einen Ofen, außerdem sei der Winter dieses Jahr verhältnismäßig streng, begründet er das große Interesse an Holz. Der Eberdinger Bürgermeister Peter Schäfer ergänzte: „Es ist auch Wille der Verwaltung, die Bevölkerung mit Holz zu versorgen.“ Der Erlös aus den Versteigerungen werde vorwiegend wieder dem Wald zugeführt.
Wer zur Holzversteigerung in die Gemeinde Eberdingen kommt, muss übrigens nicht auch zwingend dort wohnen. „Wir wollen nicht nur Einheimische versorgen“, sagte Schäfer. Viele Kaufinteressenten seien in der Umgebung nicht zum Zug gekommen und würden die Möglichkeit gerne in Anspruch nehmen, nun eben in Nussdorf – oder in einer Woche in Eberdingen – ihr Holz zu ersteigern. Wer auch hier nichts ersteigern konnte – weil er vielleicht keine Zeit zum Kommen hatte – muss darauf hoffen, dass etwas übrig bliebt. Denn dann kann er bei der Verwaltung nachfragen und eventuell noch ein oder zwei Lose zum Anschlagspreis ergattern.
Der Nussdorfer Brennholzverkauf findet traditionell am zweiten Samstag im Februar statt. Dann wird hier Holz versteigert, wenn es viele Gemeinden im Umkreis schon längst getan haben. Das liegt unter anderem daran, dass das Holz ausschließlich von Landwirten gehauen wird, die zuallererst ihren Betrieb versorgen müssen, bevor sie sich um das Schlagen von Holz kümmern können. Übrigens gab es Zeiten, in denen das Holz aus Nussdorf mindestens so begehrt war wie heutzutage. Revierförster Steinacker erinnert sich, dass die Kunden vor 30 bis 40 Jahren selbst aus den USA nach Nussdorf kamen, um dort Holz zu ersteigern.
Vorwiegend Buche und Eiche aber auch kleinere Mengen Hainbuche, Ahorn, Kirsche, Kiefer, Lärche und Fichte kamen unter den Hammer. „Sie dürfen rege steigern“, wandte sich Bürgermeister Schäfer in einer kurzen Begrüßung an die Holzinteressenten, schob aber eine kleine, gut gemeinte Bitte hinterher: „Halten Sie preislich die Obergrenzen ein, sonst wird auch uns unwohl.“
Für die Bewirtung während – und vor allem nach – der Brennholzversteigerung sorgte in diesem Jahr der TSV Nussdorf. Er hat jüngst für die Kriegsgräberfürsorge gesammelt und sich so für die Bewirtung qualifiziert.




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