Vaihingen – Die Seniorenpflegeeinrichtung Kursana Domizil in der Stuttgarter Straße in Vaihingen besteht seit einem Jahr. Die VKZ unterhielt sich mit Direktorin Silvia Wöhrle. Beim Gespräch hautnah mit dabei: der tibetanische Tempelhund „Nihlix“, der im Heim auch seine Aufgaben als Therapiehund wahrnimmt.
Seit einem Jahr gibt es das Kursana Domizil in Vaihingen. Hat sich die Standortentscheidung bezahlt gemacht?
Auf jeden Fall. Der Zulauf ist da und wir haben uns inzwischen gut im Gemeinwesen platziert. Viele Vereine und Gruppierungen besuchen uns. Es ist toll, wie hier das Ehrenamt noch funktioniert. Da bin ich angenehm überrascht. Ehrenamtliche rennen bei uns offene Türen ein. Derzeit haben wir 20 Ehrenamtliche, die bei uns ein und aus gehen. Vor Weihnachten hatten wir eine Phase, als jeden Tag eine andere Gruppe da war.
Gibt es noch freie Plätze?
Von unseren 100 Plätzen sind 70 Prozent belegt. Aber es geht stetig aufwärts. Wir können auch kurzfristige Aufnahmen bewerkstelligen. Die kürzeste Aufnahme dauerte eine halbe Stunde. Das Krankenhaus rief an und kurz darauf war der Bewohner da.
Was ist das Besondere am Kursana Domizil? Wie unterscheiden Sie sich von anderen Einrichtungen?
Die stadtnahe Lage des Gebäudes und die ebene Topografie, die gut für Rollstuhlfahrer ist, sind ein Merkmal. Ringsum gibt es Einkaufsmöglichkeiten, so sind auch Kurzbesuche bei uns kein Problem. Wichtig ist für uns auch die Beschäftigung der Bewohner; hier kümmert sich ein Altentherapeut um die Tagesstruktur.
Wie sieht moderne Arbeit mit den Senioren aus?
Das muss man immer aus der Sicht der Bewohner sehen. Es kann natürlich nicht sein, dass das Highlight des Tages die drei Mahlzeiten sind. Die Senioren wollen Angebote haben, Spaß haben, Ausflüge machen. Sie brauchen natürlich auch gezielte Unterstützung. So arbeitet unser Altentherapeut auch im Dementenbereich und unterstützt hier die biografische Arbeit. Es ist wichtig, dass die Senioren eine Lebensqualität haben. Bei manchen ist es schade, dass sie mit ihrer Entscheidung für ein Pflegeheim so lange warten, denn zu Hause ist die soziale Isolation oft größer. Ich freue mich, dass es immer mehr Senioren gibt, die noch fit sind und sich heute bereits für eine Pflegeeinrichtung interessieren. So mache ich in unserem Haus beispielsweise viele Führungen und es gibt auch das Angebot des Probewohnens.
Wie viel Personal haben Sie?
Wir haben aktuell 33 Köpfe in der Pflege, Tendenz steigend. Dazu zwölf Beschäftigte in der Hauswirtschaft und in der Küche. Ab Herbst wollen wir auch Pflegekräfte ausbilden. Das große Problem, natürlich nicht nur von unserer Einrichtung, ist es, Pflegekräfte zu bekommen. Das ist dramatisch schwierig, da muss man schon richtige Klimmzüge machen, um qualifiziertes Pflegepersonal zu bekommen.
Was ist eigentlich für die Bewohner besser: ein Haus im Grünen oder wie hier ein Haus an einer befahrenen Straße?
Ganz klar hier, weil unsere Bewohner Leben möchten. Der Tag ist viel kurzweiliger, wenn sie vom Fenster auf die Straße schauen oder vor der Türe sitzen und die Gegend beobachten. In unserem Haus ist klar zu erkennen, dass die Bewohner sich lieber am Fenster aufhalten, als im ruhigen Innenhof. Da ist oft kein Mensch.
Nutzen die Bewohner noch die umliegende Infrastruktur?
Die noch selbstständig sind, gehen schon noch Einkaufen, erleben den Alltag, so wie sie ihn gewohnt sind. Unser Altentherapeut bietet auch ein Einkaufstraining an.
Was kostet derzeit ein Platz im Kursana Domizil?
Der monatliche Eigenanteil beträgt ohne Pflegestufe 2259 Euro, bei Pflegestufe 1 sind es 1551 Euro, bei Pflegestufe 2 1730 Euro und bei Pflegestufe 3 2049 Euro. Der größte Anteil unserer Bewohner ist in der Pflegestufe 1 und 2.
Wie feiern Sie den einjährigen Geburtstag?
Nicht im großen Stil, aber am morgigen Samstag gibt es von 14 bis 18 Uhr einen Sektempfang in der Komfort-Etage. Dann kann sich jeder über unser Haus informieren.
Sie bieten für die Bewohner ein reichhaltiges Programm. Können Sie einige Höhepunkte für dieses Jahr nennen?
Am 1. März haben wir beispielsweise eine Vernissage zur Gemäldeausstellung der Volkshochschule. Das Thema: Aquarelle und Unterwasserwelten. Am 27. März findet eine Modenschau für Senioren statt, am 30. April das Frühlingsfest. Am 4. Juni wird die Grillsaison im Innenhof eröffnet, am 12. Juli ist das Sommerfest mit einem internationalen Tag geplant. Ein Ausflug zur Stuttgarter Wilhelma steht genauso auf dem Programm wie eine Wanderung in den Roßwager Weinbergen.Fragen von Uwe Bögel
