Dienstag, 22. Mai 2012

Kommunalwahl 2009: Kandidatensuche in Eberdingen




Eberdingen (elf) – Drei Fraktionen teilen sich im Eberdinger Gemeinderat die insgesamt 18 Sitze: die CDU und die Freien Wähler mit jeweils sieben und die SPD mit vier Sitzen. Die soll sich nach dem Willen der Sozialdemokraten, die nun aufrüsten, anders werden. Gemeinsam mit den Grünen wollen sie bei der Kommunalwahl im Juni ein bis zwei Sitze mehr ergattern.
An den 18 Sitzen im Eberdinger Ratssaal wird sich auch nach der Wahl am 7. Juni nichts ändern, denn in der Gesamtgemeinde gibt es keine unechte Teilortswahl und somit auch keine Ausgleichs- und Überhangmandate. Am 19. Februar wird die Wahl bekannt gemacht, ein Tag später beginnt die Frist für die Einreichung der Wahlvorschläge, die landesweit am 9. April endet.
„Wir sind tüchtig am Arbeiten und führen intensive Gespräche . Unsere Liste ist aber noch nicht abgeschlossen“, sagt Otto Elser von den Freien Wählern Eberdingen. Er hoffe, mit den Kandidaten, die die Freien Wähler im Visier haben, zur Wahl antreten zu können. Verzichten müssen sie künftig auf Gisela Müller-Heyse, die nicht mehr kandidieren wird. Fraktionskollege Wolfgang Bossert befürchtet, dass die Wahlbeteiligung schwach ausfallen wird – auch bei der Jugend. „Ich habe daher eine Initiative gestartet, um die Jugend für kommunales Geschehen zu interessieren.“ Seine Fraktion setze sich für ein „familienfreundliches Eberdingen“ ein. So fordern die Freien Wähler nach wie vor, dass das letzte Kindergartenjahr gebührenfrei ist. Bis 2012 sollen entsprechend der Forderung des Landes in den Kindergärten 30 Prozent Krippenplätze geschaffen werden. Bossert mahnt außerdem eine „gesunde Eigenentwicklung“ der Gemeinde an. „Das Märchen vom Einwohnerschwund und der Überalterung stimmt bei uns nicht“, sagt er. „Wir haben einen Geburtenüberschuss und werden einen Einwohnerzuwachs haben.“ Ein klares Bekenntnis zur Werkrealschule sei ebenfalls ein Kennzeichen der Freie-Wähler-Politik. Bossert möchte sich außerdem in der Trinkwasserversorgung unabhängiger machen und spricht sich dafür aus, die eigenen Quellen mehr zu nutzen. Auch die Unterstützung regenerativer Energien sowie den Hochwasserschutz wollen die Freien Wähler in den Vordergrund stellen. Besonders am Herzen liegt Wolfgang Bossert, den Kulturbetrieb in der Gemeinde voranzubringen. Und das Wahlziel? „Wir wollen tunlichst unsere Sitzzahl verteidigen und unter Umständen auch ausbauen“, sagt Otto Elser.
„Wir sind in den letzten Zügen“, macht Bernd Hasenmaier von der CDU deutlich. Die Kandidaten, die von den Konservativen angesprochen wurden, seien allesamt „Top-Leute“. Schließlich gehe es nicht darum, die Liste bloß voll zu machen. Obwohl Martin Grözinger künftig nicht mehr Gemeinderat sein möchte, verfüge die Eberdinger CDU über ein tolles Team. „Wir sind die jüngste Fraktion im Gemeinderat“, sagt Hasenmaier. Die aktuell sieben Sitze zu halten sei das primäre Ziel. „Wenn es dann einer mehr wird, wäre ich nicht böse.“ Um dies zu erreichen, möchte sich die CDU vor allem für den Erhalt und die Verbesserung der Infrastruktur in der Gesamtgemeinde einsetzen. Ordentliche Angebote für die Familien wie eine bedarfsgerechte Betreuung von Kindern gelte es zu schaffen. Unter dem Stichwort „Lebendige Gemeinde“ setze sich seine Fraktion dafür ein, mehr junge Familien anzulocken. „Die kommen, wenn das Umfeld stimmt“, weiß Hasenmaier. Auch Angebote für Senioren wie „Generationenwohnen“ gelte es zu forcieren. Den Erhalt der Landschaft, die Entwicklung von Gewerbe und Industrie sowie die Unterstützung des Vereinslebens seien ebenfalls Programmpunkte der CDU.
„Von den vier amtierenden Gemeinderäten der Eberdinger SPD machen alle weiter“, verrät Veronika Wernstedt. An der Suche nach Kandidaten für die Liste würden sie noch arbeiten. Das sei traditionell kein Spaziergang, doch am Interesse an ihrer Partei sei zu erkennen, „dass wir im vergangenen Jahr eine beachtliche Arbeit geleistet haben“, so Veronika Wernstedt. Selbst zu kandidieren sei für viele jedoch ein zu großer Schritt. Mehr Stärke erhofft sie sich, indem die Sozialdemokraten in Eberdingen künftig als SPD – Bündnis 90/Die Grünen auftreten werden. „Das verbessert unser Potenzial und vergrößert das Interesse an unserer Fraktion“, ist sich Wernstedt sicher. Das umfassende Programm sei in Arbeit. Ein großes Gewicht werden darin die Familie und die Jugend bekommen. „Wir wollen uns um die Hauptschule kümmern und werden auch einen Schwerpunkt unserer Arbeit in der Innerortsentwicklung sehen“, so Veronika Wernstedt. Eine Verbesserung der Infrastruktur sowie eine solide Haushaltspolitik seien weitere Themen, die die SPD ansprechen möchte. Und: „Wir wollen im Natur- und Landschaftsschutz Zeichen setzen“. Wenn die SPD – Bündnis 90/Die Grünen ihr Potenzial ausschöpft, sei es durchaus realistisch, „ein bis zwei Sitze mehr“ zu bekommen. „Das Vorhandene sichern und weiter verstärken“, laute das Motto.






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