Dienstag, 22. Mai 2012

Kommunalwahl 2009: Kandidatensuche in Sersheim




Sersheim (elf) – Die Themen sind abgearbeitet, die Infrastruktur steht. Dennoch wird in Sersheim auch künftig Kommunalpolitik stattfinden. Vier Wählergemeinschaften werden am 7. Juni ihre Kandidaten ins Rennen schicken. Ob allerdings bis Gründonnerstag alle Listen voll werden, scheint fraglich. Die VKZ hat sich umgehört.
Insgesamt 14 Sitze sind in Sersheim bei der Kommunalwahl zu vergeben. Darum streiten sich die Freie Wählervereinigung Sersheim, die SPD – Sersheimer Wählergemeinschaft, die CDU – Freie Sersheimer Liste sowie die Unabhängigen Bürger Sersheim (UBS). Am 18. Februar wird die Wahl bekannt gemacht. Ein Tag später beginnt die Frist zur Einreichung der Wahlvorschläge, die am 9. April um 18 Uhr endet.
„Wir haben unsere Liste noch nicht ganz voll“, sagt Sieghard Geske von der Freien Wählervereinigung. Zwei Leute würden noch fehlen. Doch Geske ist guter Dinge, auch die restlichen Listenplätze noch füllen zu können: „Bis Mitte März wollen wir es abgeschlossen haben.“ Die Begeisterung zur Kandidatur als Gemeinderat sei jedoch begrenzt. Das grundlegende Interesse sei oft da, „doch wenn es ans Eingemachte geht, sagen viele ab“, weiß Geske, der froh ist, dass alle vier amtierenden Gemeinderäte bei der Stange bleiben. Da sich der Ort in den letzten Jahren gut entwickelt habe, gelte es nun vor allem, die anfallenden Aufgaben zu erfüllen. Ein Thema, das den Freien Wählern wichtig ist, ist die Betreuung für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche. Als primäres Wahlziel will Geske wenigstens die bestehenden vier Sitze halten. „Doch wir denken eher an eine Steigerung und würden uns freuen, wieder fünf Sitze wie früher zu erhalten“, so Geske.
Auch die SPD – Sersheimer Wählergemeinschaft hat ihre Suche noch nicht beendet, sagt Listenführer Edgar Wurster. Er selbst und Ingrid Abele werden ihre kommunalpolitische Arbeit im Gemeinderat nicht mehr fortsetzen. Dennoch sei es ihm ein besonderes Anliegen, bei der Kandidatensuche unterstützend zu wirken. Insbesondere Frauen für das Ehrenamt zu interessieren sei schwierig. „Es drängt sich niemand auf“, bedauert Wurster. Dennoch sei er zuversichtlich, die Liste voll zu bekommen. Die Themen, die im Wahlkampf angesprochen werden, würden erst dann festgelegt, wenn alle Kandidaten auf der Liste stehen. Wahlziel sei es, „dass wir wieder ordentlich vertreten sind“. Bei der Wahl 2004 hätte seine Liste immerhin nur sieben Sitze weniger erreicht, als die Freien Wähler als Spitzenreiter.
„Wir sind noch voll beschäftigt, doch die Suche gestaltet sich schwierig“, sagt Adelheid Rödler-Pfersich, Listenführerin der CDU – Freie Sersheimer Liste. Die Zurückhaltung der Bürger, sich für das Ehrenamt Gemeinderat zu begeistern, führt sie auf „Politikverdrossenheit und mangelndes Engagement“ zurück. „Die Leute legen Wert auf andere Dinge“, bedauert sie. Die amtierenden vier CDU-Gemeinderäte – sie selbst eingeschlossen – würden ihr Engagement fortsetzen. Was die Themen für den Wahlkampf anbelangt, „werden wir uns noch festlegen“. Als Ziel für das Wahlergebnis stelle sie sich vor, das Ergebnis von vor fünf Jahren zu halten – sprich: vier Sitze zu behalten.
„Wir wollen unsere Liste voll bekommen“, gibt sich Bastian Zeeb von den Unabhängigen Bürgern Sersheim optimistisch. Von Mal zu Mal gestalte es sich schwieriger, Freiwillige zu finden, die ein Ehrenamt bekleiden wollen. „Vor allem weibliche Kandidaten zu finden, ist nicht einfach“, bedauert Zeeb. Schließlich gebe es auch „Frauen, die sich vertreten sehen wollen“. Er und sein Mitstreiter Reinhard Gantenbein werden wieder antreten. Die großen Themen im Ort (Umgehungsstraße, Wohngebiete) seien inzwischen aufgearbeitet. Die UBS würden sich daher für eine Ausbau der Jugendsozialarbeit und der Kinderbetreuung einsetzen. Er setze sich außerdem für eine Ausweitung der Integration von Kindern mit Sprachdefiziten ein. Auch der Umweltschutz liege der UBS am Herzen. Alternative Energien und Förderung von Zisternen seien voranzutreiben. Vorrangiges Ziel sei es bei der Wahl, die beiden Sitze zu erhalten und eventuell um ein oder gar zwei Sitze zu erweitern. Doch Bastian Zeeb betont: „Bei uns gibt es keinen Parteienzwang. Vielmehr wird in Sersheim sachorientiert entschieden.“




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