Vaihingen (aa) – Was gibt es Neues in der CJD Jugendmusikschule? Einmal im Jahr informiert Musikschulleiter Peter Kopp die Vaihinger Stadträte. Das 25-jährige Bestehen der Musikschule wird in diesen Monaten mit einer Reihe von Konzerten gefeiert. Ein Höhepunkt soll der in Vaihingen ausgetragene Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Fach Schlagzeug-Ensemble werden (27. bis 29. März).
„Gehen Sie da hin!“, warb Kopp geradezu euphorisch, „das wird ein riesiges Erlebnis.“ Es sei in der Geschichte der CJD Jugendmusikschule einmalig, dass man einen Landeswettbewerb durchführe. Der Wettbewerb geht in den Räumen des Jugenddorfs und im benachbarten Friedrich-Abel-Gymnasium über die Bühne. Das Entgegenkommen des FAG sei zwei Tage vor Beginn des schriftlichen Abiturs wahrlich keine Selbstverständlichkeit, dankte Kopp, der vor dem Sozial- und Kulturausschuss des Gemeinderates unter anderem von riesigen Erfolgen bei Wettbewerben, den Ausbau der Begabtenförderung, die Umstellung des Tarifvertrages für die Lehrer und von zahlreichen Auftritten berichtete.
Zu den Höhepunkten 2008: Saxofon- und Fagottquartett (musikschulübergreifend besetzt) qualifizierten sich für den Bundeswettbewerb und haben „überwältigende Ergebnisse“ erreicht. Drei Schüler waren im Landeswettbewerb vertreten. Solche außergewöhnliche Leistungen sind nicht jedes Jahr zu erwarten.
Mit Hilfe der Alison-und-Peter-Klein-Stiftung wurde die Begabtenförderung derart ausgebaut, dass derzeit 14 Schüler in den Genuss von Zuwendungen kommen. Spenden haben es ermöglicht, dass die im wahrsten Sinne des Wortes zusammenbrechende Bestuhlung im (klimatisch schwierigen) Gewölbekeller erneuert werden konnte. Die 60 Stühle haben rund 7000 Euro gekostet. Froh ist der Musikschulleiter darüber, dass von der CJD-Zentrale endlich grünes Licht für die Umstellung der BAT-Verträge auf die Tarifverträge öffentlicher Dienst kam. „Wir müssen jetzt nicht mehr befürchten, dass uns Lehrer aufgrund besserer Bezahlung anderer Musikschulen verlassen. Der Qualitätsverlust wäre nicht zu kompensieren gewesen.“
Erinnert wurde von Kopp an das Konzert der Jugendphilharmonie (Auswahlorchester des Landkreises) in Vaihingen. Die Vaihinger Musikschule sei durch einen überproportional großen Anteil vertreten. Zum Vormerken: Am 17. Mai ist die Jugendphilharmonie wieder in Vaihingen zu erleben. Gastiert hat die Musikschule mit Ensembles zweimal in Berlin. Mitgewirkt wurde am Advents-Chorprojekt des Friedrich-Abel-Gymnasiums und auch bei den Jubiläen des Männergesangvereins und der Feuerwehr. In der ersten Pfingstferienwoche wird das Jugendsinfonieorchester eine Konzertreise nach Canale (Partnerstadt von Sersheim) unternehmen. Die Tour wird nach Lage der Dinge mit der Maientagsmatinee in der Peterskirche abgeschlossen.
Kleine Wünsche musste Peter Kopp im Ausschuss los werden: Im Zentralgebäude der Musikschule herrsche Raumnot. Ob es nicht denkbar sei, den Frühunterricht ins Dachgeschoss der Grabenstraße 20 zu verlagern. Auch die Problematik „Vortragsraum“ hat sich laut Kopp nicht verbessert. Im letzten Jahr gab es einen rätselhaften Wassereinbruch im Gewölbekeller, „im Wiederholungsfall müsste der Keller, für den es keine Alternative gibt, eventuell geschlossen werden“.
In der Diskussion wurden die rückläufigen Schülerzahlen angesprochen (Margit Fox-Rappold, FDP, Vaihingen). Manche Kinder hätten durch schulische Belastungen und andere Freizeitaktivitäten einfach keine Zeit mehr zum Üben, sagte Kopp dazu: „Ich habe Kindern schon in Orchesterpausen die Schulhefte aus der Hand genommen.“ Eberhard Zucker (FW, Vaihingen) wollte wissen, warum denn die Kommune den Mehraufwand im Etat übernehmen müsse. Das sei so geregelt, informierte OB Maisch, was nicht durch Beiträge und Landesmittel gedeckt werde, trage die Kommune. Nach Einschätzung von Peter Kopp bewegt man sich derzeit mit den Beiträgen, die seit drei Jahren nicht erhöht wurden, im Mittelfeld. Ob denn die Gebühren auch als Hinderungsgrund für den Besuch der Musikschule anzusehen seien, wollte Susanne Schwarz-Zeeb (Grüne, Vaihingen) wissen. Es gebe in manchen Bereichen schon große (und billigere) Konkurrenz, war die Antwort. Kopp: „Aber 200 Schüler mehr würden wir auch nicht bewältigen.“
Die Haushaltsplanung genau angesehen hatte sich Ulrich Grau (FW, Vaihingen). Da kam ihm der Posten Löhne und Gehälter der Verwaltung etwas schleierhaft vor. 2007 waren es rund 30400 Euro, 2009 sollen es 35800 Euro sein. „Klär ich ab“, versprach Kopp.
273 Euro Abmangel je Schüler
Vaihingen (aa) – Die CJD Jugendmusikschule wurde am 20. Juli 1983 per Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Vaihingen und dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) ins Leben gerufen. 2008 gab es 874 Schüler, momentan sind es 837. Aus Vaihingen kommen 557 Schüler. Die Gemeinden Eberdingen (109 Schüler), Illingen (79) und Sersheim (92) sind inzwischen Kooperationspartner und tragen den Abmangel. Die Einnahmen werden für 2009 mit 886766 Euro kalkuliert, die nur zu 80 Prozent aus den Unterrichtsgebühren (545000 Euro) oder aus Zuschüssen (unter anderem 81000 Euro vom Land) finanziert sind. Vaihingen schießt 152000 Euro zu, Eberdingen 29800, Illingen 8900 und Sersheim 25100 (pro Schüler sind es immerhin 273,21 Euro). Bei den Ausgaben schlagen die Gehälter für die Lehrer mit rund 670000 Euro zu Buche. Dazu kommen auch noch diverse Honorare (80800 Euro) und Verwaltungskosten. Gegenüber dem Abschluss 2007 ist die Etatsumme um rund 60000 Euro angestiegen. Rund 34000 Euro sind auf äußere Einflüssen (neue Tarifverträge, Anstieg der Krankenkassenbeiträge…) zurückzuführen.
Die Reihe der Jubiläumskonzerte begann am 25. Januar in Sersheim. Am 15. März gastiert man in Illingen, am 15. Mai ist das Jahreskonzert in Vaihingen als zentrale Jubiläumsveranstaltung geplant, am 28. Juni steigt in Hochdorf ein Rock-Pop-Konzert.
