Dienstag, 22. Mai 2012

Illingen senkt Spannung an Straßenbeleuchtung




An der Straßenbeleuchtung lässt sich Geld sparen. Foto: Elsässer
An der Straßenbeleuchtung lässt sich Geld sparen. Foto: Elsässer

Illingen (elf) – Der Illinger Bürgermeister Harald Eiberger zeigt sich einfallsreich, wenn es um das Zücken des Rotstiftes geht. Schon vor einiger Zeit hat er diesbezüglich die Straßenbeleuchtung ins Visier genommen. Nachdem das Vorhaben, mit geringerer Lux-Zahl zu arbeiten, scheiterte, soll nun die Stromspannung und dadurch der Energieverbrauch reduziert werden.
Der Plan klingt verwegen aber plausibel: Um die Energiekosten der Illinger und Schützinger Straßenbeleuchtung zu senken, soll die Spannungsaufnahme der jeweiligen Lampen reduziert werden. Dieser Idee liegt die Tatsache zugrunde, dass jeder Hersteller von Leuchten dafür garantieren muss, dass seine Produkte bei einer Spannung von 230 Volt, plus/minus zehn Prozent, funktionieren. Eine gewitzte Technik erlaubt es nun, die Spannung an der Lampe per Transformator auf 207 Volt zu reduzieren. Die Lampe muss nun immer noch leuchten, wobei durch die Absenkung der Spannung rund 19.7 Prozent Energiekosten und CO2 eingespart werden können. Legt man nun die Illinger Stromkostenabrechnung von 2007 zugrunde, hätte sich im gleichen Jahr mit der Transformatortechnik eine Ersparnis von knapp 10500 Euro ergeben.
Ralf Rosenberger von dem Heilbronner Unternehmen „deniv der Energie-Investor“ stellte am Mittwochabend die Vorgehensweise den Mitgliedern des Technischen Ausschusses vor. Demnach soll jede Beleuchtungseinheit ein Vorschaltgerät erhalten. Zehn bis 15 Minuten nach der Zündphase erfolge die Absenkung der Spannung, was zu einem Energiespareffekt von 20 bis 25 Prozent führe. Somit hätten sich die Investitionskosten bereits nach wenigen Jahren amortisiert. Die Lebensdauer der Leuchtmittel verlängere sich außerdem um zehn bis 15 Prozent, sagte Rosenberger. Außerdem ließen sich mit der gesamten Anlagen mehrere Tonnen an CO2 einsparen. Die Gesamtkosten für die Anlage betragen knapp 60000 Euro.
Da sich der Technische Ausschuss für die Lösung erwärmen konnte, wird die Firma „deniv“ noch in diesem Jahr mit der Durchführung der Arbeiten beginnen. Lediglich 10000 Euro sind dafür bereits im Haushalt enthalten, weshalb die restlichen Arbeiten erst 2010 erfolgen. Für maximal 25 Prozent der förderfähigen Kosten können Zuschüsse beantragt werden. Einen entsprechenden Antrag für das Klimaschutz Plus Förderprogramm „Energieeffiziente Straßenbeleuchtung in Wohngebieten“ wird die Verwaltung einreichen.
Auf die Idee, durch eine Spannungsreduzierung bei den Straßenbeleuchtungen Energie zu sparen, kam die Verwaltung aufgrund eines Hinweises des Illinger Bürgers Dieter Stumpp. „Dem sind wir nachgegangen, weil es sich als interessant erwiesen hat“, sagte Bürgermeister Harald Eiberger gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.
Stadt Markgröningen spart
damit bereits viel Geld
Dieter Stumpp ist einer, der weiß, von was er spricht. Schließlich ist er Bautechniker im Fachgebiet Infrastruktur bei der Stadt Markgröningen, wo die Reduzierung der Spannung an Lichtmasten bereits 2005 mit Erfolg eingeführt wurde. „Wir haben mittlerweile 30000 Euro weniger Stromkosten“, sagte Stumpp. 23 Schaltstellen wurden bislang in der Gesamtstadt von der Firma „deniv“ installiert, fünf fehlen noch. Er sei von der Technik „absolut überzeugt“, schließlich spare sie viel Geld. Außerdem amortisiere sich die Investition bereits nach wenigen Jahren.
Als Flop erwies sich hingegen in Illingen die Idee, die Lux-Zahl an den Leuchten zu reduzieren, Damit beauftragte der Gemeinderat vergangenes Jahr die Verwaltung. Für 5000 Euro wurde die Umstellung im letzten Sommer gemacht, erinnert sich Bürgermeister Eiberger. Der Erfolg sei allerdings nach Meinung der Ratsmitglieder ausgeblieben, so dass sie in der vergangenen Dezemberrunde die Verwaltung damit beauftragten, die Umstellung für 1500 Euro wieder zurückzunehmen. Somit wurden innerhalb eines Jahres 6500 Euro in den Sand gesetzt.
Interessant am Rande: Bei der Abstimmung gab es am Mittwochabend für den Verwaltungsvorschlag, die Spannung an den Leuchten zu reduzieren, sieben Ja-Stimmen. Zwei Ratsmitglieder enthielten sich: Eric Schach (CDU) und – man höre und staune – Uwe Kitzberger von den Grünen…




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