Dienstag, 22. Mai 2012

Maientag wird vorbereitet




Der Festzug in der Grabenstraße. Foto: Arning
Der Festzug in der Grabenstraße. Foto: Arning

Vaihingen (aa) – Spektakuläre Dinge passieren nicht, wenn in Vaihingen über den Maientag diskutiert wird. Das Heimatfest läuft seit Urzeiten in den gewohnten Bahnen ab. So ist es gewünscht. Daran wird nicht ohne Not gerüttelt. Das Spannendste der Vorbereitungssitzung im Stadtteilausschuss war am Montagabend die Abstimmung über das Motto.
Insgesamt lagen fünf Vorschläge auf dem Tisch. Durchgesetzt hat sich im Schiller-Jahr ein Goethe-Zitat, eingesandt von Ingrid Häfner:
 Wer die Augen offenhält,
 dem wird im Leben manches glücken.
 Doch noch besser geht es dem,
 der versteht, eins zuzudrücken.
In einer Stichabstimmung gab es eine 10:9-Mehrheit gegen den Vorschlag „Es gibt nichts Gutes außer: man tut es“ (Erich Kästner, eingesandt von Karola Assenheimer).
Die Zeit zwischen dem 29. Mai und dem 2. Juni ist diesmal als Rahmen für den Vaihinger Maientag fixiert. Nach Lage der Dinge beginnen die öffentlichen Festivitäten allerdings erst am Samstag, dem 30. Mai, denn eine Theateraufführung ist momentan nicht in Sicht. So kommt nach dem derzeitigen Stand der Dinge der Vernissage für die Sommergalerie des „kunstvereins enz“ in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Köszeg die Opener-Funktion zu. „Heimatgefühle“ ist der Titel der Ausstellung im Pulverturm.
Feste Punkte im Programm sind der Seniorennachmittag im Weinzelt Nonnenmacher (es werden noch Vereine und Gruppen gesucht, die mitwirken wollen), das 33. Konzert für Kinder in der Sporthalle am Alten Postweg und die große Weinprobe der Vaihinger Weinbaubetrieb (wieder im großen Saal der Stadthalle).
Eine Matinee der Jugendmusikschule Vaihingen ist für den Pfingstsonntag gerne gesehen. „Wir wären erfreut, wenn es klappen würde“, meinte Oberbürgermeister Gerd Maisch an die Adresse des Musikschulleiters Peter Kopp. Der hatte zunächst etwas gezögert. In den Ferien sei es schwer, ein Konzert durchzuführen. Und man sei das ganze Jahr über stark gefordert. Nur vor den Eltern zu spielen, sei auch nicht sonderlich prickelnd. Den Wunsch des OB nahm Kopp letztlich aber als Auftrag mit. Konzertbeginn soll um 11.15 Uhr sein.
Der Verein „Innenhof“ plant am Sonntag eine Stadtführung, bei der Johann Valentin Andreä im Mittelpunkt stehen soll. In die Zeit des Pfarrers und Mystikers fielen die Stadtbrände 1617 und 1618. Es ist davon auszugehen, dass das Platzkonzert des Musikvereins (Sonntag, 18 Uhr) auch ohne offene Geschäfte (der Verkaufssonntag darf ja nicht mehr stattfinden) ein Hit wird. Das Kammerorchester Vaihingen beendet mit seinem Auftritt in der Peterskirche (20 Uhr) den Reigen am Sonntag.
Der Kämmer hat das Gefühl,
dass es nicht regnen wird
„Ich habe des Gefühl, dass es in diesem Jahr nicht regnen wird“, meinte Stadtkämmerer Jürgen Liegmann im Stadtteilausschuss. Bei Liegmann laufen traditionell die Fäden für das Fest zusammen. Er ist sich auch nicht zu schade, samstags persönlich Birken in den Straßen zu verteilen. Für den Festzug, der um 9 Uhr an der Ecke Steinbeisstraße/Franckstraße starten wird, konnte er einige neue Bilder ankündigen. So wird sich unter anderem die Sportkreisjugend Ludwigsburg mit einem Wagen präsentieren: 50 Jahre Zeltlager Untersteinbach. Zur Erklärung: Die Freizeiten wurden durch Karl Rebmann aus Vaihingen initiiert. Der Maientagsstammtisch wird neu und zusätzlich zur ersten urkundlichen Erwähnung Vaihingens den großen Stadtbrand von 1693 darstellen, die Vaihinger Aktion Innenstadt (VAI) widmet sich dem Besuch von Kaiser Karl V. in Vaihingen. Elf Kapellen haben bereits zugesagt, darunter ist auch wieder der Fanfarenzug aus Pforzheim.
Wer Lust auf den Maientag bekommen hat: Die Anmeldungen müssen bis spätestens Ende Februar bei der Abteilung Schulen, Kultur und Tourismus der Stadtverwaltung vorliegen, um noch ins Programmheft aufgenommen werden zu können. Klar ist, dass da die Maientagsrede drin stehen wird. Am Friedrich-Abel-Gymnasium wird man sich in diesem Jahr auf die Suche nach einem Festredner machen. Auch der Lauf nach dem Maien in der seit drei Jahren gepflegten Form (Rundlauf im Rondell) wird fortgeführt. Und der Flößertanz wird wie gehabt von mehreren Schulen im Rahmen eines dreitägigen Workshops vor den Pfingstferien einstudiert. Das hat sich offensichtlich bewährt.
Thema Verträge: Auch da gibt es nichts Neues zu melden. Der Festplatz wird wieder von der Firma Roschmann bestückt. Ein Bierzelt wird es auch 2009 nicht geben; wie in den letzten beiden Jahren hat man sich mit der Event-Catering-Reisegastronomie von Linda Ade wieder auf ein Bistrozelt verständigt. Armin Nonnenmacher wird auf dem Egelsee-Sportplatz wieder sein Weinzelt installieren.
Was ist noch zum Maientag zu sagen? Dass die Grünen Vaihingen seit 25 Jahren als Ortsverein bestehen, will man doch vor dem Hintergrund der Kommunalwahlen eine Woche nach dem Maientag lieber nicht ins offizielle Programm aufnehmen. Angeregt werden soll auch, die Festzugsstrecke möglichst nicht mit Wahlplakaten zuzupflastern, was natürlich alle Parteien betrifft. Und noch was ganz Wichtiges: Die Müllabfuhr findet erst am Mittwoch, dem 3. Juni statt. Die herausgeputzte Stadt soll nicht durch Mülltonnen verschandelt werden.




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