Dienstag, 22. Mai 2012

Unfallbilanz 2007


Sinkende Zahlen bei den Todesopfern.
Sinkende Zahlen bei den Todesopfern.

Ludwigsburg (aa/p) – Die Zahl der Unfalltoten im Kreis Ludwigsburg ist auf einem historischen Tiefstand. Im letzten Jahr starben auf den Straßen 17 Menschen. Die Gesamtzahl der Unfälle hat sich jedoch gegenüber 2006 um sieben Prozentpunkte (+ 757) auf 11502 erhöht. Der Großteil dieser zusätzlichen Unfälle wird in die Kategorie „Bagatellunfälle“ eingeordnet.
Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden ist mit 1607 um 7,7 Prozent (+ 115) gestiegen, die Unfälle mit Sachschaden um 6,9 Prozent (+ 642). Der verursachte Sachschaden bezifferte sich laut Statistik der Polizeidirektion im Jahr 2007 auf über 20 Millionen Euro.
In Baden-Württemberg stieg die Gesamtzahl der Unfälle um 6,3 Prozent (+ 15229) auf 256437. Es kam zu 40 646 Unfällen mit Personenschaden (+ 1,3 %), wobei 625 Personen (- 8,2%) getötet wurden. Insgesamt verunglückten 53905 Menschen im Straßenverkehr.
Im Bereich der Polizeidirektion Ludwigsburg wurden im Jahr 2007 bei 15 Verkehrsunfällen 17 Personen getötet. Im Jahre 2006 hatte es mit 18 Verkehrstoten die bis dahin niedrigste Anzahl seit Aufzeichnungsbeginn 1973 (damals starben 95 Menschen!) gegeben. Innerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten sich zwei tödlich Unfälle (einer am Morgen des 1. Mai in Vaihingen), außerhalb waren es 13. Die Zahl der bei den Unfällen schwer verletzten Personen ist minimal um 0,9 Prozent angestiegen, wohingegen der Anstieg der Anzahl der leicht verletzten Menschen mit einem Plus von 7,2 Prozent dem allgemeinen Trend folgt.
Die Hauptursachen bei Unfällen (insgesamt 5528 Fälle) waren Nichtbeachten der Vorfahrt (18,7 %), Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren (18,6 %) und ungenügender Sicherheitsabstand (12,7 %). Nicht angepasste Geschwindigkeit musste bei 6,9 Prozent, und Fahren unter Alkoholeinwirkung bzw. Drogen bei 5,8 Prozent dieser Unfälle festgestellt werden. Der Rückgang der Alkoholunfälle um 5,2 Prozent ist auch den verstärkt durchgeführten Alkohol-/Drogenkontrollen im Jahr 2007 zu verdanken.
Die Anzahl der Unfallfluchten (insgesamt 21,3 Prozent aller Unfälle) ist um 28 auf 2458 zurückgegangen. Es konnten 862 (35 %) der Unfallverursacher ermittelt werden. Dabei unterstützen Beamte des sogenannten Unfallermittlungsdienstes der Verkehrspolizei die Sachbearbeiter auf den Polizeirevieren (diese Beamten sind speziell in der Sicherung und Auswertung von auch kleinsten Unfallspuren sowie der deliktsspezifischen Ermittlung geschult).
Ein Anstieg um 37 (+ 11,7 %) auf 352 ist bei den Unfällen mit motorisierten Zweiradfahrern zu verzeichnen. Wie im Vorjahr verloren sechs Personen das Leben. Festzustellen ist hier, dass drei der fünf tödlichen Motorradunfälle (mit sechs getöteten Personen) von den Motorradfahrern selbst oder mit verursacht wurden, was einer Quote von 60 Prozent entspricht. 66 Personen verletzten sich schwer (+ 3) und 203 (+ 33) leicht. Die Zunahme dieser Unfälle kann auch auf die milde Witterung zu Beginn des Jahres zurückgeführt werden. Im ersten Quartal 2007 war eine Zunahme der Unfälle um 40 (+ 210 %) zu verzeichnen. Eine deutliche Zunahme gab es bei den Fahrern von Kleinkrafträdern und Mofas. Die Hauptunfallursache ist bei diesen nicht die Geschwindigkeit, sondern das Nichtbeachten der Vorfahrt.
Bei den Motorrädern hat die Hauptunfallursache Geschwindigkeit um 9 Prozent auf 36 Prozent zugenommen. Durch eine verstärkte Überwachung zu Beginn und kontinuierlicher Fortsetzung während der Motorradsaison will die Polizeidirektion Ludwigsburg dieser Entwicklung entgegensteuern.
Die Zahl der Fußgängerunfälle hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls erhöht. Bei 201 Unfällen (+ 32) sind vier Personen verstorben (+ 2), 53 wurden schwer (+ 15) und 131 (- 17) leicht verletzt. Bei den Schulwegunfällen ist eine Zunahme (+ 19) zu verzeichnen. Die meisten Verkehrsunfälle ereigneten sich dabei aber nicht im Nahbereich der Schulen.


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