Illingerin kämpft für Ganztagesbetreuung in der Schule
Illingen (elf) – Weil sie sich in ihrem Anliegen, eine Ganztagesbetreuung an der Grund-, Haupt- und Realschule Illingen einzuführen, von der Verwaltung nicht richtig ernst genommen fühlen, starteten Diana Staiger und Michelle Fegert gestern Abend eine Anfrage in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats. Ihre Forderung: eine zügige Bedarfsermittlung in Sachen Nachmittagsbetreuung in der Schule.
„Ich erwarte, dass die Konzeption des Ganztageskindergartens nahtlos in die Schule übergeht“, sagte Diana Staiger gestern Nachmittag im Gespräch mit unserer Zeitung. Die alleinerziehende Mutter hat in diesen Tagen ihren Sohn Can in der Schule angemeldet – bis zum Sommer ist er noch in der Ganztagesbetreuung des Kindergartens Vierzehn Morgen. Wenn er ab September in die Grundschule geht, kann er bis spätestens 14 Uhr die Kernzeitbetreuung der Schule in Anspruch nehmen, dann ist Schluss. Wenn dann nicht seine Großmutter einspringt, hat die voll berufstätige und selbstständige Diana Staiger ein Problem. „Es ist doch klar, dass die Kindergartenkinder älter werden und irgendwann in die Schule kommen“, sagt die Mutter. Doch eine Ganztagesbetreuung finde dann nicht mehr statt.
Sie selbst werde dann unweigerlich vor die Wahl gestellt: Entweder die Selbstständigkeit beenden und sich damit selbst die wirtschaftliche Basis entziehen oder ihren Sohn in einer der umliegenden Grundschulen in Vaihingen, Ensingen oder Mühlacker anmelden. „Wir möchten aber in Illingen bleiben“, sagt Diana Staiger. Hier habe sie ihre Firma und ihr Sohn seine Freunde. So wie ihr ginge es noch einigen anderen Eltern im Ort. Und in den nächsten Jahren würden immer mehr Kinder aus der Ganztagesbetreuung des Kindergartens in die Schule kommen. „Der Bedarf an einer Nachmittagsbetreuung an der Schule samt Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung ist da“, sagt die Mutter. Eine Ganztageskonzeption könne dem komprimierten, wenig kindgerechten Vormittagsablauf in der Schule mit entsprechenden Unterrichts- und Freizeitangeboten pädagogisch wertvoll entgegenwirken. Auch die Fünftklässler aus Schützingen und Mühlhausen, die Nachmittagsunterricht haben, könnten eine Aufsicht vertragen.
Mit ihrem Anliegen haben sich Diana Staiger und die Familie Fegert im Januar an die Illinger Gemeindeverwaltung gewendet und darum gebeten, nach dem Vorbild der Stadt Mühlacker Anfang des Jahres eine Umfrage bei den Eltern der Grundschüler zum Bedarf an Nachmittagsbetreuung zu machen. Dort gibt es an der Schiller-Grundschule seit dem Schuljahr 2004/05 eine Gruppe mit Nachmittagsbetreuung. Im Schuljahr 2007/08 wurde auch an der Hartfeldschule in Enzberg mit Nachmittagsbetreuung begonnen. Im Rahmen einer Umfrage hat sich die Stadtverwaltung nun einen Überblick darüber verschafft, ob auch an anderen Schulen der Senderstadt Bedarf vorliegt.
Während von der Illinger Schulleitung das Signal für Unterstützung gekommen ist, warten die beiden Frauen immer noch auf eine Antwort seitens der Gemeindeverwaltung. „Das dauert mir jetzt zu lange“, schimpft Diana Staiger und hat inzwischen auf eigene Faust eine Bedarfserhebung initiiert.
Die Recherchen unserer Zeitung verliefen gestern ergebnislos. Schulleiter Andreas Petermann war gestern ebenso wenig zu erreichen wie Bürgermeister Harald Eiberger. Die zögerliche Antwort von Hauptamtsleiter Rainer Scheible, in der Verwaltung zuständig für den Bereich Schulen: „Es wird bearbeitet.“
