Nussdorf (sf) – Das Ensemblekonzert der CJD Jugendmusikschule Vaihingen hat ebenso Tradition, wie der turnusgemäße Wechsel der Veranstaltungsorte. In diesem Jahr gastierten die Musikschüler in der voll besetzten Gemeindehalle Nussdorf. Den ganzen Sonntagnachmittag über gaben sie Einblicke in das erlernte Repertoire zwischen Mendelssohn und Huey Lewis.
„Es freut uns sehr, dass sie heute Nachmittag die schöne Musik dem schönen Wetter vorgezogen haben“, begrüßte Eberdingens Bürgermeister Peter Schäfer als Hausherr die Konzertbesucher im gefüllten Saal ebenso herzlich, wie auch die jungen Musiker der CJD Jugendmusikschule und ihre jeweiligen Dirigenten. Die Entscheidung zugunsten eines Konzertbesuchs sah Schäfer als konsequent an: Schönes Wetter, prognostizierte er, werde es in diesem Jahr schließlich sicher noch öfter geben. Dass die Gastspiele der Musikschule abwechselnd in den beteiligten Kommunen Eberdingen, Vaihingen, Sersheim und Illingen ausgetragen werden, wertete Schäfer als „schöne Sache“. So kommt jede Kommune einmal in den Genuss, das Können der Schüler hautnah zu erleben. Da ließ sich im Falle Nussdorf selbst der Bauhof nicht lange um Hilfe bitten. Die Mitarbeiter bauten extra eine Bühne für die Ensembles auf. Darauf hatte eingangs des munteren Konzertreigens bereits das Juniororchester Platz genommen.
Sie mussten sich aber noch einen Moment gedulden, bis sie unter der Leitung von Christine Wrase die „Suite a-moll“ (Georg Philipp Telemann) anstimmen konnten. Den Auftakt machte nämlich die Bläsergruppe des Jugendsinfonieorchesters. Peter Kopp hob den Dirigentenstab und bat zur Canzone zu zwei Chören. Das Publikum bedankte sich mit warmherzigem Beifall, der im Verlaufe des Nachmittags auch den anderen Ensembles zuteil werden sollte. Insgesamt acht Ensembles – zuzüglich der Band – waren beim Konzertnachmittag angetreten. Zu hören bekamen die Nussdorfer dabei auch Hochklassiges: Zwei Ensembles haben beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ besonders gut abgeschnitten und werden sich in zwei Wochen in Karlsruhe auf Landesebene stellen. „Sie werden von den Socken sein, was junge Menschen in dem Alter schon leisten“, sparte Musikschulleiter Kopp nicht mit Lob für seine Schüler und empfahl einen Besuch bei dem Wettbewerb.
Am Landeswettbewerb teilnehmen wird seitens der CJD Jugendmusikschule beispielsweise das Saxofonensemble bestehend aus Simona Staiger (Sopransax), Carolin Kirschner (Altsax), Francesca Pisu (Tenorsax) und Georg Foglszinger (Baritonsax). Nur zwei Mitglieder des Quartetts sind aus Vaihingen.
Die Leiterin der Saxofonklasse Claudia Witte hat sie mit Schülern der Jugendmusikschule Bietigheim und Schwieberdingen zusammengebracht. Für das Publikum in der Gemeindehalle Nussdorf hatten sie eine Auswahl alter ungarischer Tänze vorbereitet. Ebenfalls nach Karlsruhe reisen wird das Fagott-Quartett (Oliver Hasenzahl, Darius Klaschka, Till Meissner und Tobias Müller), das im zweiten Teil des Konzerts mit einer jungen Komposition aufwarteten, dem „Animal Quartett“.
Über weite Strecken überzeugten auch die anderen Ensembles vorrangig durch Qualität (die erfahrenen) oder Engagement (vor allem die jüngeren) in dem bunten Mix aus südamerikanischen Traditionals, Klassischem und rhythmischen Strukturen. Das Perkussionsensemble (Leitung: Ineke Busch) etwa steuerte zum Programm drei Stücke von verschiedenen Komponisten des 20.Jahrhunderts bei.
Das Akkordeon-Ensemble unter Alfred Berg offerierte vier Sätze aus der durchaus anspruchsvollen „Vegelin Suite“ von Jacob de Haan. Einen Ausflug nach Brasilien und Chile unternahm das Querflöten-Ensemble mit seiner Leiterin Silke Layher.
Die Gitarristen um Kenny Müller hatten unter anderem Claude Debussy vorbereitet. Das Jugendsinfonieorchester wusste mit zwei Sätzen aus der „Streichersinfonie Nummer 2, D-Dur“ (Felix Mendelssohn-Bartholdy) zu überzeugen, ehe die Band mit Leader Andreas Bader unter anderem mit Huey Lewis Hit „The power of love“ den Schlusspunkt auf ein Konzert setzte, das die Vielfalt an der Jugendmusikschule deutlich unterstrich.
