Dienstag, 22. Mai 2012

Oberriexinger Schule als Galerie


Rektorin und Bürgermeister zwischen Kunstobjekten. Foto: Rücker
Rektorin und Bürgermeister zwischen Kunstobjekten. Foto: Rücker

Oberriexingen (sr) – „Jedes Kind hat Begabungen, auf die es stolz sein kann“, betont Ingrid Jäger-Gutjahr, Schulleiterin der Grundschule in Oberriexingen. Im Rahmen des Theater- und Kunstprojekts „Jeder kann was!“ der Schule läuft nun der erste Countdown, bei dem die Schüler ihre Fähigkeiten zeigen. Eine Ausstellung lockt in die Schulräume und in Kooperation mit Künstlern entstandene Werke kommen unter den Hammer.
„Ich wohn’ da!“, behauptet eine Schülerin der vierten Klasse und heftet ihren Finger fest auf eines der roten Karos. „Nein, du wohnst da“, entgegnet eine andere, während sie ein anderes Viereck mit dem Zeigefinger anpeilt. Die Mädchen der 4b stehen vor ihrem Gemeinschaftswerk, das stolze zwei auf zwei Meter misst, im Gang des Oberriexinger Schulgebäudes. Gemeinsam mit der Künstlerin Grete Werner-Wesner gestalteten sie in der Kunstwoche im Dezember „Eine besondere Stadtansicht von Oberriexingen“. Es ist eines der 31 Gemeinschafts-Kunstwerke von Schülern und Künstlern, die am 1. März unter den Hammer kommen. Und einer hat schon ein Auge darauf geworfen: Willi Baur, Bürgermeister der Stadt und angehender Auktionator. Baur: „Das muss ich für die Gemeinde gegen alle Konkurrenz ersteigern!“
Das Gesamtprojekt der Schule „Jeder kann was!“ setzt sich aus sechs Elementen zusammen. Im September 2007 ging das Vorhaben an den Start, insgesamt ist eine Laufzeit von zwei Jahren vorgesehen. Beim „Kunst-Werkstatt-Projekt“, einem der sechs Elemente, fertigten alle 170 Schüler unter anderem ein Kunstwerk. Im Element „Eine Kunst-Ausstellung entsteht“ bewegt sich die Schule momentan. Hierbei stellen die Kinder und Künstler ihre Werke gemeinsam in allen Schulräumen aus. 16 kunstschaffende Erwachsene ließen den Funken der Begeisterung zu den Kindern überspringen. „Das fördert die Lernmotivation und die Schule öffnet sich nach außen“, begeistert sich Schulleiterin Jäger-Gutjahr. Während die Kinder ihre eigenen Werke nach der Ausstellung mit nach Hause nehmen dürfen, fließt der Erlös der Versteigerung in ein weiteres Projektelement unter dem Motto „Theater“.
Rund 13000 Euro an Fördergeldern befinden sich im Moment in dem Topf, aus dem „Jeder kann was!“ mit Unterstützung der Stadt Oberriexingen finanziert wird. Namhafte Förderer wie beispielsweise die Robert-Bosch-Stiftung und die Jugendstiftung Baden-Württemberg unterstützen das auf Nachhaltigkeit angelegte Vorhaben, wobei „die Fördergelder sehr streng nutzungsgebunden, beispielsweise für die Technik bei der Aufführung, zu verwenden sind“, sagt die Rektorin. Ein besonders dickes Lob lässt die Schulleiterin in Richtung Schul-Team vom Stapel, das „überdurchschnittlich mehr arbeiten“ musste. Aber: „Wir wollen den Kindern Gelegenheit geben, allen zu zeigen: ‚Ich kann was!‘“, so Jäger-Gutjahr, „die Ergebnisse sind überzeugend – es lohnt sich für die Kinder.“ Während die Aufführung des Theaterstücks erst Ende Juni über die Bühne geht, können die Kunstobjekte in den nächsten Tagen bewundert und teilweise erworben werden.

Die Objekte können in der Oberriexinger Grundschule morgen von 14 bis 17 Uhr und am Mittwoch, 27. Februar, von 17 bis 19 Uhr besichtigt werden. In der Schule, im Rathaus und Amtsblatt kann der Versteigerungskatalog eingesehen werden.
 Die Vernissage findet am Samstag, 1. März, um 14.30 Uhr in der Aula der Grundschule statt. Versteigerung anschließend im Versteigerungszelt hinter der Schule ab 16 Uhr.


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