Dienstag, 22. Mai 2012

Oberriexinger Schüler sind fleißig am Proben


Immer wieder ist Beifall fällig. Foto: Gergen
Immer wieder ist Beifall fällig. Foto: Gergen

Oberriexingen (vg) – 165 Schüler der Grundschule in Oberriexingen schleichen, schweben und proben für den großen Auftritt. Im Juni werden die kleinen Schauspieler der acht Klassen die Theater-Inszenierung auf der Grundlage des „Zauberer von Oz“ aufführen.
Auf leisen Sohlen schleichen sie herein, die Erstklässler. Heute sollen sie zum ersten Mal ihre gesamte Szene durchspielen. 165 Schüler der acht Klassen sind an dieser Theater-Inszenierung beteiligt, die auf der Grundlage des „Zauberer von Oz“ in acht Bühnenbildern jedem Kind eine eigene Rolle ermöglicht.
Bevor es richtig losgehen kann, stehen ein paar Aufwärmübungen mit Theaterpädagogin Heidelinde Finkbeiner-Knapp auf dem Programm. Beim freien Herumlaufen ertönt plötzlich der feine Klang ihrer Triangel und das ist für die Sechs- und Siebenjährigen das Kommando zum Einfrieren der Miene und absoluten Stillstehen. Anschließend sollen die Kinder sich in verschiedene Rollen hineindenken und sich in diesen ausdrücken. So schweben zunächst alle als Elfen durch den Raum. Dann wiederum dürfen sie mit passenden Worten und Gestik die Schönheit ihrer Lehrerin bewundern. Manchen fällt das noch ziemlich schwer, andere scheinen dafür geboren zu sein… Fast täglich beschäftigen sich die Schüler im Unterricht mit der Geschichte. Jedes Kind bekommt seine Figur seinem Wesen entsprechend zugeteilt, soll sich in ihr wohl fühlen und so selbstständig seine Worte finden können. Finkbeiner-Knapp gibt Anregungen für die Dialoge, um den roten Faden durch die Szene zu spinnen. Ganz oft werden ihre Wendungen dann aber von den Schülern durch Beiträge ersetzt, die nur einem Kindermund entspringen können, wie „Vielleicht hat die Düsen an ihr Haus gebaut und ist damit her geflogen“ oder „Das ist doch die normalste Normalität!“.
Tatsächlich gelingt es kurz vor Ende der Stunde tatsächlich, die einzelnen Parteien zu einem Ganzen zu vereinen. Kommentare, Positionen, Anregungen und Geistesblitze werden dokumentiert, dienen diese doch als Anknüpfungspunkt für die nächsten Proben, bei denen bis zum Sommer weiter an Worten, Gestik und Spannungsbogen geschliffen werden wird, damit die Erstklässler bei den Aufführungen Ende Juni richtig stolz auf sich selbst sein können.
Als nächstes sind die Schüler der Klasse 2a an der Reihe. Kurze Erklärungen lassen die Kinder inhaltlich wieder in ihre Szene eintauchen. Jedes von ihnen hat sich in den vergangenen Wochen eine Kinderbuchfigur ausgesucht und wird diese im Theaterstück verkörpern. So gibt es beispielsweise ein paar Bibi Blocksbergs und Pippi Langstrumpfs. Auf der Bühne sollen sie die Hauptdarstellerin Dorothy davon überzeugen, statt des „Zauberer von Oz“ doch ihr Buch auszuwählen und zu lesen. Ein Stück der Kinder soll es schließlich werden und nicht das Ergebnis eines aufgesetzten Drehbuchs. Dazu ist es notwendig herauszufinden, welche Rolle zu welchem Kind passt. In diesem Stadium befinden sich die Viertklässler von Rektorin Ingrid Jäger-Gutjahr, die das Kunst- und Theaterprojekt zusammen mit ihren Kollegen mit viel Enthusiasmus ins Leben gerufen hat.
Im April werden mit Elternhilfe die entsprechenden Buchkulissen von den Schülern gestaltet. Doch zunächst steht noch ein anderes Großereignis in der Schule an. Am 1. März findet unter dem Motto „Jeder kann was“ eine Vernissage mit Versteigerung unter Mitwirkung von Bürgermeister Willi Baur statt, bei der zahlreiche Kunstobjekte bewundert und erworben werden können. Die Bilder und Skulpturen wurden größtenteils im Rahmen einer Kunstprojektwoche von den Grundschülern zusammen mit 16 namhaften Künstlern gestaltet, um nun zugunsten des Theaterprojekts der Öffentlichkeit dargeboten zu werden. Sie beinhalten aber auch reine Künstlerarbeiten. „Dies gibt ganz sicher eine besonders interessante Begegnung von Kinder- und Künstler-Kunstwerken, die sich sehen lassen kann“, verspricht die Schulleiterin.


Seitenanfang