Vaihingen (aa) – Ausflugsziel Stadthalle. Das war gestern in hunderten von Vaihinger Familien das Motto des Tages. Die Stadt Vaihingen hatte zum Neubürgerempfang eingeladen. Und da drängte sich zumindest für die „Kernstädter“ ein Spaziergang geradezu auf. Schöneres Wetter hätte man sich ja nicht wünschen können.
Die kleines Nina (3) aus der Kurt-Schumacher-Straße ist mit dem Rad gekommen, für das ihr Papa noch einen sicheren Abstellplatz sucht. Er stellt das Rädle kurzerhand hinter die Absperrung zum Pflanzbeet. Da könnte die Frage nach Fahrradständern aufkommen. Kommt aber nicht. „Wir fühlen uns sehr wohl in Vaihingen“, erzählen Ninas Eltern, die aus Kornwestheim zugezogen sind. Im Vergleich zu Vaihingen sei doch Kornwestheim eher eine tote Stadt.
Auch die Zarbocks sind wieder da. Sie haben im VKZ-Gespräch freimütig ihre Eindrücke von den ersten Monaten in der Stadt geschildert („Vaihingen ist schön, aber…). „Drohanrufe haben wir nicht bekommen“, lachen sie. Man trifft auf bekannte Gesichter, die auch eingeladen sind, etwa den Gymnasiallehrer, der vor einem Jahr von Häfnerhaslach nach Vaihingen gezogen ist und es sich jetzt nicht nehmen lässt, als Neubürger behandelt zu werden. Dabei unterrichtet er schon fast 30 Jahre an den Vaihinger Schulen…
„Vaihingen ist schön – und…“, wandelt Oberbürgermeister Gerd Maisch die VKZ-Überschrift um. Der Neubürger Maisch, der seit Juli 2007 in Vaihingen wohnt, kennt sich inzwischen top aus. Für die Stadtverwaltung sei es wichtig, „dass Sie sich in Vaihingen wohl und zu Hause fühlen“, betont er. Zum Wohlfühlen soll unter anderem auch das Bonusheft beitragen, das als Willkommensgeste der Händler aus der Stadt verstanden werden soll. „Machen Sie Gebrauch davon und bleiben Sie den Geschäften auch danach treu. Sie können sehr viel dazu beitragen, die Einkaufsmöglichkeiten in ihrer Vielfalt zu erhalten und zu verbessern.“
Ein paar Sätze zur Geschichte der Stadt, zur Gegenwart. Vaihingen sei heute eine moderne Stadt mit rund 30000 Einwohnern und biete rund 7500 Arbeitsplätze. Gesetzt werde stark auf den Faktor Wissen. Mit einem durchgängigen Schulsystem biete man der Jugend alle Möglichkeiten der schulischen Bildung – und der Wirtschaft qualifizierte Schulabgänger. Vaihingen biete eine reizvolle Landschaft auf mehr als 7000 Hektar mit einer bedeutsamen Weinkultur. Maisch: „Darauf sind wir schon ein bisschen stolz.“
Der OB unternimmt, untermalt mit einer fortlaufenden Bilderpräsentation, eine kurze Reise durch die Stadt, wirbt für das Vereinsleben, die Feste (vor allem für den Maientag) und bittet die Neubürger, sich einzubringen: „Dass Vaihingen eine liebens- und lebenswerte Stadt ist, liegt nicht zuletzt am Engagement und an der Hilfsbereitschaft unserer Mitbürger.“ Vaihingen solle eine Stadt bleiben, „in der es sich leben lässt, in der Wohnen und Arbeiten Freude machen“. Maisch: „Wir wollen die wirtschaftliche Entwicklung weiter aktiv unterstützen und uns für die qualitative und quantitative Verbesserung des Angebots einsetzen. Dieser Weg ist nicht immer einfach, weil schnell persönliche Vorstellungen und Bedürfnisse tangiert sind, die den objektiven Blick auf das Ganze trüben.“
Beim Empfang ist indessen unschwer eine positive Grundstimmung auszumachen. Es herrscht ein Trubel wie in einem Bienenstock. Die Infotafeln sind ständig umlagert, die Tische mit den Prospekten ein magischer Anziehungspunkt. Die Kleinsten werden auf der Empore im Foyer von Erzieherinnen aus städtischen Kindergärten betreut - das gehört dazu. Die neuen Vaihinger freuen sich einfach, dass man an sie gedacht hat und nehmen auch gerne die Stadtführungen an. Wegen des großen Andrangs – es gab nahezu 400 Anmeldungen – müssen Sonderabteilungen gebildet werden.
Ganz sicher hat gestern vor allem auch die CJD Jugendmusikschule mit ihrer Band viele Freunde gewonnen. Wie die Truppe um Andreas Bader abrockt, ist hörenswert. Bei „Oye Como Va“ und anderen Klassikern kommt Schwung in die Halle. „Vaihingen hat was zu bieten“, staunt ein Neubürger und klatscht heftig Beifall.
