Dienstag, 22. Mai 2012

Eisenbahner hat Vision


Mit einem Zweiwegebagger wurden Bäume und Sträucher entlang der Schienen entfernt. Foto: Schmid
Mit einem Zweiwegebagger wurden Bäume und Sträucher entlang der Schienen entfernt. Foto: Schmid

Kleinglattbach – Zwischen dem ehemaligen Bahnhof Vaihingen-Nord und dem Schienenknoten Aischbach hat sich gestern einiges getan. Entlang der Gleise wurden Wildwuchs und grober Abfall entfernt.

Der Horrheimer Eisenbahnunternehmer Markus Weber hat eine Vision: Auf dem rund zwei Kilometer langen Gleisstück zwischen dem ehemaligen Reichsbahnhof in Kleinglattbach und Aischbach sollen wieder Züge rollen. Genauer gesagt die Züge seines Unternehmens. „Wir könnten uns gut vorstellen, dass hier ein Güterbahnhof entsteht“, sagt Markus Weber, dessen Eisenbahngesellschaft zehn Lokomotiven besitzt. Auf dem Schienenstück, sollen nach der Vorstellung von Weber also in Zukunft Güterzüge rollen.

Damit aber überhaupt ein Zug die Strecke befahren kann, haben die Mitarbeiter von Markus Weber gestern entlang der Schienen grobe Abfälle und vor allem Wildwuchs entfernt. Mit Motorsägen und einem Zweiwegebagger ist das fünfköpfige Team dem Pflanzendickicht zu Leibe gerückt. „Der Spezialbagger kann problemlos auf Straßen und auf Schienen fahren“, erläutert Markus Weber. Hätte das Team einen normalen Bagger für das Vorhaben verwendet, hätten die Schienen darunter gelitten. „Und das wollten wir um jeden Preis verhindern.“

Denkbar einfach war das Vorgehen der Männer: Die Bäume und Sträucher wurden von der Spezialbaumaschine aus dem Erdreich gerissen und mit Motorsägen zerkleinert. Das gesägte Holz und das restliche Grünzeug wurde am Rand der Schienen auf mehreren Haufen zusammengetragen. „Das war keine willkürliche Rodungsaktion, die Pflanzen mussten entfernt werden, damit Züge sicher verkehren können“, sagt Markus Weber.

Der Eisenbahnunternehmer könnte sich vorstellen, den Nordbahnhof als Umschlagplatz für Holz und Schrott zu nutzen. „Außerdem könnte man das Industriegebiet ,Perfekter Standort’ an die Gleise anschließen.“

Ob die Vision des Eisenbahnunternehmers aber Wirklichkeit wird, hängt von der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat ab. „Ich hoffe, dass der Gemeinderat seine Ansicht ändert und dem Zugverkehr zustimmt“, sagt Weber. Von Seiten der Stadt, der die Gleisanlage gehört, habe er außerdem auf mehr Unterstützung für die Aktion gehofft. Gegen die Arbeiten hatte das Rathaus nichts einzuwenden, „geholfen wurde uns aber nicht“.

Heute geht die Säuberungsaktion auf der ehemaligen WEG-Trasse weiter. Zusammen mit einer an der Erhaltung der Schienenstrecke interessierten Gruppe wollen die Mitarbeiter von Markus Weber auch auf einem Teil der Strecke zwischen Nordbahnhof und Enzweihingen Wildwuchs und Abfälle entfernen. „Vielleicht kommen zu dieser Aktion ja auch ein paar freiwillige Helfer dazu“, hofft Weber. Die Truppe trifft sich um 9 Uhr beim Stadtbahnhof an der Hans-Krieg-Straße.

Philipp-Marc Schmid


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