Horrheimer Kindergartenkinder nehmen Berufe unter die Lupe
Horrheim (phs) – Früh übt sich: Rund 60 Kinder des Horrheimer Kindergartens haben im Januar fünf Berufsgruppen unter die Lupe genommen. Es wurden unter anderem Einblicke in eine Backstube, eine Autowerkstatt und eine Arztpraxis gewährt.
Wie sieht eigentlich ein Auto von unten aus und wie funktioniert ein Hotel? Diese und andere Fragen haben sich die Horrheimer Kindergartenkinder gestellt und auch nach Antworten gesucht. Einen Monat lang hat sich zwei Mal in der Woche im Kindergarten deshalb alles um die Berufe des Schreiners, des Automechanikers, des Arztes, des Bäckers und des Hotelangestellten gedreht.
Für das Projekt des Kindergartens haben die Erzieherinnen Hand in Hand mit den Horrheimer Gewerbetreibenden gearbeitet. Die Berufe wurden mittels Bilderbüchern, Geschichten und Liedern erklärt. „Der Höhepunkt war dann aber ein Besuch im jeweiligen Betrieb“, sagt Kindergartenleiterin Cordula Schultz. „Nur den Schreiner haben wir nicht besucht, er kam zu uns.“ Das Jahr 2008 stehe unter dem Motto „Unser Dorf“, deshalb sei es den Erzieherinnen wichtig gewesen, Berufe zu erklären, die es in Horrheim gibt.
Das Projekt wurde so angelegt, dass die Anforderungen des neuen Orientierungsplans, der bis spätestens 2010 in allen Kindergärten im Ländle umgesetzt sein muss, erfüllt werden. Der Plan sieht unter anderem vor, dass in der Kindererziehung individuell auf die Neigungen der Kindergartenkinder eingegangen werden soll. Deshalb konnten die rund 60 Mädchen und Jungen selbst wählen, zu welchem Beruf sie gerne mehr erfahren würden.
„Jeweils zwölf Kinder konnten sich für eine der fünf Berufsgruppen entscheiden“, erläutert Cordula Schultz das Konzept des Projekts. War eine Gruppe voll, musste ein anderer Beruf gewählt werden. Wer einmal einen Platz in einer Gruppe bekommen hatte, konnte seine Wahl nicht mehr rückgängig machen. „Wir wollten den Kindern vermitteln, dass es wichtig ist, zu Entscheidungen zu stehen.“
Den Kindergartenkindern haben die vier Wochen gut gefallen. „Wir haben mit dem Schreiner zusammen einen Winkel gebaut“, erzählt Tim Wagner. Damit könne man gerade Linien und einen rechten Winkel zeichnen, weiß er. Leuart Gurazin war mit seiner Gruppe beim Arzt zu Gast und hat dabei Mut bewiesen: Damit er sein Blut unter dem Mikroskop betrachten konnte, lies er sich in den Finger pieksen. „Das war gar nicht so schlimm“, sagt er.
Weil das Projekt so gut angekommen ist, setzt Cordula Schultz es nun fort. „Die Kinder, die noch Lust haben, können sich daran beteiligen.“ Jeweils eine Woche lang werden nun die Berufe Bauarbeiter, Maler und Friseur vorgestellt.
