Montag, 21. Mai 2012

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Faszination Fische in Oberriexingen. Foto: Bögel
Faszination Fische in Oberriexingen. Foto: Bögel

Oberriexingen (ub). Vor dem Kleintierzüchterheim in Oberriexingen holte der Mann tief Luft: „Das war ein erfolgreicher Fischzug.“ Auf die Fisch- und Pflanzenbörse gab es gestern Morgen einen regelrechten Ansturm. „Das ist schon abartig“, sagte Organisatorin Hermine Heckl.
 2003 hat sich die Aquariengruppe innerhalb des Kleintierzuchtvereins Z155 in Oberriexingen gegründet. Vier Börsen für Fischfreunde gibt es jährlich – mit steigender Popularität. „Doch so viele Leute wie gestern waren noch nie da“, erklärt ein Züchter aus Sersheim.
Auch für Leute, die kein Aquarium zu Hause haben, lohnt sich der Gang durch das Vereinsheim in der Mühlstraße. Man kann eintauchen in die Welt der Exoten: Goldstaubmollys für 1,10 Euro, Antennenwelse für vier Euro, Guppys, die typischen Anfängerfische, für 1,50 Euro, Schwertträger, Keilfleckenbärblinge, Wabenschilderwelse oder Goldkopfskalare – die Vielfalt in den Becken ist enorm.
Dabei ist die Wassertemperatur entscheidend. Die Roten Zwergtilopie (Tilapia snyderae), die zur Gruppe der Buntbarsche gehören, brauchen eine Temperatur von 24 bis 27 Grad, damit sie bis zu 15 Zentimeter groß werden können. Die Offenbrüter brauchen eine Aquariengröße von etwas kleiner als 80 Liter.
„Das ist doch total unlogisch“, klagt ein Züchter aus Sersheim. „Da lässt doch das eine Weible das andere nicht in Ruhe.“ Bewundernd schaut er seinen Breitmaulbarschen zu, die als Nahrung die Algen von den Steinen schaben. Acht Euro verlangt er für ein Exemplar. Die Heros aus Peru sind noch teurer: zwölf Euro müssen dafür bezahlt werden. In zwölf Becken hält der Sersheimer zuhause seine Fische. Da dauert die abendliche Fütterung schon eine halbe Stunde. Bei der Börse in Oberriexingen kommen vor allem Jungfische zum Verkauf: „So regelt man seinen Bestand.“
Seit über 30 Jahren züchtet Hermine Heckl Fische. Sie hält die Fäden in der Hand, berät die Besucher. Um ihre Tiere auf der Zierfischbörse verkaufen zu dürfen, müssen die Züchter vorher nachweisen, dass sie sachkundig mit den Fischen umgehen. Es wird kontrolliert, ob die Fische gut transportiert werden und überprüft, ob alle Becken mit Lüftung und Beleuchtung ausgestattet sind.
Die Auswahl an Zierfischen ist groß. Entsprechend gibt es auch viele Fehler, die Anfänger beim Bestücken des Aquariums machen können. „Die Arten, die in einem Aquarium gehalten werden, sollten unbedingt zusammenpassen“, sagt Heckl. Sonst kann es zu Kämpfen kommen, im schlimmsten Fall fressen sich die Tiere sogar gegenseitig auf. Zu viele Bewohner sollten es laut der Organisatorin auch nicht sein: „Als Faustregel gilt ein Zentimeter Fisch pro Liter Wasser.“




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