- Die beiden Landschaftsökologen Barbara Klein und Wulf Kindermann (von links) haben die Tafeln für den Naturlehrpfad gestaltet, der gestern in Nussdorf eröffnet wurde. Mit auf dem Bild: Michaela Österle vom Eberdinger Bauamt, Erster Landesbeamter Dr. Utz Remlinger, Bürgermeister Peter Schäfer und Siegfried Zenger, Geschäftsführer von Plenum Heckengäu. Foto: Küppers
Nussdorf (rkü). Sechs Stationen umfasst der neue Naturlehrpfad, der an der Nussdorfer Gemeindehalle beginnt. Damit soll die Landschaft des Heckengäus und ihr Wandel zur Geltung kommen, sagte Eberdingens Bürgermeister Peter Schäfer gestern bei der Eröffnung.
Der Nussdorfer Naturlehrpfad führt auf einer Strecke von fünf Kilometern durch die Landschaft zwischen Nussdorf, Iptingen und Weissach. Mit integriert in den Rundkurs ist der Waldlehrpfad, der bereits seit einigen Jahren existiert. Wer mit offenen Augen durch die Landschaft spazieren und dabei auch die Tafeln durchlesen will, sollte etwa zwei Stunden für den Rundweg einplanen.
Die Landschaftsökologen Barbara Klein und Wulf Kindermann aus Nussdorf haben bei der Planung des Naturlehrpfads ihre Ortskenntnis mit eingebracht. „Die Tafeln haben wir nicht regelmäßig auf der Strecke verteilt, sondern immer dort aufgestellt, wo es Besonderheiten in der Natur zu entdecken gibt“, sagte Kindermann. „Der Mensch hat diese Kulturlandschaft im Lauf von Jahrtausenden geschaffen.“ Steinriegel, Hecken und Trockenmauern gehören ebenso zu den landschaftsprägenden Elementen wie Streuobstwiesen. „Zwei Drittel der Streuobstwiesen im Landkreis Ludwigsburg sind in den vergangenen Jahrzehnten verloren gegangen“, bedauerte Erster Landesbeamter Dr. Utz Remlinger, der auch für den Bereich Umwelt zuständig ist. „Wir haben in unserem Verdichtungs-Landkreis einen hohen Flächendruck. Umso mehr achten wir darauf, dass wir ökologisch wertvolle Flecken unter Schutz stellen und erhalten.“
Der neue Naturlehrpfad lenkt den Blick auf die Besonderheiten der Landschaft. Beginnend an der Gemeindehalle werden die Nussdorfer Siedlungsgeschichte, Reste römischer Villen, geologische Grundlagen, landwirtschaftliche Nutzung und die in diesem Bereich vorkommenden Tiere und Pflanzen thematisiert. Die beiden Landschaftsökologen trugen Bilder und Texte für die insgesamt sieben Tafeln an sechs Stationen zusammen. „Am schwierigsten war es, das Material so zu reduzieren, dass es auf die Tafeln passte und interessant zu lesen ist“, berichtete Barbara Klein. Gemeinsam mit etwa 20 Gästen wurde der Rundweg gestern erstmals begangen. Um bei der gestrigen Vorstellung auch wirklich eine Neuigkeit zu präsentieren, habe man die Tafeln ganz bewusst erst am Vortag aufgestellt, ergänzte Kindermann.
Die Kosten von beinahe 10000 Euro trägt zum größten Teil die Gemeinde Eberdingen. Das Plenum Heckengäu steuert 3000 Euro bei, außerdem übernimmt die Alison und Peter Klein-Stiftung einen Anteil. Anlass, den Lehrpfad zu gestalten, war das Verfahren für die Aufstellung eines Bebauungsplans im Gebiet Staudenwald, das von dem Rundweg durchschnitten wird.