Vaihingen (rkü). Die Vaihinger Feuerwehr hat ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Im Mittelpunkt stand das Festwochenende im Juli mit dem Tag der Helfer. Übers Jahr gab es aber noch viele weitere Veranstaltungen. Bevor die „Heiße-Herzen-Fahrt“ in einer Woche den Abschluss bildet, blicken Feuerwehrkommandant Thomas Fais und Abteilungskommandant Thomas Korz im VKZ-Interview aufs Jubiläumsjahr zurück.
Die Feuerwehr war mit ihren vielfältigen Aktionen allgegenwärtig in der Stadt – stehen die Vaihinger jetzt Schlange und wollen in der Feuerwehr mitwirken?
Korz: Nein, in der Abteilung Stadt gibt es in diesem Jahr keinen einzigen Neuen. Das ist ungewöhnlich.
Fais: Dem Image der Feuerwehr hat die gelungene Präsentation im Jubiläumsjahr sicher gut getan. In der Gesamtfeuerwehr haben wir auch einige Neuaufnahmen, nur in Vaihingen selbst nicht.
Die Veranstaltungen waren so vielfältig, dass für jeden etwas dabei war. Woran erinnern Sie sich am liebsten?
Korz: Oh, das ist schwer. Jede Veranstaltung hatte ihren Charme und ihren Reiz. Darum haben wir es ja nicht in einem großen Programmpunkt zusammengefasst, sondern übers Jahr verteilt. Es ist alles sehr positiv abgelaufen.
Fais: Angefangen hat es mit dem Festakt, zu dem wir nur positive Resonanz von unseren Gästen bekommen haben.
Das Besondere beim Festakt war, dass Sie sich als Veranstalter zurücklehnen und selbst mitfeiern konnten?
Korz: Wir waren selbst Gäste bei unserem Festakt. Die Bewirtung hat das Jugenddorf übernommen. Wir haben extra nicht bei der Feuerwehr gefeiert, sondern in der Aula des Jugenddorfs. Es war ein sehr festlicher Rahmen.
Was meinen Sie, welche Aktion ist bei der Mannschaft am besten angekommen?
Fais: Das dürfte die Großübung gewesen sein, bei der wir auf dem Marktplatz gezeigt haben, wie Löschangriff und Hilfeleistungseinsatz heute ablaufen und wie es früher war.
Korz: Diese Großübung war ganz toll. Wir haben vier Übungsszenarien vorgegeben und die Umsetzung an vier Gruppen übertragen. Die haben die Ideen und Abläufe selbst entwickelt. Was sich da für eine Eigendynamik entwickelt hat, war beeindruckend.
Auch die Bevölkerung war beeindruckt. Hunderte Zuschauer auf dem Marktplatz sprechen für sich.
Korz: Wir haben ganz bewusst darauf geachtet, dass es nicht zu lang wird. Unsere Präsentation sollte interessant und kurzweilig bleiben und ich glaube, das ist gelungen.
Was war denn bei der Vorbereitung am anspruchsvollsten, wofür haben Sie die meiste Arbeit aufwenden müssen?
Fais: Die Logistik und die Vorbereitung für den Tag der Helfer und das ganze Festwochenende hat die größte Arbeit verursacht. Auch die Abstimmung mit so vielen Beteiligten war sehr aufwendig. Zum Glück sind wir von der Stadt sehr gut unterstützt worden, egal ob es um Straßensperrung, Verwaltungsdinge oder den Bauhof ging.
Offensichtlich hat die Abstimmung gut funktioniert.
Korz: Mein Stellvertreter Rafael Prellezo hat an dem Festwochenende die Fäden in der Hand gehalten. Er hat die Abläufe in großer Ruhe, Sachlichkeit und Bestimmtheit koordiniert.
Fais: Der hatte an den Festtagen zwei Telefone und drei Funkgeräte um sich rum und es hat alles wunderbar funktioniert.
Und die ganze Feuerwehr hat mitgezogen?
Korz: Wie sich die Leute eingebracht haben, das war Wahnsinn.
Fais: Die Nerven liegen schon mal blank, aber es haben alle Abteilungen zusammengehalten.
Wenn Sie ein Fazit ziehen – was hat sich in der Feuerwehr durch die Jubiläumsaktivitäten verändert?
Fais: Die Kameradschaft war vorher schon gut, aber vor allem der Kontakt zwischen den Abteilungen ist durch die gemeinsamen Veranstaltungen noch besser geworden.
Hat die Feuerwehr in ihrem Jubiläumsjahr schon größere Einsätze bewältigen müssen?
Korz: Was das angeht, war 2009 bisher ein ganz normales Jahr. Zwei Einsätze haben wir aber während der Jubiläumsfeiern gehabt: Montagmorgen einen Unfall auf der B10 und in der Nacht auf Dienstag eine Türöffnung, um eine hilflose Person zu retten.
Fais: Es gab nur wenige spektakuläre Einsätze wie den Dachstuhlbrand in der Neujahrsnacht, den Brand in der Realschule, einen entgleisten Zug im Tunnel und vor Kurzem das Auto, das in der Enz gelandet war.
Nächsten Samstag (19. Dezember) ist die „Heiße-Herzen-Fahrt“ auf der Enz. In welcher Weise beteiligt sich die Feuerwehr an dieser beliebten Veranstaltung?
Korz: Zum Absichern sind wir schon immer mit dabei. Dieses Jahr bilden wir zwischen dem oberen und dem unteren Wehr ein Fackelspalier, wenn die Paddler in Vaihingen eintreffen. Danach fängt das richtige Spektakel an: Mit bengalischem Feuer und gasbefeuerten Tonnen bringen wir die Enz zum Leuchten.
Wo sollte man sein, wenn man den besten Blick auf das Spektakel haben will?
Fais: Wer auf der Brücke am Wehr oder auf den Straßen am Ufer steht, wird alles gut sehen können. Wie beim ganzen Jubiläumsfest gilt auch hier: Ohne Hilfe durch Sponsoren könnten wir das alles nicht bieten. Aber die Feuerwehr hilft selbst so oft, da sind bei einem Anlass wie dem Jubiläum auch viele bereit, die Feuerwehr zu unterstützen.
Wenn in einer Woche die letzte Jubiläumsveranstaltung vorüber ist – fallen Sie dann in ein großes Loch?
Fais: Ein Loch? Gar nicht!
Korz: Wir haben im Jubiläumsjahr nur die nötigsten Übungen angesetzt, um für Einsätze fit zu sein. Das normale Programm mit zusätzlichen Ausbildungen nehmen wir 2010 wieder auf. Außerdem steht der Bau des neuen Feuerwehrhauses an.
Wie ist hier der aktuelle Stand?
Fais: Nächste Woche haben wir eine große Sitzung. Jetzt ist die Entwurfsplanung fällig und damit auch eine detaillierte Kostenberechnung. Damit der Gemeinderat im Februar den Baubeschluss fassen kann, muss die Planung bis Ende Januar fertig sein.
Korz: Wir hoffen, dass wir das Feuerwehrhaus wirklich für die Zukunft bauen und dass es gut und zweckmäßig wird.
