Ludwigsburg (rkü). Radfahrer im Landkreis Ludwigsburg können sich freuen: Egal ob sie auf überregionalen Radwegen oder auf Verbindungswegen innerhalb des Kreises unterwegs sind – künftig sollen einheitliche Schilder den Weg weisen. Die Kosten hierfür werden im Landratsamt auf rund 200000 Euro geschätzt.
Der „Runde Tisch Radverkehr“ hat auf Landesebene die Empfehlung ausgesprochen, nach Möglichkeit Radwege mit einer einheitlichen Beschilderung kenntlich zu machen. Im Landkreis Ludwigsburg fand diese Empfehlung große Resonanz. Schon in den früheren Jahren wurde viel Geld in den Bau von Radwegen investiert. Jetzt beschloss der Kreistag neue Richtlinien zur Förderung des Radwegbaus.
Erstmals enthalten ist der Passus, dass auch die Beschilderung gefördert wird: „Förderfähig ist auch die erstmalige Radwegbeschilderung nach den Vorgaben der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV).“ Das bedeutet, dass der Kreis die Kosten für die neuen Wegweiser übernimmt, nicht allerdings die Folgekosten. Für das Jahr 2010 wurde hierfür ein Betrag von 100000 Euro bereitgestellt. Bei Kosten von 50 bis 60 Euro pro Schild soll dieser Betrag vorläufig ausreichen. Insgesamt beträgt der Zuschussbedarf nach einer Schätzung des Landratsamts rund 150000 Euro. Zahlreiche Schilder werden nämlich aus anderen Töpfen bezahlt. So ist für die Schilder an Landesradwegen wie Neckartal-Radweg, Alb-Neckar-Weg und Stromberg-Enztal-Weg die Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg zuständig, die auch die Finanzierung des Schildertauschs übernimmt. Im nordwestlichen Teil des Landkreises wird die Beschilderung der touristischen Radwege des Kraichgau-Stromberg Tourismusverbands kreisübergreifend erarbeitet. Dabei werden auch Schilder des Landkreises ausgetauscht, wofür der Tourismusverband die Hälfte der Kosten übernimmt.
Radwegschilder nach den Vorgaben der FGSV sind gut erkennbar und vor allem einheitlich. Wie bei Straßenschildern stehe das Fernziel oben, erklärt Stephanie Mayer von der Pressestelle im Landratsamt. Näher gelegene Ziele seien grundsätzlich darunter angegeben. Die Schilder böten genügend Platz, um neben Entfernungsangaben auch Zusatzinformationen unterzubringen. So lasse sich auf heftige Steigungen oder Gefällstrecken ebenso hinweisen wie auf bestimmte Themenradwege. Die Schilder seien mit grüner Schrift auf weißem Grund gestaltet.
Der Kreistag beschloss darüber hinaus zwei weitere Änderungen an den Richtlinien, in welcher Weise der Landkreis den Bau von Radwegen unterstützt. Die Breite von Radwegen und kombinierten Geh- und Radwegen wurde von zwei auf 2,50 Meter erhöht. Außerdem wurde die Soll-Vorschrift gestrichen, Radwanderwege abseits der Straßen mit wassergebundener Oberfläche zu bauen. Der Gündelbacher Kreisrat Albrecht Fischer (CDU) bezeichnete die bisherige Vorgabe als „Ausführung der Wegeoberfläche in rennradfeindlichem und plattfußförderndem Schotter“. Wenn künftig Schwarzbelag verwendet werde, meint Fischer, dann freuen sich auch Inline-Skater und Spaziergänger mit Kinderwagen über diese Änderung. Er warb gleichzeitig dafür, die so entstandenen Wege auch zu nutzen.
