Prima Energiemanagement in Sachsenheim
Sachsenheim (p). Eine nachhaltige Kontrolle des Energieverbrauchs ist der Schlüssel für mehr Energieeffizienz, sinkende Kosten und mehr Umweltschutz. Auf kommunaler Ebene nimmt die Stadt Sachsenheim dabei nach Meinung ausgewiesener Fachleute eine Vorreiterrolle ein.
Rund 20 Prozent der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg verfügen über ein eigenes Energiecontrolling, um ihren Strom- und Wasserverbrauch, ihre Heizkosten, aber auch ihre umweltschädlichen Emissionen langfristig in den Griff zu bekommen. „Großstädte wie Stuttgart haben damit schon in den 70er Jahren begonnen. Mitte der 80er Jahre folgten andere größere Städte wie Ludwigsburg. Es gibt jedoch auch genügend Kommunen, die auf diesem Gebiet überhaupt keine Anstrengungen unternehmen“, macht Energieberater Helmut Scholz deutlich. Seit dem Jahr 2000 ist er für die Stadt Sachsenheim tätig und kann auf beachtliche Erfolge verweisen.
„Bis Ende 2008 hatten wir nach Abzug aller Kosten insgesamt rund 344 000 Euro mit unserem strikten Energiemanagement eingespart. Ende dieses Jahres soll der Betrag sogar auf 440 000 Euro angestiegen sein“, erklärt Markus Fischer vom Sachsenheimer Hochbauamt. Besonders stolz ist Fischer darauf, dass sich fast alle größeren städtischen Gebäude im grünen Bereich des Farblabels der Energieausweise befinden. „Das heißt, sie haben einen niedrigeren Verbrauchswert als der Durchschnitt der öffentlichen Gebäude in Deutschland. Lediglich im denkmalgeschützten Rathaus sind die energetischen Maßnahmen aufgrund der sehr strengen Auflagen nur äußerst schwierig umzusetzen. Doch auch beim Rathaus liegen wir zumindest im hellgrünen Bereich “, betont Fischer.
Die Einsparquote bei der Heizenergie der 17 größten städtischen Gebäude betrug 2008 knapp 37 Prozent gegenüber der Ausgangsbasis, dem Durchschnittswert der Jahre 1996 bis 1998. Bei den 27 kleineren Liegenschaften der Stadt machen sich vor allem die Sanierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre bemerkbar. Allein im Winter 2008/2009 senkte die Stadt Sachsenheim ihren Verbrauch in drei Gebäuden zusammen um stattliche 100 000 Kilowattstunden. Dies entspricht rund 10 000 Litern Heizöl.
Ähnlich erfreulich haben sich die Stromkosten des städtischen Gebäudebestands entwickelt. Ihr durchschnittlicher Wert lag in den Jahren 1996 bis 1998 noch bei rund 108 000 Euro und soll bis 2010 auf weniger als 90 000 Euro gesunken sein. „Mehr als die Hälfte der Stromausgaben für die neu hinzugekommenen Gebäude konnten damit erwirtschaftet werden“, erläutert Fischer. Die Aufwendungen für den Wasserverbrauch zeigten zuletzt im Jahr 2003 mit seinem trockenen Sommer einen Spitzenwert von 63 000 Euro. Im vergangenen Jahr schlugen sie im städtischen Haushalt nur noch mit insgesamt 47 500 Euro zu Buche.
„Aber nicht nur bei der Kostensenkung sind wir uns unserer Verantwortung für die künftigen Generationen bewusst, auch unsere Umweltbilanz kann sich sehen lassen. Mehr als die Hälfte der bei unseren größten städtischen Gebäuden zum Einsatz kommenden Heizenergien werden nun durch die erneuerbare Energiequelle Holz und durch Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungen geliefert“, erläutert Bürgermeister Horst Fiedler. Beispielsweise in der Kirbachschule im Stadtteil Hohenhaslach und in der Grundschule Kleinsachsenheim wurden effektive Holzhackschnitzelheizungen in Betrieb genommen. Diese fortschrittliche Entwicklung zahlt sich auch bei den Kohlendioxidemissionen aus, welche die Stadt Sachsenheim seit 1995 um rund 50 Prozent senken konnte.
„Das Energiecontrolling in Sachsenheim und die Anstrengungen der Stadt auf diesem Gebiet haben eine gewisse Vorreiterstellung unter den Kommunen Baden-Württembergs“, erklärt Energieberater Scholz, der für viele Gemeinden im ganzen Land tätig ist.
Die Verantwortlichen in Sachsenheim kontrollieren, vergleichen und optimieren nicht nur den Energie- und Wasserverbrauch der städtischen Liegenschaften ständig, sondern streben auch im Zuge baulicher Maßnahmen energetische Verbesserungen an. „Noch ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht, denn auch 2010 planen wir weitere Vorhaben, denen Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II des Bundes zugute kommen“, schildert Fischer.
Vor allem aber von der Generalsanierung der Sporthalle in Großsachsenheim verspricht sich Fischer weitere positive Auswirkungen auf die städtische Energiebilanz. Bürgermeister Horst Fiedler hält daher auch in den kommenden, finanziell schwierigen Jahren am erfolgreichen kommunalen Energiemanagement fest. „Wir senden damit nicht nur entscheidende Impulse zur dringend notwendigen Klimaentlastung aus, sondern auch zur Schonung unserer öffentlichen Kassen. Dies ist in Zeiten wie diesen wichtiger denn je“, stellt der Sachsenheimer Schultes zufrieden fest.
