Montag, 21. Mai 2012

Am langen Seil hängt ein Brückenteil




Ein 32 Meter langes Brückenteil hängt am Seil des Schwerlastkrans und wird bei der Firma Alwa in Sersheim an seine Position gebracht. Fotos: Elsässer
Ein 32 Meter langes Brückenteil hängt am Seil des Schwerlastkrans und wird bei der Firma Alwa in Sersheim an seine Position gebracht. Fotos: Elsässer

Sersheim (elf) – Mit einem 4,4-Millionen-Euro-Projekt und einer spektakulären Aktion beeindruckt in der Adventszeit die Firma Alwa in Sersheim. Mit Hilfe eines Schwerlastkrans wurden gestern drei riesige Teile für eine Hängebrücke über die Industriestraße montiert. Am 17. Dezember erfolgt die Montage weiterer Brückenteile.
Donnerstag, 13.15 Uhr, Firma Alwa in Sersheim. Die Mittagspause ist gerade zu Ende, doch ans Arbeiten denken im Verwaltungsgebäude nur die wenigsten Mitarbeiter. Zu spektakulär ist es, was aus dem Fenster heraus zu beobachten ist: Mit einem 700-Tonnen-Schwerlastkran der Firma Wiesbauer wird gerade ein 32 Meter langes, fünf Meter hohes, fünf Meter breites und 38 Tonnen schweres Brückenteil auf die vorinstallierten Träger gehievt und dort montiert. „Das ist eine haarige Sache“, sagt Rainer Heller, Mitglied der Geschäftsleitung, Prokurist und bei der Unternehmensgruppe Winkels, zu der Alwa gehört, verantwortlich für die Gesamtleitung Technik. Nach 35 Minuten geht der Daumen hoch: das Teil sitzt.
Bereits am Vormittag hing ein 17 Meter langes und 20 Tonnen schweres Brückenteil am Haken. Bevor es dunkel wurde, wurde das längste und schwerste Stück (35 Meter lang, 42 Tonnen schwer) montiert. Am 17. Dezember erfolgt die Montage der restlichen Stücke über die Straße hinweg. Am Ende wird die gesamte Hängebrücke über die Industriestraße hinweg 274 Meter lang sein. Gefertigt wird das Konstrukt aus 500 Tonnen Stahl von der Firma Krähe & Wöhr aus Pleidelsheim direkt vor Ort.
Die Brücke dient als Verbindung zwischen Getränkeproduktion und Lager. Es handelt sich dabei um ein geschlossenes System, in das nach Fertigstellung der Brücke eine Palettenhängebahn installiert wird. Die Firma Alwa ist damit künftig in der Lage, Getränkepaletten automatisch von der Produktion über die Straße zum Lager zu transportieren. Die Funktionsweise des Systems ähnelt der eines Sessellifts. Zuerst werden die Paletten über Senkrechtförderer auf eine Höhe von 8,50 Meter gehievt und dann an einzelnen Gondeln hängend auf die andere Straßenseite befördert. In der ersten Ausbaustufe der Anlage schafft die Anlage einen Umschlag von 135 Paletten pro Stunde. In einer zweiten Ausbaustufe, die allerdings noch Zukunftsmusik ist, sind sogar bis zu 210 Paletten in der Stunde möglich.
Mit der Hängebahn in der Brücke kann de Firma Alwa künftig deutlich effektiver arbeiten. Im Moment werden die Getränkepaletten noch mit fünf Pendelsattelzügen transportiert. Obwohl sie – weil sie keine Straßenzulassung haben – lediglich sechs Stundenkilometer „schnell“ fahren dürfen, schaffen die Lkws etwa 150 Paletten in der Stunde und legen im Jahr über 10000 Kilometer zurück. Die fallen künftig weg. Beim Entladen im Lager stören diese Sattelzüge allerdings den Versand und stehen abholenden Lkws im Weg. „Mit der neuen Anlage bekommen wir eine Erleichterung im Arbeitsablauf“, freut sich Rainer Heller.
Diese Erleichterung lässt sich das Unternehmen satte 4,4 Millionen Euro kosten. Die Investitionssumme für die Hängebrücke mit jeweiligem Anschluss westlich und östlich der Industriestraße liegt bei 2,3 Millionen Euro. Für die Fördertechnik zum Palettentransport werden nochmals 2,1 Millionen ausgegeben.
Spektakulär wird es wieder am 17. Dezember, wenn die beiden letzten Brückenteile über die Straße hinweg installiert werden. Dann muss für die Aktion auch die Industriestraße für den Verkehr gesperrt werden.




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